Prognosen angehoben Infineon: Leichter Optimismus dank Wechselkursen und Leistungselektronik-Nachfrage

Von Susanne Braun 3 min Lesedauer

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Infineon hat seine Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2025 angehoben, da das erste Quartal besser ausfiel als erwartet. Die schrittweise Erholung der Nachfrage, insbesondere nach Leistungselektronik für KI-Anwendungen, und der schwache Euro tragen zu einer leicht optimistischeren Zukunftserwartung bei.

Bild aus dem Reinraum in Dresden: Infineon schaut etwas zuversichtlicher aufs aktuelle Geschäftsjahr 2025.(Bild:  Infineon Technologies)
Bild aus dem Reinraum in Dresden: Infineon schaut etwas zuversichtlicher aufs aktuelle Geschäftsjahr 2025.
(Bild: Infineon Technologies)

Das erste Quartal des Geschäftsjahres 2025 lief für den deutschen Halbleiterhersteller Infineon Technologies besser als zuvor angenommen, trotz einer Nachfrageschwäche in mehreren Segmenten. Doch zwei Faktoren spielten in der Analyse der Umsätze und Gewinne im Q1 2025 positiv in die Karten der Verantwortlichen. Kurz zur Erklärung: Das Finanzjahr bei Infineon startet am 1. September und endet am 30. August; entsprechend startete das 1. Quartal des FY2025 für das Unternehmen am 1. September und endete am 31. Dezember 2024.

Infineon verzeichnete einen Umsatz von 3,424 Milliarden Euro, was einem Rückgang von 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht – da waren es 3,702 Milliarden Euro. Die Bruttomarge sank auf 39,2 Prozent (Q1 2024: 44,4 Prozent), während das Segmentergebnis mit 573 Millionen Euro um 31 Prozent unter dem Vorjahreswert lag (Q1 2024: 831 Millionen Euro). Die weiterführenden Details und weitere Zahlen finden Sie weiter unten in dieser Meldung.

„In einem schwachen Marktumfeld hat sich Infineon gut behauptet und das erste Quartal leicht besser als erwartet abgeschlossen“, so Jochen Hanebeck, Vorstandsvorsitzender von Infineon. „Vor dem Hintergrund weiterhin unsicherer Rahmenbedingungen folgt der Geschäftsverlauf in diesem Geschäftsjahr dem von uns prognostizierten Muster: Nach der erwarteten Lagerbestandskorrektur gehen wir für das laufende Geschäftsjahr weiter von einer schrittweisen Nachfrageerholung aus. Der anhaltende Trend zur Nutzung künstlicher Intelligenz sticht positiv hervor. Dieser treibt den Bedarf nach unseren führenden Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren. Das ist ein ganz konkretes Beispiel für unsere langfristigen Wachstumstreiber durch Digitalisierung und Dekarbonisierung.“ Diese Erwartungen schlagen sich in den Quartalszahlen in den eigenen Segmenten nieder.

Automotive und Green Industrial Power rückläufig

In den einzelnen Segmenten zeigt der Quartalsbericht von Infineon eine gemischte Entwicklung: Während der Bereich Automotive (ATV) einen Umsatzrückgang von 8 Prozent von 2,085 auf 1,919 Milliarden Euro verzeichnete, musste Green Industrial Power (GIP) mit einem Umsatzminus von 30 Prozent (von 487 Millionen auf 340 Millionen Euro) und einem Einbruch der Segmentergebnisse um 74 Prozent (Marge 10,0 Prozent) einen besonders starken Rückgang hinnehmen.

Positiv sieht es hingegen bei Power & Sensor Systems (PSS) aus, denn das war im berichteten Zeitraum das einzige Segment mit einem Umsatzzuwachs, nämlich um 7 Prozent von 765 Millionen (Q1 2024) auf 820 Millionen Euro (Q1 2025). Das Segment Connected Secure Systems (CSS) verzeichnete einen Umsatzrückgang von 5 Prozent, in dem Fall von 364 Millionen (Q1 2024) auf 344 Millionen Euro (Q1 2025).

Immerhin: Für das zweite Quartal 2025 rechnet Infineon mit einem Umsatz von rund 3,6 Milliarden Euro und einer Segmentergebnis-Marge im mittleren Zehner-Prozentbereich. Aufgrund eines stärkeren US-Dollars hat das Unternehmen zudem die Jahresprognose angehoben: Statt eines leichten Umsatzrückgangs wird nun eine stabile bis leicht steigende Entwicklung erwartet. Die bereinigte Bruttomarge soll etwa 40 Prozent erreichen, während die Segmentergebnis-Marge im mittleren bis hohen Zehner-Prozentbereich liegen dürfte.

Eine interessante Angabe zum Abschluss des Berichts gibt’s bezüglich der angestellten Mitarbeiter bei Infineon. Im Vergleich zum Q1 2024 ist die Zahl der Angestellten im Q1 2025 gefallen, von 59.340 auf 58.008. Das sind etwa 2,2 Prozent. Die positive Nachricht: Die Menge der Angestellten im Bereich Forschung & Entwicklung (F&E) ist gestiegen; von 13.116 (Q1 2024) auf 13.343 (Q1 2025), also ein Zuwachs von rund 1,7 Prozent.

Die Zahlen im kurzen Überblick:

  • Umsatz: 3,424 Mrd. € (-8 % ggü. Q1 2024: 3,702 Mrd. €)
  • Bruttomarge: 39,2 % (Q1 2024: 44,4 %)
  • Segmentergebnis: 573 Mio. € (-31 % ggü. Q1 2024: 831 Mio. €)
  • Segmentergebnis-Marge: 16,7 % (Q1 2024: 22,4 %)
  • Ergebnis nach Steuern: 246 Mio. € (-58 % ggü. Q1 2024: 587 Mio. €)
  • Free-Cash-Flow: -237 Mio. € (Q1 2024: -1,597 Mrd. €)
  • Segment-Highlights:
  • Automotive (ATV): Umsatz -8 %, Segmentergebnis -36 %, Marge 18,9 % (Q1 2024: 27,1 %)
  • Green Industrial Power (GIP): Umsatz -30 %, Segmentergebnis -74 %, Marge 10,0 % (Q1 2024: 26,7 %)
  • Power & Sensor Systems (PSS): Umsatz +7 %, Segmentergebnis +51 %, Marge 18,2 % (Q1 2024: 12,9 %)
  • Connected Secure Systems (CSS): Umsatz -5 %, Segmentergebnis -19 %, Marge 8,7 % (Q1 2024: 10,2 %)
  • Ausblick:
  • Q2 GJ 2025: Umsatz erwartet bei ~3,6 Mrd. €, Segmentergebnis-Marge im mittleren Zehner-Prozentbereich.
  • GJ 2025: Prognose angehoben – stabile bis leicht steigende Umsatzentwicklung statt zuvor erwarteter Rückgang. Bruttomarge bei ~40 %, Segmentergebnis-Marge im mittleren bis hohen Zehner-Prozentbereich.
  • Investitionen: ~2,5 Mrd. €, bereinigter Free-Cash-Flow ca. 1,7 Mrd. €, berichteter Free-Cash-Flow ~900 Mio. €.

 (sb)

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