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Auf der Suche nach dem geeigneten Partner
Das Raumproblem des 1988 im westfälischen Halver als TURCK duotec gegründeten Dienstleistungsunternehmens für kundenspezifische Elektronik hat natürlich auch Tradition.
Die Wahl eines EMS-Dienstleisters
Electronic Manufacturing Service ist viel mehr als nur Bestücken
Just zu Zeiten der Wende in Deutschland waren die Fertigungskapazitäten im Werk Halver nahezu ausgeschöpft. Auf der Suche nach einer Lösung fand Werner Turck nach dem Mauerfall denn auch im ehemaligen VEB Meßgerätewerk Beierfeld einen idealen Kooperationspartner.
„Bereits seit den 70er Jahren haben wir in Beierfeld Elektronik entwickelt und gefertigt“, erinnert sich Eberhard Grünert, damals stellvertretender Betriebsdirektor des Messgerätewerkes, an die Vorwendezeiten, „daran wollten wir auch nach dem Mauerfall festhalten. Als Werner Turck uns kennenlernte, war er überrascht, dass wir damals schon automatisierte Montage und SMD-Technik beherrschten.“
Im Zuge der Privatisierung der DDR-Betriebe hatte Werner Turck die Turck Beierfeld GmbH mit gerade einmal fünf Mitarbeitern gegründet und gibt seitdem viel auf die umtriebigen Erzgebirgler: „Die mit dem Aufbau betraute Beierfelder Mannschaft brauchte weder technische noch betriebswirtschaftliche Besserwisser aus dem Westen“, betont er, „das Unternehmen entwickelte sich und wuchs aus der Substanz, aus eigener Leistung, aus eigenen Fähigkeiten, durch den Fleiß und die Leidenschaft und Loyalität von Menschen erzgebirgischer Herkunft und Prägung, die durch ihre Tradition und ihre industriell wechselvolle Geschichte dazu befähigt worden waren.“
Klares Bekenntnis zum Standort Sachsen
Wurden anfangs vorrangig Produkte aus dem TURCK-Programm gefertigt, folgten bereits zwei Jahre später erste kundenspezifische Elektronikentwicklungen. Inzwischen haben kundenspezifische Aufträge der TURCK duotec einen Anteil von 75% am Gesamtgeschäft des Standorts Beierfeld.
Insgesamt beträgt das für Beierfeld von 2012 bis 2015 geschnürte Investitionspaket rund 20 Millionen €. „Inklusive dem jetzt eingeweihten Neubau untermauern wir damit unser nachhaltiges Bekenntnis zum Standort Deutschland und ganz besonders zum Standort Sachsen“, sagt Eberhard Grünert. Und er verdeutlicht: „Dieses Bekenntnis heißt natürlich nicht, die Internationalisierung zu vernachlässigen. Ganz im Gegenteil. Denn Schritte in Richtung Globalisierung bedeuten nicht einfach nur, Produktionen zu verlagern und das Engagement und die Kräfte in Deutschland zu schwächen. Wer aufgrund der hiesigen Kostenstrukturen mit asiatischen oder anderen Herstellern der Welt nicht mithalten kann, der muss neue Wege gehen.“
Für die Industrie und Wirtschaft Deutschlands sei trotz aller Internationalisierung eine leistungsstarke Elektronikfertigung vor Ort unverzichtbar, ist Grünert, der die globalen Schwerpunkt-Regionen seiner Branche bestens kennt, überzeugt. Davon ausgehend pointiert er: „Die reine Massen-Elektronikfertigung auf Basis von Standardprodukten für den Consumerbereich ist aber keinesfalls die Zukunft für Europa und Deutschland. Entscheidend ist es, sich zu spezialisieren und als Entwicklungspartner individuelle und intelligente Produkte in einer hochmodernen Fabrik für die Kunden zu fertigen. Das verlangt modernste Technologien und Verfahren, die aktuelle Erkenntnisse aus der Halbleiterindustrie, Elektronikentwicklung und auch der Forschung nutzen. Nur so ist es möglich, sich von der grauen Massenware zu differenzieren. Damit wir das erfolgreich umsetzen können, ist es auch unabdingbar, frühzeitig und optimalerweise als erster die Wachstums- und Innovationsmärkte mit ihren Applikationen zu identifizieren.“
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