Leiterplattenproduktion Großer Boost für die PCB-Fertigung in Europa: vier neue Werke von TLT

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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In Zeiten, in denen die Leiterplattenproduktion in Europa in der Krise steckt, geht der EMS-Dienstleister TLT mit Mut voran und hat in Litauen im September 2025 vier neue Fabriken eröffnet. Das Unternehmen stärkt damit die vertikale Integration von Leiterplatten bis zur Endmontage.

Das PCB-Fertigungswerk, das hoch automatisiert ist.(Bild:  TLT Teltonika)
Das PCB-Fertigungswerk, das hoch automatisiert ist.
(Bild: TLT Teltonika)

Am 18. September 2025 hat der EMS-Dienstleister TLT Manufacturing nach Investitionen von etwa 320 Millionen Euro gleich vier neue Fertigungen in Europa in Betrieb genommen und zeigt damit deutlich, dass die Region hinsichtlich der Leiterplattenproduktion noch nicht abgeschrieben werden sollte. TLT hat bei der litauischen Hauptstadt Vilnius ein neues Leiterplattenwerk eröffnet; das erste neue Werk seiner Art in Europa seit zwei Dekaden, wie das Unternehmen hervorhebt. Dazu kommen ein Elektronikfertigungswerk, eine Kunststoff- und Mechanikfertigung sowie eine Anlage für die Komponentenmontage.

Zusammen umfassen die neuen Standorte rund 82.100 m² zusätzliche Fläche und sollen etwa 1.400 neue Arbeitsplätze schaffen. Laut Unternehmen steigt die jährliche Produktionskapazität damit von rund 10 Millionen auf bis zu 30 Millionen elektronische Geräte. Mit der Fertigungserweiterung verfolgt TLT das Ziel, die gesamte Wertschöpfungskette auf einem Campus zu bündeln, von der PCB-Herstellung über Komponenten und Mechanik bis hin zur Endmontage. Der Fokus der Produktion liegt weiterhin auf Anwendungen für Verteidigung, Medizintechnik und Automotive.

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Die Bedeutung für die europäische Elektroniklandschaft

Der Ausbau in Litauen hat über den Einzelstandort hinaus eine industriepolitische Dimension. Europa spielt im globalen Leiterplattenmarkt seit Jahren nur noch eine untergeordnete Rolle; große Teile der weltweiten PCB-Produktion liegen in Asien. Entsprechend gering ist die Fertigungstiefe vieler europäischer EMS-Unternehmen, die häufig auf asiatische Lieferketten angewiesen sind.

Mit der Entscheidung, erneut ein Leiterplattenwerk in Europa aufzubauen und es direkt mit EMS-, Mechanik- und Komponentenfertigung zu verknüpfen, positioniert sich TLT bewusst gegen diesen Trend. Die vertikale Integration am Standort Vilnius schafft eine selten gewordene Kombination: PCB-Produktion, Elektronikfertigung und Endmontage mit kurzen Wegen, besserer IP-Sicherheit und weniger Abhängigkeit von globalen Lieferketten.

Aus Sicht europäischer Elektronikfertiger stärkt die Investition die regionale Versorgungssicherheit. Für Branchen wie Verteidigung, Automobil oder Medizintechnik, die stark auf kontrollierte Lieferketten angewiesen sind, könnte der Standort mittelfristig strategische Bedeutung gewinnen. (sb)

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