Verstoß gegen Handelsembargo Globalfoundries muss 500.000 US-$ Strafe zahlen

Von Sebastian Gerstl 2 min Lesedauer

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Das US Bureau of Industry and Security (BIS) hat Globalfoundries zu einer Strafe in Höhe von 500.000 US-$ verdonnert. Der Auftragshersteller hatte Wafer an das chinesische Unternehmen SJ Semiconductor geliefert und damit gegen das US-Handelsembargo verstoßen.

Waferproduktion in der Globalfoundries Fab 8 im US-Bundesstaat New York. Wegen Waferlieferungen an ein chinesisches Unternehmen, dass auf der Embargoliste des US-Handelsministeriums steht, muss der Wafer-Auftragshersteller eine halbe Million US-$ Strafe zahlen.(Bild:  Globalfoundries)
Waferproduktion in der Globalfoundries Fab 8 im US-Bundesstaat New York. Wegen Waferlieferungen an ein chinesisches Unternehmen, dass auf der Embargoliste des US-Handelsministeriums steht, muss der Wafer-Auftragshersteller eine halbe Million US-$ Strafe zahlen.
(Bild: Globalfoundries)

Globalfoundries zählt nach TSMC, Samsung und UMC zu den größten Auftragsherstellern für Wafer und Halbleiterprodukte weltweit. Das Unternehmen, dass auch Produktionsstandorte in Deutschland unterhält, ist international aktiv, hat aber seinen Firmenhauptsitz im US-Bundesstaat New York. Dadurch unterliegen die Aufträge des Unternehmens direkt der US-Jurisdiktion - und damit auch dem Handelsembargo gegen China.

Aus diesem Grund hat das US Bureau of Industry and Security (BIS), eine Behörde des US-Handelsministerium, den globalen Auftragshersteller mit einer Strafe von 500.000 US-$ belegt. Der Vorwurf: Globalfoundries verarbeitete Wafer für ein Drittunternehmen, das vom chinesischen Halbleiterunternehmen SJ Semiconductor als Outsourcing-Dienstleister für Halbleitermontage und -prüfung (OSAT) eingesetzt worden war.

Demnach schickte Globalfoundries zwischen Februar 2021 und Oktober 2022 schickte 74-mal Wafer mit einem Gesamtwert von 17,1 Mio. US-$ über diesen Dienstleister direkt an SJ Semiconductor. SJ Semiconductor wiederum werden enge Verbindungen zu Chinas führender Foundry SMIC nachgesagt. SMIC wiederum unterhält nach US-Angaben enge Verbindungen zum chinesischen Militär. Infolgedessen wurden die Foundry und sämtliche chinesische Unternehmen, die mit ihr in enger Verbindung stehen, auf die Embargoliste des US-Handelsministeriums gesetzt. Das bedeutet, dass Unternehmen eine besondere Genehmigung der US-Behörde benötigen, wenn sie mit einem dieser Unternehmen Handel treiben möchten.

Globalfoundries hatte seinen Regelverstoß selbst an das BIS gemeldet. Das Unternehmen führt dies auf einen Dateneingabefehler in einer Software für globales Handelsmanagement zurück. Durch den fehlerhaften Eintrag war die Verbindung zu SJ Semiconductor und der Umstand, dass jene Firma auf der Embargoliste steht, nicht auffällig geworden.

SJ Semiconductor war zwar nicht der direkte Kunde von Globalfoundries, aber letztendlich der Empfänger der betreffenden Waferlieferungen. Im Rahmen eines Transaktions-Screenings hätte die Foundry diesen Umstand erkennen und - mangels einer gültigen Lizenz des US-Handelsministeriums - die bestellten Wafer zurückhalten müssen.

„Wir wollen, dass US-Unternehmen beim Versand von Halbleitermaterialien an chinesische Parteien besonders wachsam sind“, sagte Matthew Axelrod, Assistant Secretary for Export Enforcement des BIS, in einer Erklärung zu dem Vorgang. „Und wenn, wie in diesem Fall, diese Wachsamkeit nicht ausreicht und Halbleitermaterialien dorthin gelangt sind, wo sie nicht hingehören, wollen wir, dass die Unternehmen freiwillige Angaben machen, Abhilfe schaffen und mit uns zusammenarbeiten.“

Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters drückte ein Sprecher von Globalfoundries sein Bedauern über den Fehltritt des Unternehmens aus. „Wir sind bestrebt und glauben, dass wir ein erstklassiges Programm zur Einhaltung von Handelsbestimmungen haben, das den Standard für die Foundry-Industrie setzt“, heißt es in der Stellungnahme des Unternehmens. (sg)

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