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Russland, Weißrussland, Kasachstan und Armenien
Seit 2013 wurde das alte GOST-Prüfzeichen für die meisten Produkte durch das EAC-Prüfzeichen abgelöst. EAC-Prüfzeichen ermöglichen die Produkteinführung in Russland, Weißrussland und Kasachstan und seit Januar 2015 auch in Armenien.
Das EAC-Prüfzeichen basiert auf GOST-Normen. Grundsätzlich sind diese konform den IEC-Normen mit zusätzlichen russischen nationalen Abweichungen. Die Zertifizierung verlangt sowohl eine Anfangsprüfung als auch eine jährliche Inspektion.
Hier wird jedoch in der Regel der CIG-Inspektionsbericht akzeptiert. UL hat einen Vertrag mit der führenden Zertifizierungsorganisation VNIIS in Russland, sodass UL-Testberichte für das EAC-Prüfzeichen anerkannt werden. UL übernimmt alle notwendigen Prüfungen und die Koordinationsarbeit mit den russischen Behörden.
Der Marktzugang für Saudi-Arabien
Saudi-Arabien fordert im Gegensatz zu den anderen oben gelisteten Ländern keine Produktzertifizierung sondern eine Shipment-Zertifizierung. Das bedeutet, dass jede Warensendung mit einem Certificate of Compliance (SASO CoC) ausgestattet werden muss. Alle Steckverbinder-Produkttypen sind bei SASO gelistet. Um ein SASO CoC zu erhalten muss der Hersteller oder der Importeur ein Testbericht vorweisen.
Der Testbericht muss gemäß den SASO- oder IEC-Normen mit Abweichungen für Saudi-Arabien erstellt werden. Diese nationalen Abweichungen sind ziemlich umfangreich und beinhalten Anforderungen für Produktmarkierungen, Betriebsanleitungen und klimatisch bezogene Vorgaben.
In bestimmten Fällen ist es notwendig eine Pre-Shipment-Inspektion vor dem SASO-CoC-Zertifikat durchzuführen. Für europäische Steckverbinder-Hersteller erstellt UL die notwendigen Testberichte und stellt mit Partnerorganisation das SASO CoC bereit.
Zulassungserfahrung für mehr als 35 Länder
In diesem Beitrag wurden nur die größten Exportmärkte Deutschlands aufgelistet. Die Underwriter Laboratories haben Erfahrung mit Zulassungen für mehr als 35 Länder. Hersteller sollten bereits zu Anfang wissen, in welche Länder das Produkt exportiert werden soll, damit man festlegen kann, in welchen Testlaboren das Produkt getestet werden muss und dass der Testbericht alle notwendige nationale Abweichungen beinhaltet um redundante Prüfungen, Dokumentationen etc. zu vermeiden.
UL bietet auch eine so genannte Bündelung von Zulassungen an sowie spezifische Zertifizierungen, die abhängig vom Einsatzbereich des Produktes sind. Diese sind unter anderem Zertifizierungen für explosionsgefährdete Bereiche (HazLoc-Zertifizierungen) oder maritime Zertifizierungen für Schiffe und Offshore-Einrichtungen.
* Dirk R.F. Müller und Kaspars Kalinkevics sind bei UL International Germany in Neu-Isenburg tätig.
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