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Für Hersteller bietet sich mit dem CB-Programm der entscheidende Vorteil, dass wiederholte Testdurchläufe für verschiedene internationale Produktzertifizierungen vermieden werden. UL ist der führende Zertifizierer nach Anzahl von erstellten CB Zertifikaten im Jahr 2014.
Zwei verschiedene nationale Zulassungsverfahren
Die meisten Länder in Europa, Asien und Amerika verlangen Produktzertifizierungen bevor die Produkte am Markt verkauft werden. Das heißt, die Muster des Produktes müssen gemäß der entsprechenden Normen getestet werden, um ein Prüfzeichen zu erhalten und um einen Marktzugang zu gewährleisten.
Je nach nationalen Anforderungen wird das Produktzertifikat von akkreditierten Zertifizierungsorganisation ausgestellt oder der Hersteller darf das Prüfzeichen selbst anbringen, wie im Fall von CE-Zeichen. Eine Produktzertifizierung verlangt oftmals „Follow-up-Inspektionen“ im Werk, wodurch die Einhaltung von Anforderungen geprüft wird.
Die Länder im mittleren Osten und in Nordafrika verlangen meistens eine sogenannte Verfrachtungszertifizierung (Shipment Certification). Das heißt, jede Warensendung muss zertifiziert werden. Die Zertifizierung basiert auf existierenden Prüfberichten und einer Pre-Shipment-Inspektion.
Der Marktzugang für die Europäische Union
Steckverbinder fallen unter bestimmte Spannungsgrenzen (Nennspannung zwischen 50 und 1000 V für Wechselstrom und zwischen 75 und 1500 V für Gleichstrom) und müssen mit der Niederspannungsrichtlinie (oftmals LVD genannt) konform sein. Zurzeit gelten zwei Niederspannungsrichtlinien, die „alte“ 2006/95/EG- und die „neue“ 2014/35/EU-Richtlinie.
Die neue Richtlinie 2014/35/EU ist zwingend ab dem 20. April 2016 anzuwenden, es empfiehlt sich aber ab sofort in allen neuen Verfahren diese neue Richtlinie zu berücksichtigen. Die aktuelle Ausgabe der Niederspannungsrichtlinie enthält nur dezente Neuregelungen wie die Risikoanalyse und genauere Vorgaben für Hersteller und Händler.
Mit dem CE-Zeichen deklariert der Hersteller oder der Importeur (wenn das Produkt außerhalb der EU hergestellt wird), dass das Produkt mit den entsprechenden Richtlinien (in unserem Fall mit einer Niederspannungsrichtlinie) konform ist. Für Steckverbinder, die in den vorgegebenen Spannungsgrenzen liegen, ist der Verkauf in der EU ohne CE-Zeichen untersagt.
CE-Verfahren für Steckverbinder kann man beschreiben als eine selbsterklärte Zertifizierung, nach Aufforderungen der Kontrollinstitutionen der EU muss der Hersteller bzw. der Importeur jedoch in der Lage sein, innerhalb von zwei Tagen CE-Ordner bereitzustellen.
Europäische Marktzugangsprüfungen sollen nach EN-Normen durchgeführt werden. EN-Normen sind dasselbe wie IEC-Normen mit einigen zusätzlichen europäischen Abweichungen.
Geht man einen Schritt weiter und lässt man das CE-Prüfzeichen durch eine weitere Zertifizierung ergänzen, gibt es auch mehrere unabhängige Zertifizierer, die freiwillige Zertifizierungen für die EU anbieten, damit der Hersteller garantieren kann, dass sein Produkt sicher ist und den EU-Anforderungen entspricht.
Das UL-EU-Prüfzeichen ist eine freiwillige Zertifizierung für ganz Europa, die die Underwriters Laboratories für elektrische und elektronische Produkte und Komponenten inklusive Steckverbinder anbietet. Das UL-EU-Prüfzeichen bescheinigt nicht nur die Konformität des betreffenden Produkts mit den EN-Sicherheitsstandards. Die zertifizierten Produkte unterliegen gleichzeitig auch dem Follow-up-Serviceprogramm von UL, wodurch das Einhalten der Anforderungen fortlaufend geprüft wird.
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