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Kunden setzen mehrheitlich auf die sogenannte Anti-Glare-Oberfläche (kurz: AG). Hierbei wird die Glasoberfläche angeätzt, wodurch mikrofeine „Krater“ entstehen. Diese „Krater“ verursachen eine Streuung des eintreffenden Lichts. Das Resultat ist, dass Reflektionen nicht mehr als konturenreich wahrgenommen werden, sondern diffus wirken.
Diese Art der Entspiegelung ist besonders für Bereiche mit durchschnittlich heller Beleuchtung interessant. Störende Reflexionen, wie beispielsweise Deckenbeleuchtungen, Gegenstände und das eigene Spiegelbild, lenken dadurch nicht mehr vom Displayinhalt ab.
Ob der Outdoor-Einsatz mit direkter Sonneneinstrahlung möglich ist, muss getestet werden. Da AG das einfallende Licht auf der Glasoberfläche streut, besteht die Gefahr, dass der Displayinhalt überstrahlt und damit unlesbar wird.
Ein klarer Vorteil von AG ist die Haptik. Dank der geätzten Oberfläche fühlt sich die Touch-Bedienung angenehm an. Zudem haften Verschmutzungen nicht so leicht am Glas. Das sorgt für ein sauberes Erscheinungsbild, was nicht zu unterschätzen ist – schließlich handelt es sich beim Display um das „Gesicht“ der Applikation. Wie oft versucht man im Alltag sein Smartphone von unansehnlichen Fingerabdrücken zu befreien? Für eine professionelle Anwendung ist das sicherlich keine Option.
Die Verbindung von Display und Dekorscheibe
Was beim Automobilhersteller das Verheiraten von Karosserie und Motor ist, nennt man beim Display „Optical-Bonding“. Hier gehen Display und Dekorscheibe eine Verbindung fürs Leben ein. Genau dabei gilt es einiges zu beachten, schließlich besteht die Gefahr, dass aus „edlen“ Bauteilen später „Edelschrott“ wird.
Nachfolgend eine Übersicht der einzelnen Prozessschritte, die die beim Optical-Bonding erforderliche Sorgfalt verdeutlicht:
- Wareneingangstest von Display und Touch (Funktionsprüfung)
- Pixelfehler-Kontrolle
- Qualitätskontrolle der Glasscheibe
- Reinigung der Bauteile (Reinraum)
- Ausrichten von Display u. Dekorscheibe
- Bonding-Prozess (ohne Lufteinschlüsse)
- Aushärten des Klebers
- Warenausgangstest (Kosmetik, Funktion)
- Geeignete Verpackung für Glas
Wenn dieser Prozess nachträglich in Europa durchgeführt wird, entstehen im Vergleich zu einer Fertigung in Asien natürlich zusätzliche Kosten. Dafür liegen die Stärken eines europäischen Unternehmens in der Flexibilität und der geringeren Mindestbestellmenge. Außerdem besitzen hiesige Glasverarbeiter bestimmtes Knowhow, das man in Asien noch eher selten findet.
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