NXP Semiconductors und Siemens Mobility Gemeinsame Entwicklung eines GPS-GSM-basierten Mautsystem für Privatfahrzeuge
NXP Semiconductors hat angekündigt, ATOP (Automotive Telematics On Board Unit Platform) gemeinsam mit Siemens Mobility zu einem marktreifen GPS-GSM-basierenden „Single Chip On Board Unit“-System für den Einsatz in Privatfahrzeugen auszubauen.
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„ATOP lässt sich einfach und kosteneffektiv einsetzten, da die vorhandenen GPS-GSM-Funknetze genutzt werden“, freut sich Lars Reger, Senior Director Strategy & Business Development BU Automotive & Identification bei NXP Semiconductors. „Die Installation kostspieliger Infrastrukturen wie etwa Mautstationen ist deshalb nicht erforderlich und die Fahrer können die On Board Unit (OBU) für den Pkw in Sekundenschnelle installieren.“ Das System soll manipulationssicher sein sowie eine einfache und sichere Mauterhebung unterstützen. Der kommerzielle Einsatz ist für die erste Jahreshälfte 2010 geplant.
Mautsysteme sollen Verkehsbelastung verrringern
Laut Reger zeigen Regierungen, Behörden und Institutionen rund um den Globus wachsendes Interesse an Mautlösungen, die sich für alle Autofahrer eignen und den Preis einer Fahrt automatisch berechnen und abrechnen können: „Wichtig dabei ist aber, dass die Systeme den Verkehrsfluss nicht behindern und auch dazu beitragen, eine Überfüllung der Straßen zu verhindern. Deshalb haben wir die Zusammenarbeit mit Siemens Mobility vereinbart, um dem Markt eine praktikable Lösung anzubieten zu können.“
Alle Funktionen auf einem Chip

NXP wird einen Chip liefern, der alle Funktionen zur Mauterhebung vereint wie GPS (Global Positioning System)-, GPRS (General Packet Radio Service)- sowie NFC (Nahfeldkommunikations)-Module. Darüber hinaus sollen auf auch Schnittstellen für flexible Telematik-Anwendungen wie zusätzliche Verkehrsinformationen, inklusive einer Hochsicherheits-Applikation Smart MX, werden auf der Single Chip Plattform realisiert werden. Siemens wird die On Board Unit entwickeln und den hoch integrierten Baustein von NXP integrieren.
Übermittlung der Daten via Satellit

„Das bisherige Mautsystem von Siemens Mobility wird somit in seinem Funktionsumfang wesentlich erweitert“, erläutert Lars Reger, „die auf ATOP basierende On Board Unit empfängt GPS-Satellitensignale und nutzt GSM-basierte Standardfunktechnik zur Übermittlung der Daten an das Zentralsystem zur Mautberechnung. Zum System gehört auch eine nicht entfernbare, mit einem RFID-Chip versehene Vignette, die an die Windschutzscheibe geklebt wird und mit der Bordeinheit kommuniziert, um sicherzustellen, dass die OBU im Fahrzeug vorhanden ist und nur in erlaubter Weise betrieben wird. Des Weiteren kann die RFID Vignette auch für Zusatzapplikation wie Parkraumbewirtschaftung eingesetzt werden.“
Straßenmaut flexibel ermittelbar
Für die Ermittlung der Straßenmaut gibt es mehrere verschiedene Möglichkeiten. Die zurückgelegte Strecke und die Tageszeit, die für die Fahrt gewählt wurde, sind dabei die Hauptfaktoren. Weitere Größen, die zur flexiblen Bemautung herangezogen werden können, sind Fahrzeugtyp und Kraftstoffverbrauch oder CO2-Emissionen. „Die Kunden bekommen eine monatliche Rechnung oder kaufen eine Prepaid-Karte“, so Reger weiter, „in diesem Fall werden keine Details zu Fahrer und Fahrtstrecke offengelegt.“
Kontrolle per Nahfeldkommunikation
Die OBU zeigt die Mautgebühr jederzeit aktuell an. Die Polizei oder Kontrolleure können jederzeit überprüfen, ob der Fahrer das System korrekt nutzt. Hierzu wird ein tragbares Gerät verwendet, das die Nahfeldkommunikationstechnik nutzt, um die Vignette auf der Windschutzscheibe auszulesen. Die Vignette dient außerdem als Sicherheitsmechanismus in Verbindung mit der OBU um sicherzustellen, dass nur eine dem Fahrzeug zugewiesene OBU verwendet werden kann und nicht beliebig mit einem anderen Fahrzeug getauscht werden kann.
Die OBU wird unter Berücksichtigung der im Fahrzeuginnenraum herrschenden Bedingungen entwickelt, um beispielsweise extremen Temperaturen standzuhalten. Die Lebenszeit der Einheit ist von der Lebenszeit des Autos abgekoppelt. Das System wird so entwickelt, dass es leicht in das Fahrzeug eingebracht und im Schadensfall einfach ersetzt werden kann.
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