Cybersecurity

Fünf Wege, wie das FBI das San-Bernadino-iPhone knacken konnte

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Angriff durch einen Seitenkanal

Auch wenn ein Gerät mit Sicherheitschips und Softwaremaßnahmen verschlüsselt ist, bestehen doch Ansätze, um über passive Analysen den Sicherheitsschlüssel des Geräts zu extrahieren. Bei einer sogenannten „Seitenkanalattacke“ (side channel attack) greift ein Hacker nicht auf die Daten direkt zu. Statt dessen untersucht er beispielsweise Stromverbrauch und Speichernutzung des Geräts, um so Teile des kryptographischen Schlüssel auszulesen. Zwar legt eine solche Analyse immer nur einen kleinen Teil der Verschlüsselung offen, doch durch mehrfache Wiederholung kann ein geübter Hacker im Laufe der Zeit an einen kompletten Schlüssel gelangen.

Das FBI könnte etwa einen Hacker beauftragt haben, einen elektrischen Widerstand an die inneren Schaltkreise des iPhones anzuschließen und den Energiefluss zu verfolgen, der bei jeder Eingabe eines falschen Passwortes entsteht. Sicherheitsexperten wie Dudu Mimran, CTO der Telekom Innovation Laboratories in der israelischen Ben-Gurion Universität, vergleichen eine solche Herangehensweise mit der Methodik eines Safeknackers, der sein Ohr an den Tresor legt, um das Klicken des Mechanismus zu hören.

Um die aus einer solchen Analyse gewonnenen Daten zu verstehen und auszuwerten ist zwar eine genaue Kenntnis über die einzelnen Komponenten des anzugreifenden Geräts vonnöten. Doch Seiten wie iFixit sind darauf spezialisiert, Geräte in ihre einzelnen Bestandteile zu zerlegen, und bieten Spec Sheets mit ihren Erkenntnissen an - dazu zählt auch das betreffende iPhone 5C.

Selbst mit Hilfe detaillierter Spezifikationen sind Seitenkanalattacken in der Regel äußerst aufwendig und störungsanfällig. Zudem bauen Gerätehersteller zunehmend Methoden ein die eine solche passive Analyse erschweren sollen. Eine absolut unfehlbare Abwehrmethode gegen diese Art von Angriffen ist derzeit aber noch nicht vorhanden - zumindest nicht für die Art von Speicherchips, die im iPhone eingesetzt werden.

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