Autonome Fahrzeuge Fünf spannende Projekte für fahrerlose Autos

Redakteur: Peter Koller

Weniger Unfälle, weniger Verbrauch, weniger Staus: Autonome, computergesteuerte Fahrzeuge bieten potenziell viele Vorteile. Umso mehr wenn sie sich automatisch zu Kolonnen zusammenschließen oder durch Gedanken gesteuert werden. Wir stellen fünf der interessantesten Projekte für autonome Autos vor.

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Mit Sensoren und Computern ausgestattet findet AnnieWAY selbstständig seinen Weg im Straßenverkehr. (Foto: KIT)
Mit Sensoren und Computern ausgestattet findet AnnieWAY selbstständig seinen Weg im Straßenverkehr. (Foto: KIT)

Projekt 1: AnnieWAY

Am 14. und 15. Mai 2011 treffen sich erstmals mehr als zehn Forschergruppen in Holland und testen im Grand Cooperative Driving Challenge (GCDC) auf einem rund 6 Kilometer langen Autobahnstück das fahrerlose Fahren in Gruppen. Mit dabei sind die Forscher vom Team AnnieWAY des Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Das KIT-Fahrzeug AnnieWAY verfügt über Satellitennavigation, Geschwindigkeits- und Beschleunigungsmesser. Kameras erzeugen ein stereoskopisches Bild und ein Laserscanner vermisst ständig die Umgebung rundum. Für den Informationsaustausch mit anderen Fahrzeugen wurde ein spezielles WLAN-System (802.11.p) installiert.

Aus diesen Daten muss der Bordcomputer in Echtzeit erkennen, wo andere Verkehrsteilnehmer sind, und prognostizieren, wie sich die Situation entwickeln wird. Darauf stimmt er seine eigene Reaktion ab.

„Schon eine normale, alltägliche Verkehrssituation ist ein extrem komplexer Sachverhalt“, erklärt Dr. Martin Lauer, der das Projekt AnnieWAY am KIT leitet. „Alle Verkehrsteilnehmer vom Auto in der Parkbucht bis hin zum Kind auf dem Bürgersteig müssen sicher erkannt und ihre Aktionen antizipiert werden, um rechtzeitig reagieren zu können.“

Das Team AnnieWAY entwickelt die anspruchsvolle Software, die das Umgebungsbild analysieren kann, und die relevanten Größen für die Steuerung ausgibt. Beim GCDC werden die Fahrzeuge untereinander zudem über Datenfunk Informationen austauschen, um sich auf diese Weise zu einer stabilen Kolonne zu koordinieren.

Die Computersteuerung unterbietet die Reaktionszeit eines Menschen und lässt somit die Abstände zwischen den Autos ohne Sicherheitsverlust schrumpfen. Damit einhergehend lässt sich der Windschatten besser ausnutzen und Treibstoff sparen.

„Damit dies in 20 bis 30 Jahren Alltag auf unseren Straßen sein kann, brauchen wir nicht nur autonome Systeme, sondern auch eine funktionierende Kommunikation zwischen den unterschiedlichsten autonomen Systemen“, so Lauer.

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