RISC-V-CPUs und KI-Technologie Führende Intel-Entwickler gründen neue Tech-Startups

Von Sebastian Gerstl 2 min Lesedauer

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Die aktuelle wirtschaftliche Schwäche bei Intel schlägt sich auch in einem Abgang von namhaften Fachpersonal nieder: Vier führende CPU-Architekten haben den Chiphersteller verlassen und ein Startup für RISC-V-Prozessoren gebildet. Auch die Gründer des eingekauften KI-Unternehmens Habana Labs gehen wieder eigene Wege.

Exodus: Führende CPU-Architekten und KI-Hardware-Experten haben Intel aus eigenem Antrieb verlassen, um neue Tech-Startups zu gründen.(Bild:  KI-generiert / DALL-E)
Exodus: Führende CPU-Architekten und KI-Hardware-Experten haben Intel aus eigenem Antrieb verlassen, um neue Tech-Startups zu gründen.
(Bild: KI-generiert / DALL-E)

Vier leitende Ingenieure von Intels Advanced Architecture Development Group in Portland, Oregon, haben den renommierten Chiphersteller verlassen, um ein neues CPU-Startup zu gründen. Das AheadComputing genannte neue Unternehmen konzentriert sich auf die Entwicklung neuer IPs auf Basis von RISC-V-Cores.

Die offizielle Gründung des Unternehmens erfolgte im Juli dieses Jahres. Der Abgang der Gründer lag damit noch vor der Ankündigung von Intels Stellenabbau-Maßnahmen. Bis zu 15.000 Arbeitsplätze sollen demnach wegfallen, effektiv wären dies etwa 15% der Belegschaft.

Jeder einzelne der vier Gründer kann auf lange Karrieren und bedeutende Positionen bei Intel zurückblicken: CEO von AheadComputing ist Debbie Marr, ehemals Intel Fellow und Chefarchitektin der Advanced Architecture Development Group (AADG). Marr 33 Jahre lang bei Intel beschäftigt. Mikroprozessor-Architekt Jonathan Pearce war in seinen 22 Jahren bei Intel zum Principal Engineer und CPU Architect aufgestiegen.

Ebenfalls als CPU Architect tätig war Srikanth Srinivasan, der zuletzt die Frontend- und Backend-CPU-Teams bei Intels Advanced Architecture Development Group leitete. Der vierte Startup-Grunder ist Mikroprozessor-Architekt Mark Dechene, der bei Intel Principal Engineer und CPU-Architekt in der AADG war, wo er das Team für die Speicherausführungsarchitektur leitete. Dechene war 16 Jahre lang bei Intel tätig. Zusammengenommen blicken die vier Gründer auf über 80 Jahre Arbeitserfahrung bei Intel zurück.

Auch die Gründer von Habana Labs formieren ein neues Startup

Auch David Dahan und Ran Halutz haben Medienberichten zufolge Intel verlassen, um in Tel Aviv ein neues KI-Unternehmen namens Touchzu formieren. Dahan und Halutz sind die Gründer des israelischen KI-Unternehmens Habana Labs, die sich unter anderem für die Entwickler der KI-Beschleuniger der Gaudi-Reihe verantwortlich zeigten.

Intel hatte Habana Labs im Dezember 2019 für 2 Mrd. US-$ übernommen. Damals hatte das Unternehmen angesichts rückläufiger Zahlen im CPU-Geschäft einen aggressiven Expansionskurs Richtung KI-Technologien eingeschlagen. Auch Avigdor Willenz, der Das Unternehmen schon zuvor verlassen hatte, wird sich dem neuen Startup als Chairman anschließen.

Intel hat bislang zwei von Habana entwickelte KI-Prozessoren - Gaudi 1 und Gaudi 2 - auf den Markt gebracht, konnte damit aber aber dem Marktführer Nvidia kaum Marktanteile abnehmen. Die dritte Generation, Gaudi 3, soll im Laufe des Jahres 2024 auf den Markt kommen.

Welchem Gebiet sich das Start-Up Touch genau widmet wird ist noch nicht bekannt. Es wird spekuliert, dass das Unternehmen an Inferenzprozessoren arbeitet. Diese sollen nicht wie die Gaudi-Reihe für den Einsatz in großen Rechenzentren gedacht sein, sondern sind für den Einsatz in kleineren Unternehmen und lokalen Serverfarmen optimiert.

(sg)

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