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Anwendungsmöglichkeiten von Federkontakten
Federkontakt-Leisten sind die am meisten verwendete Verbindung zwischen zwei oder mehreren Leiterplatten. Den möglichen Anwendungen sind einzig durch die Fantasie des Konstrukteurs Grenzen gesetzt.
Da modulare Geräte immer populärer werden, nimmt auch die Anzahl der Leiterplatten in Produkten zu. Federkontaktleisten stellen eine mögliche Lösung für das Kontaktieren von parallelen oder rechtwinkligen, vertikalen oder horizontalen Leiterplatten dar und erlauben eine einfache Kombination von Mehrfachplatinen. Ungenauigkeiten infolge nicht-paralleler Befestigung oder eines Verwerfens der Leiterplatte werden durch den Federkontakt ausgeglichen.
Stapeln von Leiterplatten und Blindstecken
Aufgrund des begrenzten Platzangebotes müssen Leiterplatten zunehmend gestapelt werden. Deshalb wird die Möglichkeit des Blindsteckens immer wichtiger. Mit herkömmlichen Buchsen- und Stiftleisten kann eine Fehlausrichtung der Kontakte zu Schäden sowie zu schlechten Verbindungen führen.
Federkontakte eignen sich für derartige Anwendungen, weil kein Einstecken erforderlich ist. Die Verbindung erfolgt, sobald die Stifthülse eine leitende Oberfläche berührt. Die Kontaktoberflächen sind meist größer als der Kontaktfederstift, so dass Ausrichtungsprobleme vermieden werden.
Federkontakte vereinfachen nicht nur die Fertigung, sind sie auch dann von Vorteil, wenn sie als Schnittstelle zur Außenwelt eingesetzt werden. Bei tragbaren Geräten unterstützen Federkontakte im Batteriefach das Einlegen und Entfernen der Batterien. In Ladestationen erleichtern sie die Lade- und Signalfunktionen.
Da Federkontakte in jedes System einfach integriert werden können, und zwar mit zahlreichen Möglichkeiten bezüglich Höhe, Hub und Federkraft, ermöglichen sie eine solide Verbindung, sie erlauben Blindstecken und sie tolerieren eine gewisse Fehlausrichtung, wenn die Batterie oder das Gerät in die Aufnahmevorrichtung gelegt werden. Aufgrund dessen wählt man Federkontakte bevorzugt für Geräte aus, bei denen der Anwender die Verbindung herstellt.
Federkontaktstifte mit Lötkelchen oder Crimp-Anschlüssen sind für die Kabelkonfektion einsetzbar, wenn sie umspritzt oder mittels Einpresstechnik konfektioniert werden. Sie sind für Anwendungen geeignet, in denen ein Blindstecken oder Schnellanschluss gefordert ist, da sie insbesondere durch die gute Schock- und Vibrationsfestigkeit für eine häufige Handhabung und Kabelgewirr geeignet sind.
Allerdings finden Federkontakte nicht nur in Endprodukten Verwendung. Viele Laboratorien nutzen sie in automatisierten Funktionstestern, wo sie ein leicht zugängliches, aber höchst tolerantes und zuverlässiges Mittel zur schnellen Montage und Demontage der zu prüfenden Leiterplatte liefern.
Auswahlbeispiele für die Federkontakt-Technik
Mill-Max Mfg. bietet mit mehr als 70 Produktfamilien ein umfassendes Sortiment standardisierter Federkontakte und Federkontakt-Steckverbinder. Im Angebot sind ein- und doppelreihige Sockel für Durchsteck-, Oberflächenmontage und Leitungsanschluss, die mit verschiedenen Optionen bezüglich der Kräfte, des Hubs und der Höhe lieferbar sind.
Für robuste Anwendungen gibt es derzeit neun Federkontakt-Steckverbinder, die seitliches Stecken ebenso tolerieren wie Blindstecken, Überkompression, hohe Schock- und Vibrationsbelastung sowie andere raue Handhabungen durch den Anwender.
Die Kontakte der Serie 0850 werden mit einer 0,51 µm starken Vergoldung über einer Nickelschicht gefertigt und erreichen eine Lebensdauer bis zu 1 Mio. Steckzyklen. Weitere Merkmale sind erweiterte Lageroberflächen, eine großzügig bemessene Dicke der Körperwände sowie solide Stifthülsen und Federn aus Edelstahl.
Die High-Force-Feder bietet die doppelte Kraft wie Standard-Federkontakte und erlaubt Hübe bis zu 2,286 mm. Die Arbeitstemperatur reicht von –55 bis 125°C. Der Kontaktwiderstand von max. 20 mΩ hält Strombelastungen bis 9 A stand bei einem Temperaturanstieg von weniger als 10°C.
11. Anwenderkongress Steckverbinder
Branchentreff Steckverbinder im Juni in Würzburg
* Stephen Capitelli ist Leiter der Produktentwicklung bei Mill-Max Mfg. in Oyster Bay / USA.
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