Unternehmensführung Etablierter Hersteller, Lösungsanbieter und Top-Arbeitgeber

Redakteur: Margit Kuther

Rohde & Schwarz ist als Hardware-Hersteller weltbekannt. Doch nur wenige wissen, dass Rohde & Schwarz auch die benötigte Software selbst entwickelt. Dr. Rainer Storn stellt das Unternehmen vor.

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Dr. Rainer Storn: Der Leiter der Entwicklung „Software Flugfunkradios“ gibt Auskunft über den Bereich Software bei Rohde & Schwarz
Dr. Rainer Storn: Der Leiter der Entwicklung „Software Flugfunkradios“ gibt Auskunft über den Bereich Software bei Rohde & Schwarz

Rohde & Schwarz ist einer der führenden Lösungsanbieter in den Arbeitsgebieten Messtechnik, Rundfunk, Überwachungs- und Ortungstechnik sowie sichere Kommunikation. Darüber hinaus ist das Unternehmen aber auch ein gefragter Software-Hersteller.

Dr. Rainer Storn, Leiter der Entwicklung „Software Flugfunkradios“ berichtet im Interview mit der ELEKTRONIKPRAXIS über die neuesten Entwicklungen im Bereich Software und stellt zudem den Arbeitgeber Rohde & Schwarz vor.

ELEKTRONIKPRAXIS: Rohde & Schwarz ist ja eher als etablierter Hardware-Hersteller bekannt. Was macht man denn als Software-Entwickler bei diesem Unternehmen?

Dr. Rainer Storn: Die Entwicklung unserer Geräte hat sich im Laufe der Jahre sehr stark gewandelt. Beispielsweise betrug das Verhältnis von Hardware- zu Software-Entwicklungskosten bei den Funkgeräten früher 80/20, heute ist es 30/70. Das heißt, die Wertschöpfung durch Software hat jene durch Hardware bei weitem überholt.

Wir erfahren auch einen deutlichen Wandel in der Software-Technologie. Während die Software-Anteile bei traditionellen Funkgeräten überwiegend in Assembler geschrieben waren, programmieren wir heute in C oder C++ und nur noch in geringem Maße in Assembler. Insbesondere in den modernen SDRs (Software Defined Radios = Softwarebasierte Funkgeräte) verfolgen wir weitestgehend objektorientierte Konzepte.

Software-Entwicklern bietet Rohde & Schwarz demnach vielfältige Herausforderungen und ein breites Aufgabenspektrum.

Ja, das stimmt. Denn die funktionalen Anforderungen von SDRs sind so vielschichtig, dass man ein Fülle von Ingenieursdisziplinen beherrschen muss, um so ein Gerät bauen zu können. Das reicht von Betriebssystemen, Middleware und komplexen Zustandsmaschinen bis hin zu allen Schichten des OSI-Kommunikationsmodells.

Man muss also als Funkgerätehersteller auch Signalverarbeitung, Codierungstheorie, Medienzugriffsverfahren, Netzwerk- und Verschlüsselungstechnologien beherrschen.

Gibt es noch weitere prägnante Software-Themen, die bei der Entwicklung von Software Defined Radios berücksichtigt werden müssen?

Bei der Konfiguration und Verwaltung von solchen Funkgeräten öffnet sich ein weiteres Feld, wenn diese in einem Netzwerkverbund arbeiten müssen. Dann hat man die Thematik Netzmanagement und kann auch Programmiersprachen wie Java oder C# antreffen.

Was übrigens gerne vergessen wird, ist die Erstellung von automatischen Testsystemen, die quasi eigenständige Software-Projekte darstellen und einen erheblichen Anteil an den Software-Entwicklungskosten ausmachen. Dort eignen sich meist skriptbasierte Sprachen wie Python, Perl oder Tcl.

Eine besondere Herausforderung stellt sich übrigens dadurch, dass Funkgeräte durch die Forderung nach kurzen Hoch- und Durchlaufzeiten vom Typ „embedded“ sind. Aus diesem Grund verlangen sie nach besonders effizienter Programmierung, trotz moderner Software-Konzepte wie OOP.

Zu guter Letzt fordern unsere Kunden hohe Qualität, so dass wir eine Entwicklung nach den Standards V-Modell, IEEE 12206 oder DO-178B einhalten und nachweisen müssen.

Wie würden Sie Rohde & Schwarz als Arbeitgeber beschreiben?

Rohde & Schwarz ist ein sehr technik-orientiertes Unternehmen, wo großer Wert auf Innovation und Qualität gelegt wird. Wir wollen unbedingt die Besten auf unserem Gebiet sein und Premiumprodukte herstellen. Bei uns kann man das Wissen, welches man sich im Studium angeeignet hat, wirklich einsetzen und muss es sogar beständig ausbauen, damit Hochtechnologie an vorderster Front entwickelt werden kann.

Gleichzeitig ist Rohde & Schwarz als Familienunternehmen mit noch überschaubarer Größe immer noch sehr persönlich. Man kennt sich, schätzt und hilft sich, auch über Fachgebiete hinweg. Das sehe ich als große Stärke.

Friedrich Schwarz, der Sohn des Firmengründers Hermann Schwarz, hat einmal gesagt, dass eines der wichtigsten Dinge der gegenseitige Respekt ist, und das wird bei uns wirklich gelebt. Man arbeitet miteinander und nicht gegeneinander.

Wie sind Sie zu Ihrer Position Leiter der Entwicklung Software Flugfunkradios bei Rohde & Schwarz gekommen?

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