Application-Lifecycle-Management-Tools Eine gemeinsame Basis von Anforderung bis Test

Autor / Redakteur: Kerstin Nagel* / Martina Hafner

Das Werkzeug für das Application Lifecycle Management MKS Integrity wurde 2008 in einer Vergleichsstudie zu Requirements Management Tools in mehreren Kategorien mit der höchsten Punktzahl ausgezeichnet. Mit der neuen Version, die dieses Jahr auf den Markt kommt, stellt Anbieter MKS zahlreiche Neuerungen für das Testmodul vor, das dann komplett in das Anforderungsmanagement integriert sein wird.

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Bereits seit Jahren wird im Softwareentwicklungsbereich die Idee des Application Lifecycle Management (ALM) propagiert. Der Grundgedanke ist, dass Software im Allgemeinen nicht von einem einzigen Team entwickelt wird, sondern in einem Prozess, an dem verschiedene Gruppen mit unterschiedlichen Aufgaben beteiligt sind. Der Entwicklungsprozess teilt sich häufig in die Phasen Anforderungsmanagement, Configuration Management, Test Management und Change Management auf, wobei jede Gruppe über eigene Tools verfügt, um ihre Aufgaben umzusetzen.

Um einen Überblick über den Stand der Entwicklung, die insgesamt benötigten Ressourcen und die tatsächlichen Kosten zu bekommen, ist es nötig, alle an der Entwicklung beteiligten Gruppen miteinander zu vernetzen, so dass der gesamte Lebenszyklus der Anwendung kontrolliert werden kann. Durch ALM ist es möglich, Entwicklungsschritte komplett nachzuvollziehen und zum Beispiel vorauszuberechnen, welchen Einfluss nachträgliche Änderungen auf das Gesamtprojekt haben würden.

Dashboard: Management Dashboards zum Überblick über den gesamten Application Lifecycle in Echtzeit (Archiv: Vogel Business Media)

Ein bekannter Anbieter auf diesem Markt ist das Unternehmen MKS, ein kanadischer Softwarehersteller, der seit seiner Gründung 1984 seine Plattform kontinuierlich zu einer ALM-Lösung weiterentwickelt hat und heute mit einer einzigen Lösung für den gesamten ALM-Prozess am Markt auftritt. Das besondere an der Plattform namens MKS Integrity ist, dass bestehende Produkte für Anforderungs-, Konfigurations- und Test Management nicht einfach zusammengefügt wurden, sondern die komplette Plattform auf einer einzigen, gemeinsamen Architektur basiert. So können sämtliche Daten in einem einzigen Repository abgelegt werden. Die einheitliche Architektur und die gemeinsame Datenbank sind Grundvoraussetzung für eine funktionierende ALM-Lösung. Schnittstellen zwischen den einzelnen Entwicklungsphasen werden vermieden und die zur Kontrolle benötigte Durchgängigkeit erzielt.

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Anforderungsmanagement mit MKS Integrity

Document View: Einfaches Erfassen von Anforderungen in einer Word-ähnlichen Oberfläche überbrückt die Lücke zwischen nichttechnischen und technischen Gesprächspartnern (Archiv: Vogel Business Media)

Die Entwicklungsphase, auf die viele Softwarefirmen mittlerweile großes Augenmerk richten, ist das Anforderungsmanagement. Noch vor wenigen Jahren waren es in erster Linie Automobilhersteller und -zulieferer, die ihre Prozesse in diesem Bereich besser kontrollieren wollten, nun erkennen immer mehr Unternehmen wie wichtig es ist, bereits bei den Anforderungen an die zu entwickelnde Software fest definierte Prozesse einzuhalten. Problematisch ist oft, dass die Personen, die die Anforderungen definieren und erfassen, aus Marketing- oder Managementbereichen kommen, so dass die meist sehr technischen Tools wenig Akzeptanz finden. Um diese Lücke zu schließen werden in MKS Integrity die Anforderung in einer Word-ähnlichen Oberfläche erfasst und können entsprechend formatiert werden. Das Einfügen von Grafiken und Tabellen ist ebenfalls möglich.

Ein weiterer Punkt, in dem sich MKS Integrity deutlich von anderen Werkzeugen unterscheidet, ist die Wiederverwendung von Anforderungen. Während die effiziente Wiederverwendung von Source Code seit Jahren gängige Praxis ist, ist diese Funktion im Bereich Anforderungsmanagement noch selten zu finden, obwohl sie bei Anwendern stark gefragt ist. Die meisten Produkte erstellen eine Kopie des bereits einmal verwendeten Anforderungsdokumentes. Dies hat den Nachteil, dass einerseits die Datenbank aufgebläht wird und andererseits die gesamte Historie, die am Ursprungsdokument hängt, verloren geht.

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