Displays im Wandel der Zeit Die Welt der Flachbildschirme im Wandel der Anforderungen

Michael Marks *

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1984 waren Flüssigkristallanzeigen als Segmentanzeigen ausgelegt. Muttergläser boten 11“ x 11“, schlechten Blickwinkel und Kontrast und waren teuer. Viele gaben der Technologie damals keine große Chance.

Wünsche europäischer Kunden: Touch-Lösungen in Verbindung mit Schutzgläsern (Cover Glass)(Bild:  © sines - Fotolia)
Wünsche europäischer Kunden: Touch-Lösungen in Verbindung mit Schutzgläsern (Cover Glass)
(Bild: © sines - Fotolia)

Wer Flüssigkristallanzeigen 1984 als chancenlose Technik sah, muss heute feststellen: Irren ist menschlich. Die ersten grafikfähigen LCD- und Punkt-Module erblickten das Licht der Welt und konkurrierten mit LED und VFD (Vacuum Fluorescence Display), jedoch ohne Ansteuerung. Die Frage nach der besten Ansteuerung hat sich über die Jahre kontinuierlich gehalten.

Mit den Jahren kamen Technologien wie STN, FSTN, DSTN und viele mehr, welche die Hauptparameter Blickwinkel und Kontrast entscheidend verbesserten und die Module in ihren Auflösungen und Größen wachsen ließen. Ein weiterer Meilenstein war die Beleuchtung der passiven Flachmänner in Kombination mit dem entsprechenden Controller on Board – der einfache Luxus. Dennoch fehlte die Farbe als entscheidendes Merkmal.

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Mitte der 80er Jahre erfolgen Versuche, aber so recht konnte man gegen die Röhre nicht konkurrieren. Den Durchbruch schafften Ende der 80er die TFT-Displays. Ein schier grenzenloser Markt tat sich auf. Der Anbieterkreis, nun nicht mehr eine rein japanische Domäne, wuchs explosionsartig. Die TFT-Anzeige verdrängte mit der Zeit ältere Technologien wie EL, VFD, CTR und mechanische Anzeigen bzw. ließ deren Verbreitung nur noch in Spezialgebieten zu. Gleichzeitig wurden auch neue Anzeigen wie OLED erfunden und in den Markt gebracht.

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Was der Displaymarkt heute bietet und was nicht

Dem Anwender bietet der Displaymarkt heute:

  • Das Standardportfolio unser asiatischen Anbieter der TFT-Welt
  • Kundenspezifische oder semikundenspezifische Lösungen
  • Ein breites Feld an Accessoires, u.a. Touch-Panels, Cover Glas, Ansteuerbausteine

Und was bietet der Displaymarkt nicht? Kompatible, gegenseitig austauschbare Module. Bis auf wenige Ausnahmen hat sich dieser Zustand im Lauf der Jahrzehnte nicht verändert. Ich rechne mit keiner schnellen Änderung, da (fast) alle TFTs als kundenspezifische Lösungen zur Welt kamen und erst im Laufe der Zeit in das Spektrum der Standardanzeigen umsiedelten.

Displays für die Bereiche Consumer und Industrie

Der Markt lässt sich in die zwei großen Bereiche Consumer-Markt und industrieller Markt unterteilen. Im Consumer-Markt dominieren die Diagonalen und die Auflösungen. Displays mit Formfaktoren von 23,5“ bis 80,0“ sind bereits als Serienprodukte erhältlich. Bei den 80-Zollern handelt es sich zum Teil um 4K2K Displays mit bis zu 700-2000cd/m², die eine (Semi)Außenanwendung (z.B. Flughafengebäude) zulassen. Die Außenabmessungen eines 80-Zollers können bis zu 1,82 m x 1,04 m betragen. Für solche Glasflächen benötigt man TFT-Muttergläser der 10. Generation. Als nächster Schritt im Jahr 2015 stehen Diagonalen von bis zu 120 Zoll, mit einer Auflösung 4K2K, 3840 Pixel x 2160 Pixel, 500 cd/m² und einer Außenabmessung von 2,70 m x 1,50 m auf der Liste der Hersteller. Diese Displays können sowohl im Portrait als auch im Landscape betrieben werden. Neben den TV-Anwendungen finden diese Auflösungen unter dem Oberbegriff Digital Signage eine Heimat.

Weitaus größer ist der industrielle Markt in Europa: Hier sind Diagonalen von 1,77 bis 23,5 Zoll vertreten. Ein erkennbarer Trend geht in Richtung Wide-Format mit dem Bildschirmverhältnis 16:9 bzw. 16:10 bei größeren Diagonalen. Um die Blickwinkel konstant für alle Richtungen zu halten, ist eine MVA- bzw. IPS-Technologie unerlässlich. Eine weitere Optimierung bietet die IGZO- (Indium Gallium Zink Oxid)Technologie. Hierbei liegen die Stromschaltzeiten bei Ion/Ioff bei 109. Im Vergleich dazu liegt das Basismaterial der TFT-Fertigung, Alpha Si (a-si; amorphes Silizium) bei 106. Das Ergebnis sind höhere Auflösungen bei kleinerer Fläche, schnellere Bildaufbauzeiten und eine energieärmere Funktion.

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