Rückblick Power of Electronics 2025 Die Hardware-Entwicklerplattform mit dem 360-Grad-Blick

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 5 min Lesedauer

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Von den Grundlagen bis hin zur High-End-Entwicklung: Beim zweitägigen Fachkongress „Power of Electronics 2025“ konnten die über 300 Teilnehmer Vorträge aus insgesamt sechs Thementracks hören und eine Podiumsdiskussion sowie eine Keynote erleben.

Willkommen zur Power of Electronics: Zwei Tage volles Programm mit sechs Themensträngen, einer Podiumsdiskussion am ersten und einer Keynote am zweiten Kongresstag. (Bild:  Stefan Bausewein)
Willkommen zur Power of Electronics: Zwei Tage volles Programm mit sechs Themensträngen, einer Podiumsdiskussion am ersten und einer Keynote am zweiten Kongresstag.
(Bild: Stefan Bausewein)

Zum Fachkongress Power of Electronics 2025 kamen über 300 Teilnehmer in das Vogel Convention Center nach Würzburg. Gleichzeitig hat der Kongress bewiesen: Das neue Konzept einer themenübergreifenden Veranstaltung geht auf. Aus ehemals fünf separaten Veranstaltungen wie den Cooling Days, Leistungselektronik, Stromversorgung und Leiterplatten ist eine integrierte Konferenzplattform entstanden, die Elektronikentwicklern einen echten 360-Grad-Blick auf ihr Fachgebiet bietet.

„Das Programm hat uns mehr gebracht als in den Vorjahren", fasst ein Teilnehmer das Stimmungsbild zusammen. Und diese Erfolgsgeschichte wird 2026 fortgeschrieben. Geplant ist ein erweitertes Workshop-Programm. Außerdem wird das 60-jährige Jubiläum der ELEKTRONIKPRAXIS einen ganz besonderen Rahmen bilden.

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Vom Silo-Denken zur vernetzten Community

Sechs Themenstränge und echtes Track-Hopping. Neben viel Fachwissen hatten die Teilnehmer auch die Möglichkeit, sich mit den Ausstellern auszutauschen und Hardware live zu erleben.(Bild:  Stefan Bausewein)
Sechs Themenstränge und echtes Track-Hopping. Neben viel Fachwissen hatten die Teilnehmer auch die Möglichkeit, sich mit den Ausstellern auszutauschen und Hardware live zu erleben.
(Bild: Stefan Bausewein)

Das neue Programmformat mit sechs parallelen Themensträngen, von Wärmemanagement (Cooling Days) über Leiterplattentechnik bis zur Relaistechnik, ermöglichte erstmals echtes Track-Hopping. Entwickler konnten flexibel zwischen den Vorträgen wechseln und sich ihren individuellen Lernpfad zusammenstellen.

„Die Leute haben wirklich mitbekommen: Ihr seid anders, ihr habt euch breiter aufgestellt, das Programm ist wertiger geworden“, berichtet Hendrik Härter, Redakteur der ELEKTRONIKPRAXIS. Besonders erfreulich: Nicht nur die Teilnehmer waren begeistert. Auch die Aussteller meldeten durchweg positive Resonanz. „Die Gespräche sind super gelaufen“, war der einhellige Tenor an den Messeständen.

Die Integration des Anwenderforums Relaistechnik und der Technologietage Leiterplatte in die Power of Electronics zahlte sich aus. Selbst die traditionell eher in sich geschlossene Relais-Community öffnete sich und besuchte Vorträge aus anderen Themenbereichen. Diese Durchmischung führte zu wertvollen neuen Perspektiven und Kontakten über Fachgrenzen hinweg.

Für jeden etwas dabei: Von Grundlagen bis Spitzentechnologie

Ein besonderer Erfolg war die ausgewogene Mischung der Themen. Der Grundlagen-Track mit Vorträgen zu physikalischen Basics des Wärmemanagements von Prof. Griesinger von der DHBW aus Stuttgart oder praktischen Methoden zur thermischen Analyse sprach gezielt Young Engineers und Berufseinsteiger an. Gleichzeitig bot die Konferenz Spitzenthemen wie Ultra-HDI-Leiterplatten mit Strukturbreiten unter 50 μm oder die neuesten Entwicklungen bei Wide-Bandgap-Halbleitern.

„Wir wollen über diese Grundlagenthemen eine neue Zielgruppe erreichen“, erklärt Michael Richter von der ELEKTRONIKPRAXIS die Strategie. Auch wenn die Studenten und Young Professionals noch nicht in gewünschter Zahl kamen, ist die Richtung klar: Power of Electronics soll zur Plattform für alle Entwickler werden. Vom Berufseinsteiger bis zum erfahrenen Hardware-Entwickler.

Hands-on statt Frontalunterricht

Konstantin Uhle-Wettler von Langer EMV zu den Themen Störfestigkeit und Störaussendung auf PCB-Ebene.(Bild:  Stefan Bausewein)
Konstantin Uhle-Wettler von Langer EMV zu den Themen Störfestigkeit und Störaussendung auf PCB-Ebene.
(Bild: Stefan Bausewein)

Ein besonderes Highlight war der EMV-Workshop von Langer EMV-Technik am ersten Kongresstag in der Gründerwerkstatt. In drei 90-minütigen Blöcken konnten Teilnehmer an speziell entwickelten Demo-PCBs experimentieren und direkt erleben, wie sich verschiedene Schaltungs- und Layoutentscheidungen auf das EMV-Verhalten auswirken.

Auch der 150-minütige Oszilloskop-Workshop von Tektronix oder die Einführung in die multiphysikalische Simulation von Comsol kamen bei den Teilnehmern gut an. Diese praktischen Elemente machten komplexe Themen greifbar und boten sofortigen Nutzen für die tägliche Arbeit als Entwickler.

Neu im Programm war auch das Thema agile Hardwareentwicklung. Der Vortrag von alpha-board und inovex zeigte eindrucksvoll, dass moderne Entwicklungsmethoden längst nicht mehr nur in der Software funktionieren. Cross-funktionale Teams, iteratives Arbeiten in Sprints und nutzerzentrierte Planung. Alles Konzepte, die auch in der Hardwareentwicklung Einzug halten.

Energiewende und strategische Technologien im Fokus

Für Gesprächsstoff sorgte am ersten Kongresstag die Podiumsdiskussion „Werden Wide-Bandgap-Halbleiter zur strategischen Technologie für Europa?“. Experten von TDK, Littelfuse, StarPower und Texas Instruments diskutierten mit den Redakteuren der ELEKTRONIKPRAXIS über Europas Position im globalen Technologiewettbewerb. Die Botschaft war klar: Ohne eigene Kompetenz in diesen Schlüsseltechnologien droht Europa den Anschluss zu verlieren.

Genauso spannend und technisch versiert war die Keynote „Geht eine komplette Energiewende?“ von Guido Körber (Code Mercenaries) am zweiten Kongresstag. Mit harten Fakten räumte er mit Mythen auf und forderte klare politische Rahmenbedingungen für die Transformation. Die anschließende Diskussion zeigte: Das Thema bewegt die Branche.

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Auch Nachhaltigkeit zog sich als roter Faden durch viele Vorträge: von der Aluminium-Leiterplattentechnologie über nachhaltige Baugruppenreparatur bis zu Konzepten der Circular Economy. Die Branche stellt sich ihrer Verantwortung.

Networking auf der Abendveranstaltung

Auf der Abendveranstaltung hieß es Networking bei gutem Essen und leckeren Getränken.(Bild:  Stefan Bausewein)
Auf der Abendveranstaltung hieß es Networking bei gutem Essen und leckeren Getränken.
(Bild: Stefan Bausewein)

Die Abendveranstaltung im Maschinenhaus des Bürgerbräu Würzburg war mehr als nur ein gemütlicher Ausklang. „Die Leute wollen nicht nur technische Hard-Facts, sondern sich auf persönlicher Ebene austauschen“, sagte Maria-Beyer Fistrich, Chefredakteurin der ELEKTRONIKPRAXIS.

Das bestätigte sich: Bis spät in den späten Abend wurden Kontakte geknüpft, Ideen ausgetauscht und gemeinsame Projekte angestoßen. Diese informelle Komponente macht Power of Electronics zu mehr als einer reinen Fachkonferenz. Sie entwickelt sich zum Community-Event der Elektronikbranche.

Bleiben Sie in Kontakt

Power of Electronics versteht sich als Community-Plattform für Hardware-Entwickler. Treffen Sie am 29. und 30. September 2026 in Würzburg Experten aus der Branche und knüpfen Sie Kontakte. Schauen Sie regelmäßig auf die Kongresswebseite, damit Sie keine wichtigen Themen und Termine verpassen.

Mehr Informationen

2026: Der nächste große Schritt

Der Termin für das Jahr 2026 steht bereits fest: Die Power of Electronics wird am 29. Und 30. September am angestammten Platz in Würzburg stattfinden. Geplant sind mehr Hands-on, mehr praktisches Arbeiten, mehr direkt anwendbares Wissen.

Eine besondere Kombination gibt mit dem am 28. September stattfindenden EMS-Tag, was einen zusätzlichen Mehrwert bieten kann. Während der EMS-Tag die Entscheiderebene anspricht, bietet Power of Electronics das technische Tiefenwissen. Eine ideale Kombination für Unternehmen, die beide Ebenen abdecken wollen.

Neue Themenfelder sind bereits in Planung: Die Lieferketten-Problematik, Recycling und Stoffkreisläufe sollen zusammen mit den Teilnehmern kritisch beleuchtet werden, eventuell in einer Podiumsdiskussion. Das Thema künstliche Intelligenz in der Elektronikfertigung wird an Bedeutung gewinnen. Ein möglicher Management-Track soll auch Führungskräfte und Entscheider gezielt ansprechen. Das 60-jährige Jubiläum der ELEKTRONIKPRAXIS 2026 bildet den perfekten Rahmen für diese Weiterentwicklung.

Die Power of Electronics 2025 hat bewiesen: Das Konzept einer integrierten, offenen Konferenzplattform funktioniert. Mit ihrer einzigartigen Mischung aus Grundlagen und Spitzentechnologie, Theorie und Praxis, etablierten Themen und Zukunftstrends hat sie sich als zentrale Anlaufstelle für Elektronikentwickler etabliert. Wer 2026 nicht dabei ist, verpasst nicht nur Vorträge, sondern auch den Anschluss an die Community, wichtige Impulse für die eigene Arbeit und die Chance, die Zukunft der Elektronikentwicklung mitzugestalten. Der Termin Ende September 2026 sollte in jedem Entwicklerkalender stehen. (heh)

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