Erforschung des Mars

Die Ahnen von „Curiosity“

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Neuer Aufbruch: Mars Pathfinder (1997)

Der Mars Pathfinder bestand aus zwei Modulen: Der stationären Landeeinheit, die mit Kameras und Messinstrumenten ausgestattet war, und dem Mini-Rover Sojourner.
Der Mars Pathfinder bestand aus zwei Modulen: Der stationären Landeeinheit, die mit Kameras und Messinstrumenten ausgestattet war, und dem Mini-Rover Sojourner.
(Bild: NASA)
In den neunziger Jahren vertrat NASA-Administrator Dan Goldin die Philosophie „Faster, better, cheaper“: Die Weltraumbehörde sollte die Budget-Einschnitte zum Anlass nehmen, kreativer zu werden, um trotz geringerer Mittel Ergebnisse Ergebnisse liefern zu können.

Dieser Ansatz war umstritten. Viele NASA-Veteranen der Apollo-Zeit beklagten, dass es dem Behördenchef, der 25 Jahre beim Technologiekonzern TRW verbracht hatte, an einer umfassenden Vision für Weltraumprojekte fehle.

Immerhin aber kehrte die Weltraumbehörde unter Goldin zum Mars zurück. Mars Pathfinder sollte die Vorhut einer Reihe unbemannter Expeditionen zum Roten Planeten darstellen. Die Sonde war vergleichsweise einfach ausgestattet. Sie besaß eine stereoskopische Kamera und und eine Art Wetterstation, die die Windgeschwindigkeiten auf der Marsoberfläche messen konnte.

Sojourner war das erste Roboterfahrzeug, das die Marsoberfläche erreichte. Der Rover war etwa 10 Kilo leicht und ungefähr so groß wie ein etwas größerer Schuhkarton.
Sojourner war das erste Roboterfahrzeug, das die Marsoberfläche erreichte. Der Rover war etwa 10 Kilo leicht und ungefähr so groß wie ein etwas größerer Schuhkarton.
(Bild: NASA)
Und vor allem besaß sie Sojourner, ein kleines Marsfahrzeug, das kurze Strecken auf dem Marsboden herumfahren konnte. Sojourner erwies sich als das große As im Ärmel der Pathfinder-Mission. Das Gerät, das in etwa die Größe eines großen Schuhkartons hatte, erforschte Felsbrocken, die im NASA-Jargon Namen wie "Barnacle Bill" oder "Yogi Bear" erhalten hatten. Dazu besaß es einen Sensor, der es ermöglichte, die chemische Zusammensetzung der Gesteinsbrocken zu analysieren.

Pathfinder war auch insofern eine kreative Lösung, da erstmals Airbags dazu benutzt wurden, die Sonde weich auf der Marsoberfläche landen zu lassen. Das Verfahren wurde später bei den Marsrovern „Spirit“ und „Opportunity“ wiederholt.

Da es in den USA offenbar nie ganz ohne nationales Pathos geht, wurde als Landetag für Pathfinder der amerikanische Nationalfeiertag, der 4. Juli 1997 gewählt. Zum Andenken an den im Vorjahr verstorbenen Wissenschaftler Carl Sagan, der sich für die Marsmission und den Rover eingesetzt hatte, erhielt der Pathfinder-Landeplatz den Namen „Carl Sagan Memorial Station“.

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