Intelligenz statt Kupfer Dezentraler Ansatz unterstützt die Energiewende
PV-Strom wird in immer größeren Mengen ungenutzt in die Verteilungsnetze geleitet. Netzbetreiber müssen deshalb Millionen in den Ausbau der Infrastruktur investieren. Mit einer neuen Lösung von Alpiq lässt sich das Netz deutlich einfacher und kostengünstiger stabilisieren.
Anbieter zum Thema

Dezentral produzierter Strom kostet die Verteilungsnetzbetreiber viel Geld. Denn immer mehr Eigenheimbesitzer setzen zwar auf PV-Strom, doch die meiste erzeugte Energie fließt ungenutzt in die Verteilungsnetze. Das hat einen einfachen Grund: Tagsüber, wenn viel Sonnenenergie produziert wird, sind nur wenige Menschen zu Hause. Dies führt zu Spannungs-problemen und einer Überlastung der Leitungen. Verteilungsnetzbetreiber müssen deshalb vor allem in ländlichen Regionen Maßnahmen zur Stabilisierung der Netze ergreifen.
Ein Weg, dies zu erreichen, ist der Ausbau von Leitungen und Transformatoren. Das ist aber teuer und aufwändig. Alternativ können Anlagen für Erneuerbare Energien abgeregelt werden; dies ist bei Spannungsproblemen auch gesetzlich gefordert. Doch auch dieses Mittel kostet die Netzbetreiber viel Geld.
Die Verteilungsnetzbetreiber mussten allein im Jahr 2014 den Betreibern von PV-Anlagen Entschädigungen von insgesamt 83 Millionen Euro zahlen. Deutlich günstiger wäre es, wenn die Haushalte größere Mengen des lokal erzeugten Solarstroms selber verbrauchten.
Das Verbrauchsverhalten lässt sich aber kaum steuern: Geduscht, gekocht und geheizt wird dann, wenn es nötig ist – oft am Abend und am Morgen, wenn die Sonne gar nicht oder kaum scheint.
Den Mittags-Peak abfangen

Doch es gibt noch einen anderen Weg, die lokal erzeugte Energie ohne ein Abregeln zu verbrauchen: Elektrische Großverbraucher im Haushalt werden dabei so gesteuert, dass sie die Energie aus der PV-Anlage auf dem eigenen Hausdach oder dem der Nachbarhäuser dann aufnehmen, wenn sie vorhanden ist. Im Schweizer Kanton Solothurn wird ein solches Lastmanagement mit Hilfe künstlicher Intelligenz in den kommenden 18 Monaten erprobt.
49 Boiler, 30 Wärmepumpen, vier Ladestationen, drei Hausbatterien sowie fünf PV-Anlagen eines Quartiernetzes wurden dazu mit der Technologie GridSense von Alpiq ausgestattet. 40 Einfamilienhäuser und Wohnungen der Gemeinde Riedholz sind an dem Projekt beteiligt.
GridSense sammelt Informationen über den Netzzustand, den Stromverbrauch, das Benutzerverhalten sowie die Stromerzeugung der PV-Anlage. Auf Basis dieser und weiterer Informationen berechnet die Technologie den idealen Zeitpunkt, um die elektrischen Großverbraucher, wie Wärmpumpen, Warmwasserboiler, Hausbatterien und Elektrofahrzeuge, je nach vorhandener Strommenge, zu- oder abzuschalten.
Die Geräte werden so gesteuert, dass sie nicht zu früh vollständig geladen sind und der Mittags-Peak auf diese Weise möglichst umfassend abgefangen werden kann. Idealerweise wird der PV-Strom direkt im Haus des Besitzers verbraucht oder aber in den anderen Haushalten des Quartiernetzes.
(ID:44071595)