Robotik auf der SPS 2025 Delta bündelt Cobot, KI und Simulation zur D-Bot Robotics Platform

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Zur SPS 2025 sortiert der taiwanesische Industriekonzern Delta Electronics seine Robotikstrategie neu: Mit der D-Bot Robotics Platform zieht der Anbieter Cobot-Hardware, KI-Funktionen, digitale Zwillinge und Partnertechnologien unter eine gemeinsame Architektur.

Delta zeigt auf der SPS 2025 die D-Bot Robotics Platform: Cobot, Edge-KI und Simulation greifen in einer gemeinsamen Architektur ineinander.(Bild:  Delta)
Delta zeigt auf der SPS 2025 die D-Bot Robotics Platform: Cobot, Edge-KI und Simulation greifen in einer gemeinsamen Architektur ineinander.
(Bild: Delta)

Im Kern soll es weniger um einen einzelnen neuen Roboter als um eine Plattformidee gehen. Delta fasst Cobots, mobile Systeme, Steuerung, Edge-Rechner und Software in einem durchgängigen Stack zusammen. Für Anwender heißt das: einheitliche Engineering-Werkzeuge, standardisierte Schnittstellen und die Möglichkeit, Automatisierung schrittweise auszubauen, vom einzelnen Cobot bis zur vernetzten Zelle. Zielgruppe sind nicht nur Großanlagenbauer, sondern ausdrücklich auch kleinere und mittlere Betriebe, die flexible Automatisierung ohne lange Integrationsprojekte suchen.

Cognibot bringt Wahrnehmung und Interaktion an den Cobot

Eine Neuerung ist das Cognibot-Kit. Es erweitert bestehende D-Bot-Cobots um kognitive Funktionen wie Sprachsteuerung, Gestenerkennung und kontextabhängige Reaktionen. Technisch setzt Delta auf ein Edge-Computing-Modul, die sogenannte Power AI Box. Dort laufen die KI-Modelle für Bild-, Audio- und Sensorfusion direkt an der Anlage, ohne Umweg über die Cloud.

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Für typische Industrieanwendungen ist das entscheidend: Spracheingaben, Lageerkennung oder Objektklassifikation müssen in Echtzeit funktionieren. Delta zielt damit auf Szenarien wie manuelles Einrichten von Zellen, flexible Pick-and-Place-Aufgaben oder wechselnde Produkte ohne aufwendige Neuprogrammierung. Interessant für Entwickler: Das Cognibot-Konzept ist als Nachrüstlösung gedacht und lässt sich in bestehende D-Bot-Installationen integrieren.

Digitale Zwillinge wachsen von der Planung in den Betrieb hinein

Einen starken Akzent setzt Delta auf Simulation und virtuelle Inbetriebnahme. Seit Ende 2024 integriert Delta das Omniverse von Nvidia und das Open-Source-Framework Isaac Sim in die D-Bot-Plattform. Zur SPS 2025 zeigt Delta erstmals durchgängige Real-to-Sim- und Sim-to-Real-Workflows.

Dabei werden Roboterzellen inklusive Kinematik, Sensorik und Materialfluss vollständig virtuell aufgebaut und getestet. Bewegungen, Kollisionen und Abläufe lassen sich vorab validieren und später auf die reale Anlage übertragen. Für Anwender bedeutet das kürzere Inbetriebnahmezeiten und weniger Anpassungen vor Ort. Für Leser aus der Elektronik- und Embedded-Entwicklung ist vor allem der Software-Stack relevant: Omniverse-Bibliotheken, offene APIs und die Anbindung an KI-Modelle für Motion Planning und Wahrnehmung.

Radar statt Lichtschranke: Safety neu gedacht

Neu im D-Bot-Ökosystem ist die Zusammenarbeit mit Waveye. Deren bildgebende Radartechnologie ergänzt klassische Sicherheitskonzepte um eine zusätzliche Wahrnehmungsebene. Das Radar erkennt Personen frühzeitig und unterscheidet zwischen Mensch und Maschine, auch dort, wo Kameras oder Laserscanner an Grenzen stoßen.

Delta integriert die Radarsensorik direkt in die D-Bot-Architektur. Ziel ist es, Mensch-Roboter-Arbeitsbereiche flexibler zu gestalten, ohne die Taktzeiten unnötig zu reduzieren. Für Entwickler interessant ist vor allem die Kombination aus Radar, 3D-Vision und KI-Auswertung: Sie zeigt, wohin sich sichere Robotik jenseits starrer Schutzzäune entwickelt.

Mit der D-Bot Robotics Platform positioniert sich Delta klar als Systemanbieter. Der Ansatz folgt einem Trend, der auf der SPS 2025 bei mehreren Herstellern sichtbar wird: Robotik, KI und Simulation wachsen zusammen, Engineering verschiebt sich zunehmend in den virtuellen Raum, und Edge-KI wird zur Schlüsselkomponente. (mc)

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