Private Solarförderung Wirtschaftsministerin plant Förderstopp neuer PV-Anlagen

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 2 min Lesedauer

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Die Diskussion um die Abschaffung der Solarförderung sorgt in Deutschland für heftige Kontroversen. Während Wirtschaftsministerin Katharina Reiche der Meinung ist, dass neue Solaranlagen auch ohne staatliche Unterstützung rentabel sind, warnt die Branche vor einem Rückschritt der Energiewende. Das Wachstum im Solarsektor könnte gefährdet sein.

Private PV-Anlagen: Wirtschaftsministerin Reiche möchte erreichen, dass sich neue Solaranlagen auch ohne staatliche Unterstützung rentieren.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Private PV-Anlagen: Wirtschaftsministerin Reiche möchte erreichen, dass sich neue Solaranlagen auch ohne staatliche Unterstützung rentieren.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Wie das Statistische Bundesamt aktuell mitteilt, waren im März 2025 hierzulande gut 4,2 Mio. Photovoltaikanlagen mit einer Nennleistung von insgesamt rund 98.300 Megawatt installiert. Im Vorjahresmonat hatte der Stand noch bei 3,4 Mio. PV-Anlagen mit einer Nennleistung von etwa 80.700 Megawatt gelegen. Kleinere Anlagen, etwa die sogenannten Balkonkraftwerke, sind in dieser Statistik nicht mitgezählt. Doch mit der stetigen Entwicklung der Photovoltaik-Technologie und dem zunehmenden Fokus auf erneuerbare Energien steht Deutschland vor einer bedeutenden Richtungsentscheidung hinsichtlich seiner Förderpolitik. Die Debatte um die Förderung privater Solaranlagen spitzt sich zu, insbesondere durch die jüngsten Äußerungen von Wirtschaftsministerin Katharina Reiche.

Die Förderung privater Photovoltaikanlagen (PV) war lange Zeit ein zentraler Baustein der deutschen Energiewende. Diese Einspeisevergütung sichert Betreibern einen festen Betrag pro eingespeister Kilowattstunde Strom für 20 Jahre. Doch die Diskussion um die Kosten und die Effizienz dieser Förderung wird immer lauter. Die Debatte erhält eine neue Dimension durch die diskutierten Änderungen seitens des Wirtschaftsministeriums.

Wirtschaftsministerin stellt private PV-Anlagen in Frage

Wirtschaftsministerin Katharina Reiche hat in einer kontroversen Ankündigung die Förderung privater PV-Anlagen in Frage gestellt. Sie argumentiert, dass neue Anlagen auf dem Markt bereits rentabel seien und keiner weiteren Förderung bedürften. Reiche fordert, dass auch kleinere Anlagen einen Beitrag zur Netzstabilität leisten sollen. „Die erneuerbaren Energien sollen insgesamt 80 Prozent und mehr der Stromerzeugung übernehmen“, erklärte ihre Sprecherin, womit sie eine stärkere Verantwortung vom Solarsystem hinsichtlich der Netzregelbarkeit verlangt.

Die Ministerin schlägt zudem vor, dass Betreiber von Ökostromanlagen sich an der Finanzierung des Netzausbaus beteiligen, um die Kosten der Energiewende insgesamt zu senken. Dieser Ansatz stieß bei Branchenvertretern, darunter dem Bundesverband Solarwirtschaft, auf deutliche Kritik, da sie einen Rückschlag für die dezentrale Energiewende befürchten.

Mehr Speicher und flexible Nutzungsmodelle

In einem Interview mit dem Deutschlandfunk am 11. August dieses Jahres betonte Prof. Dr. Andreas Bett vom Fraunhofer-Institut ISE die potenziell negativen Auswirkungen dieser politischen Kursänderung. Er unterstrich den Bedarf an mehr Speicherlösungen und flexiblen Nutzungsmodellen, um die Herausforderungen des wachsenden Solarstroms zu bewältigen. „Unser ganzes Energiesystem muss sich ja verändern“, sagte Bett. Das sollte insbesondere Elektronikentwickler motivieren, smarte Lösungsansätze zu entwickeln.

Insgesamt stellt sich die Frage, ob die aktuelle Förderpolitik den Anforderungen der modernen Energiewirtschaft gerecht wird, oder ob ein struktureller Wandel notwendig ist, um langfristig effektive, umweltfreundliche und wirtschaftlich nachhaltige Energieversorgung zu gewährleisten. (heh)

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