Logistiktochter der Deutschen Bahn DB Schenker soll für knapp 15 Milliarden Euro verkauft werden

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Seit Längerem versuchen die Verantwortlichen der Deutschen Bahn, das undurchsichtige Konzerngeflecht zu entschlacken und die angehäuften Milliardenschulden abzubauen. Gelingen soll das nun mit dem Verkauf der Logistiktochter DB Schenker; der dänische Logistikkonzern DSV soll den Zuschlag erhalten. Es werden Stellenstreichungen befürchtet.

DB Schenker soll vom dänischen Logistik-Mitbewerber DSV übernommen werden. Der Name würde dann verschwinden.(Bild:  DB Schenker)
DB Schenker soll vom dänischen Logistik-Mitbewerber DSV übernommen werden. Der Name würde dann verschwinden.
(Bild: DB Schenker)

Schon seit einer ganzen Weile versucht die Führung des Konzerns Deutsche Bahn, den Schuldenberg von mehr als 33 Milliarden Euro zu verkleinern, um so außerdem die jährlichen Zinsbeträge in dreistelliger Millionenhöhe zu drücken. Deswegen wurde bereits seit geraumer Zeit nach einem potenziellen Käufer für die lukrative Logistiktochter DB Schenker gesucht. Zuletzt hatten sich das dänische Logistikunternehmen DSV sowie der Private-Equity-Investor CVC Capital Partners für die Bahn-Tochter interessiert. Den Zuschlag, so wurde es am 13. September 2024 verkündet, hat indessen DSV erhalten. Freilich müssen der Bahnvorstand und der Bund der Transaktion erst einmal zustimmen.

Knapp 15 Milliarden Euro würden in die Kassen der Deutschen Bahn fließen, mit denen der Schuldenberg reduziert werden soll. Damit kaufe sich die Deutsche Bahn, so Analysten, vornehmlich Zeit, um die marode Bahn-Infrastruktur auf Vordermann zu bringen. Man wolle sich mit dem Verkauf von DB Schenker geschäftlich auf die gemeinwohlorientierte Schieneninfrastruktur in Deutschland sowie auf klimafreundlichen Personen- und Güterverkehr in Deutschland und Europa konzentrieren, so Vorstandsvorsitzender Richard Lutz.

Stellenstreichungen oder Zuwachs?

DSV und DB Schenker sind zwei der großen Logistiker im deutschen Raum; beide beschäftigen jeweils rund 75.000 Mitarbeiter weltweit und erwirtschaften im Jahr zusammengenommen einen Umsatz von knapp 60 Milliarden Euro (knapp 20 Mrd. Euro bei Schenker, knapp 40 Mrd. Euro bei DSV). Wenn sich zwei so große Unternehmen zusammenschließen, dann steht die Befürchtung im Raum, dass redundante Arbeitsplätze zusammengestrichen und damit Entlassungen im Raum stehen. Berichten der Zeit zufolge hatte etwa die Gewerkschaft ver.di CVC Capital Partners bevorzugt, weil ein weitreichender Stellenabbau befürchtet wird.

In einem internen Papier, das der Redaktion des Handelsblatts vorliegt (via Merkur), haben die Verantwortlichen von DSV intern mitgeteilt, „dass die Transaktion langfristig zur Schaffung von neuen Arbeitsplätzen führen soll.“ Es werde der Joberhalt für Beschäftigte in Nicht-Büropositionen versprochen. Generell wird ein Bild davon gezeichnet, dass man damit rechne, dass in fünf Jahren in der kombinierten Organisation von Schenker und DSV mehr Mitarbeiter beschäftigt wären, als es aktuell der Fall ist.

Kurzfristig gibt es allerdings weniger rosige Nachrichten. „Kurzfristig soll es jedoch zu einem Stellenabbau kommen – jedenfalls in den Verwaltungszentralen Essen und Frankfurt. Dem Handelsblatt zufolge soll es sich dort um 1.600 bis 1.900 Arbeitsplätze handeln, also etwa 13 bis 15 Prozent der Vollzeitstellen von Schenker in Deutschland“, heißt es. (sb)

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