Konjunktur Sind Engpässe passé? Materialknappheit verringert sich weiter

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Das Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo berichtet basierend auf Angaben aus der Industrie, dass sich die Materialverfügbarkeit an Vor-Corona-Niveaus annähert. Das Corona-Tief scheint also vorerst überwunden zu sein.

Im März 2024 steuert die Materialknappheit für das Verarbeitende Gewerbe das Vor-Corona-Niveau an.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Im März 2024 steuert die Materialknappheit für das Verarbeitende Gewerbe das Vor-Corona-Niveau an.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Eine anhaltende Materialknappheit bringt unterschiedlichste Nachteile mit sich, darunter Preisanstiege, Lieferengpässe und Wettbewerbsnachteile; viele von Ihnen können sicherlich ein Lied davon singen. Diese Probleme können die Wirtschaft beeinträchtigen und betonen die Wichtigkeit effizienter Ressourcennutzung und einen sorgfältigen Umgang mit knappen Materialien.

Ganz besonders stark spürten die Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe die Materialknappheit zu Coronazeiten, als weltweit die Förderung von Ressourcen und die Herstellung von Bauteilen eingeschränkt und teilweise stillgelegt wurde. Knapp 82 Prozent der Betriebe, die vom Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo im Dezember 2021 hinsichtlich der Materialknappheit befragt worden waren, berichteten von Beschaffungsschwierigkeiten; die Phase lässt sich nicht anders als unangenehmer Höhepunkt der Lieferprobleme beschreiben.

Die positive Nachricht: Von solchen Werten ist das Verarbeitende Gewerbe, jetzt im März 2024, weit entfernt. In einer neuerlichen Umfrage unter Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes berichtetet laut der Ifo-Auswertung im Schnitt nur noch etwa jedes zehnte Unternehmen von einer Knappheit bei Rohstoffen und Vorprodukten.

Vor-Corona-Niveau fast wieder erreicht

Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo Umfragen, beschreibt die aktuelle Lage mit den folgenden Worten: „Die Versorgung von Rohstoffen und Vorprodukten hat sich in der letzten Zeit deutlich verbessert. Die Situation entspricht inzwischen fast wieder dem Stand vor der Coronakrise.“ Natürlich spielt in die Materialverfügbarkeit nicht nur die Geschwindigkeit hinein, mit der Ressourcen abgebaut oder zur Verfügung gestellt werden können. „Der Tarifstreit bei der Deutschen Bahn wurde beigelegt und die Logistikbranche hat sich an die Verhältnisse im Roten Meer angepasst. Deshalb gibt es momentan weniger Probleme“, so Wohlrabe.

Im März 2024 liegt der durchschnittliche Wert 4,4 Prozent unter dem des Februar 2024; im Februar berichteten noch 14,6 Prozent der befragten Unternehmen von Engpässen, im März waren es entsprechend 10,2 Prozent. Dabei übersteigt der Anteil der von Lieferschwierigkeiten betroffenen Unternehmen in keiner Branche die 20 Prozent. Am stärksten betroffen sind Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten, Produzenten von elektrischen Ausrüstungen und die chemische Industrie; nachfolgend sehen Sie Details:

Knappheit von Vorprodukten im Verarbeitenden Gewerbe (Anteil der Nennungen in Prozent)

  • Verarbeitendes Gewerbe (Durchschnitt aus allen Bereichen): 10,2 %
  • Datenverarbeitungsgeräte: 18,2 %
  • Elektrische Ausrüstungen: 17,5 %
  • Chemische Industrie: 14,5 %
  • Maschinenbau: 14,4 %
  • Herstellung von Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwaren: 8,5 %
  • Gummi- und Kunststoffwaren: 8,0 %
  • Papiergewerbe: 7,8 %
  • Automobilindustrie: 7,2 %
  • Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln: 6,8 %
  • Herstellung von Textilien: 6,0 %
  • Herstellung von Metallerzeugnissen: 5,0 %
  • Herstellung von Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden: 4,9 %
  • Herstellung von Bekleidung: 4,6 %
  • Herstellung von Möbeln: 3,4 %
  • Druckerzeugnisse: 3,3 %
  • Metallerzeugung und -bearbeitung: 1,5 %
  • Getränkeherstellung: 0,0 %

Im Hinterkopf muss man trotz der guten Nachrichten dennoch die Angreifbarkeit der Lieferketten behalten; etwa mit Blick auf die Lage im Roten Meer. Die Diversifizierung der Lieferkette ist immer noch ein wichtiger Punkt, um Lieferschwierigkeiten zu umgehen. Auch stellt sich die Frage, ob die Nachfrage nach Ressourcen und Vorprodukten im März 2024 geringer war als im Vormonat.

Wenn Sie nach weiteren Einblicken und Details zu den einzelnen Branchen suchen, dann werfen Sie einen Blick in die Ifo Konjunkturperspektiven vom März 2024. Das PDF finden Sie auf der Webseite des Ifo Instituts(sb)

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