Krise bei Continental Conti: Einsparungen, Fokussierung – so soll’s mit Automotive weitergehen

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Im Rahmen des Kapitalmarkttages 2023 haben die Verantwortlichen von Continental die Pläne für die Automotive-Abteilung des Unternehmens konkretisiert. Neben Einsparungen und Ausgliederungen erwarten die Mitarbeitenden auch geringere Investitionen in die Forschung.

Continentals CEO Nikolai Setzer beim Continental Kapitalmarkttag 2023(Bild:  Continental)
Continentals CEO Nikolai Setzer beim Continental Kapitalmarkttag 2023
(Bild: Continental)

Im November 2023 teilten die Verantwortlichen des Reifenherstellers und Automobilzulieferers Continental mit, dass man Geschäfts- und Verwaltungsstrukturen des Bereichs Automotive aufgrund stärkender Maßnahmen für mehr Wettbewerbsfähigkeit verschlanken wolle. Insbesondere in der Verwaltung solle es dabei zu Stellenstreichungen im mittleren, vierstelligen Bereich bis zum Jahr 2025 kommen. Zum Kapitalmarkttag 2023 von Conti wollte man dann noch weitere Maßnahmen vorstellen, die am 4. Dezember 2023 kommuniziert wurden.

Zunächst wird das Geschäftsfeld User Experience der Automotive-Sparte organisatorisch unabhängig aufgestellt, um neue, strategische Optionen zu eröffnen. Die Abteilung User Experience, die sich unter anderem mit Displaylösungen, Head-up-Displays und digitalen Kombiinstrumenten beschäftigt, erwartet bis zum Jahresende einen Umsatz von 3,5 Milliarden Euro und verfügt über ein Auftragsvolumen von mehr als 7 Milliarden Euro.

Weiterhin werden Maßnahmen im Automotive-Geschäftsfeld geprüft, die im aktuellen Geschäftsjahr noch rund 1,4 Milliarden Euro zum Unternehmensumsatz beitragen sollen.

Kostenreduktionen im Automotive-Sektor

In der Automotive-Sparte sollen, diesmal etwas deutlicher kommuniziert, erst ab dem Jahr 2025 jährlich 400 Millionen Euro eingespart werden. Auch vorher wird es zu Einsparungen kommen, doch dieses Ziel soll dann erst 2025 erreicht werden. „Dazu werden unter anderem Verwaltungsstrukturen, Schnittstellen, Hierarchielevel und Komplexität reduziert sowie Entscheidungsstrukturen und Prozesse vereinfacht“, heißt es von Unternehmensseite.

Gespart wird auch an der Forschung und Entwicklung im Automotive-Bereich von Continental. Im Jahr 2023 wird mit Forschungs- und Entwicklungskosten von rund 12 Prozent des Umsatzes gerechnet, 2024 werden nur noch 11 Prozent aufgewandt, mittelfristig soll die Quote unter 10 Prozent fallen. Um die Einsparungen zu erreichen, sprechen die Verantwortlichen von Conti unter anderem von einer „verstärkten Bündelung der weltweit 82 Entwicklungsstandorte“.

Umsatzsteigerung und Erhöhung der Dividendenausschüttung

Was die finanziellen Ergebnisse des Gesamtkonzerns angeht, so teilt Continental Folgendes mit: „Kurzfristig (2 bis 3 Jahre) rechnet Continental mit einem Gesamtumsatz von rund 44 bis 48 Milliarden Euro und mittelfristig (3 bis 5 Jahre) von rund 51 bis 56 Milliarden Euro (Ausblick 2023: rund 41 bis 43 Milliarden Euro). Ferner wird Continental die Verselbstständigung von Geschäftsteilen sowie weitere Überprüfungen des Portfolios durchführen. Darüber hinaus hebt das Dax-Unternehmen den Korridor für Dividendenausschüttungen auf rund 20 bis 40 Prozent vom Nettoergebnis (bisher rund 15 bis 30 Prozent) an.“

Für ContiTech hingegen wird mittelfristig die Fokussierung aufs Industriegeschäft weiter fortgesetzt, und als industrielle Wachstumsfelder dieser Abteilung werden vor allem Bau-, Land- und Energiewirtschaft sowie Interieur Design gesehen.

Continentals Materialkompetenz mit Gummi und Kunststoffen wird im Falle von ContiTech vor allem für Riemen, Schläuche, Fördergurte und Oberflächen eingesetzt. Im Reifenbereich sieht Continental in den Thematiken Nachhaltigkeit, Elektromobilität und digitale Reifenservices Potenzial für weiteres profitables Wachstum. (sb)

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