Restrukturierungsmaßnahmen On Semiconductor baut bis zu 2.400 Stellen ab

Von Sebastian Gerstl 2 min Lesedauer

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Der Halbleiterhersteller On Semiconductor plant, im Zuge einer Umstrukturierung bis zu neun Prozent seiner Belegschaft abzubauen. Das geht aus einer Meldung des Unternehmens an die US-Behörde SEC hervor. Grund für die Maßnahmen, von der bis zu 2.400 Arbeitsplätze betroffen sind, sind die starken Umsatzrückgänge in der Automobil- und Industrieelektronik.

Firmenhauptsitz von On Semiconductor in Scottsdale, Arizona. Der auf Sensorik und Leistungshalbleiter spezialisierte Chiphersteller will im Rahmen einer Neuausrichtung bis zu 2400 Stellen ausbauen, um die Effizienz zu steigern und das Unternehmen besser auf zukunftsträchtigere Technologien wie SiC-Halbleiter auszurichten.(Bild:  On Semiconductor)
Firmenhauptsitz von On Semiconductor in Scottsdale, Arizona. Der auf Sensorik und Leistungshalbleiter spezialisierte Chiphersteller will im Rahmen einer Neuausrichtung bis zu 2400 Stellen ausbauen, um die Effizienz zu steigern und das Unternehmen besser auf zukunftsträchtigere Technologien wie SiC-Halbleiter auszurichten.
(Bild: On Semiconductor)

Nachdem On Semiconductor zum Jahresende 2024 große Verluste gemeldet hatte, hatte der Sensorik- und Leistungselektronikspezialist in einem Bericht an Investoren bereits durchblicken lassen, dass größere Umstrukturierungsmaßnahmen anstehen würden. Nun hat das Unternehmen in einem Schreiben an die US-Bundesbehörde SEC, die für die Regulierung und Überwachung der Wertpapiermärkte zuständig ist, konkrete Pläne dargelegt. Durch den Umbau der Unternehmensstruktur plane man demnach, bis zu 9 % der bestehenden Belegschaft abzubauen. Dies sei Teil einer langfristigen Strategie zur Optimierung der Produktionskapazitäten und zur besseren Anpassung an die sich wandelnden Anforderungen in den Kernmärkten. Bis zu 2.400 Arbeitsplätze würden durch diesen Umbau wegfallen.

Schwächelnde Absatzmärkte, Fokussierung auf SiC-Halbleiter

Ebenso wie andere Unternehmen aus der Halbleiterbranche hat auch On Semiconductor die aktuellen Schwankungen in der Nachfrage, vor allem aus dem Automobilbereich und dem industriellen Sektor, stark zu spüren bekommen. Daher habe man beschlossen, die Unternehmensstruktur anzupassen um effizientere Strukturen zu schaffen, sich von schwächelnden Produktionslinien zu trennen und die betriebliche Leistungsfähigkeit zu verbessern. Die Restrukturierung sei dabei nicht nur eine Reaktion auf die aktuellen Marktbedingungen, sondern auch ein Schritt zur Neuausrichtung des Unternehmens. Insbesondere der Produktionsbereich soll im Zuge der Umbaumaßnahmen angepasst werden, um sich mehr auf zukunftssichere Technologien wie Siliziumkarbid (SiC) zu konzentrieren.

Für das Gesamtjahr 2024 war der Umsatz von On Semiconductor auf 7,08 Milliarden US-Dollar. Das bedeutete einen Rückgang von 14,2 Prozent gegenüber 8,25 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023. Der Nettogewinn sank von 2,18 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 auf 1,57 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024. Der Umbau soll das Unternehmen wieder fit machen und zurück auf Wachstumskurs bringen. Wie aus der SEC-Meldung hervorgeht, rechnet On Semiconductor mit Restrukturierungskosten zwischen 50 und 60 Millionen US-Dollar. Diese entstehen durch Abfindungen, Sozialleistungen und weitere personalbezogene Ausgaben. Langfristig sollen die Maßnahmen jedoch Einsparungen von bis zu 115 Millionen US-Dollar pro Jahr generieren. Trotz dieser Herausforderungen bleibe das Unternehmen finanziell solide aufgestellt, mit einer stabilen Bruttogewinnmarge von rund 45 %.

Umstrukturierungen quer durch die Halbleiterbranche bemerkbar

Die Meldung von On Semiconductor reiht sich ein in die lange Liste der Halbleiterhersteller, die zum Jahreswechsel in Reaktion auf ein schwaches Wirtschaftsjahr 2024 umfassende Umstrukturierungen und Stellenkürzungen angekündigt haben. ST Microelectronics hat zum ersten Quartal 2025 an mehreren Standorten Produktionspausen eingelegt und könnte mittelfristig bis zu 3.000 Stellen kürzen. NXP hat nach einem Jahresumsatzminus von 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls einen „strategischen Umbau“ und Stellenkürzungen „in nicht-kritischen Bereichen“ angekündigt. Auch bei ams Osram kommt es zu einer Restrukturierung, der bereits im November die Ankündigung vorausgegangen war, dass bis zu 500 Stellen abgebaut oder nach Malaysia verlagert werden sollen. (sg)

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