Photonik-Chips sind ein wichtiger Wachstumsmarkt – auch in China. Durch gezielte Industrieförderung versucht die Volksrepublik stärker mit den US-Platzhirschen zu konkurrieren – auch mithilfe der Übernahme deutscher Firmen.
Signal- und Datenübertragung per Licht benötigt weniger Energie als die Kommunikation über Kupferkabel und Leiterbahnen. Hochintegrierte Photonik-ICs sind daher ein aufstrebender Wachstumsmarkt.
In kaum einem Segment wächst der chinesische Halbleitermarkt derzeit so rasant wie dem der Photonik-Chips. Die optische Datenübertragung, die wegen ihrer höheren Energie-Effizienz selbst bei großen Datenvolumen kaum Hitze erzeugt, gilt für Anwendungen in Rechenzentren, 5G-Basis-Stationen oder Lidar für die Fahrassistenz in der Automobilindustrie als die wichtigste Halbleiter-Technologie der Zukunft.
Und weil diese nachgeordneten Märkte nirgends so stark von der Regierung gefördert werden und so schnell wachsen wie in der Volksrepublik China, explodiert parallel dazu gerade der Markt für optische Schaltkreise auf Halbeitern in China. „Eine goldene Ära für Photonik-Chips hat in China begonnen“, titelte kürzlich das chinesische Fachmagazin Bandaoti Hangye Guancha.
Markt für Photonik-Chips wächst rasant
Allein in den vergangenen acht Jahren sei der Markt für Photonik-Chips in China von 800 Millionen US-Dollar auf 2,08 Milliarden US-Dollar gewachsen, was einem jährlichen Durchschnittswachstum von 17,3% entspreche, berichtet das chinesische Fachmagazin. Für die kommenden Jahre wird eine ähnliche schnelle Expansion erwartet.
Die Zentralregierung in Peking und chinesische Großkonzerne verstärken daher nun ihre Anstrengungen, eine heimische Industrie für Photonik-Chips aufzubauen und die Verdrängung ausländischer Anbieter aus dem chinesischen Markt nach und nach von einfachen Chips auf immer hochwertigere Produkte auszuweiten.
US-Firmen dominieren den Markt für Photonik-Chips
US-amerikanische Unternehmen wie Intel oder Nvidia dominieren momentan den globalen Markt für hochwertige Photonik-Chips. Europa, Japan und der Rest der Welt versuchen, aufzuholen. Chinas kommunistische Zentralplaner gehen dabei seit Ende 2017 sehr systematisch und gezielt vor.
Zu diesem Zeitpunkt hatte das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) ein Dokument namens „China Optoelectronic Device Industry Technology Development Roadmap (2018 – 2022) veröffentlicht. Die Vorgaben waren ebenso klar wie ehrgeizig: Von den 2017 nur drei Prozent Marktanteil bei Hochgeschwindigkeits-Photonik-Chips sollen chinesische Unternehmen bis 2022 bereits 20% beherrschen, bei einfacheren optischen Halbleitern 60%.
Regierungsgesteuerte Industriepolitik
Erste Erfolge dieser gezielten Industriepolitik sind schon sichtbar. Mit chinesischen Unternehmen wie Xinsijie, Jufei Optoelectronics, Raysees, Bright AI, Toptrans Optoelectronics, Lixin Optoelectronics, Yuanjie Semiconductur, Raycus Laser, Everbright Photonics oder Vertilite ist innerhalb weniger Jahre eine große chinesische Industrie für Photonik-Chips entstanden.
Der von den USA in ihrem Handels- und Technologiekrieg mit China gezielt angegriffene chinesische Tech-Konzern Huawei hat im März dieses Jahres in einen der Shooting-Stars der chinesischen optoelektronischen Industrie investiert – in das in Changzhou in der Provinz Jiangsu beheimatete Vertilite, das unter anderen Hochgeschwindigkeits-VCSE-Laser und andere modulare Lösungen für die Photonik-Industrie entwickelt.
Chinesische Gründer mit US-Knowhow
Die Gründer des Startups hatten in Stanford in den USA studiert. Für Huawei war diese Investition seit rund zehn Jahren bereits die zehnte in die gesamte Lieferkette für Photonik-Chips, berichten Branchen-Insider in Peking und Shanghai.
Schon im Jahr 2012 hatte Huawei damit begonnen, sich das nötige Knowhow in diesem Zukunftsfeld der Halbleiter-Industrie durch Fusionen und Übernahmen im Ausland zu beschaffen. Damals übernahm Huawei mit Chip Technologies ein Forschungszentrum für integrierte Photonik in England. Ein Jahr später kaufte sich Huawei das belgische Unternehmen Caliopa, das Technologie für die Produktion von Photonik-Chips entwickelt.
Auch deutsche Photonic-Expertise landet in China
Im letzten Oktober hat das chinesische Unternehmen „Suzhou Dawning Semi Technology Co., Ltd.” (Dawnsemi) den Berliner Photonik-Chip-Anbieber Sicoya GmbH übernommen. Es hat mehr als ein Jahr lang gedauert, bis man die Zustimmung deutscher Behörden gewonnen hatte.
Nun aber startet das ehemals deutsche Unternehmen in den Bereichen Silizium-basierte Photonik-Chips, optoelektronische Chips und entsprechende Module im „Zhangjiagang Shazhouhu Science Park“ in Suzhou so richtig durch. Schon im dritten Quartal dieses Jahres will man die Produktion in einer brandneuen Fabrik in China aufnehmen.
Der Bereich der Photonik-Chips sei wieder einmal ein Beispiel für eine junge Industrie, bei der China seine ausländischen Konkurrenten „in der Kurve überholen“ könne, jubeln chinesische Medien. Diese „spezielle goldene Ära“ habe nun für optische Halbleiter begonnen, glauben Bandaoti Hangye Guancha und andere Beobachter in China.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
* Henrik Bork ist Analyst bei Asia Waypoint, einem auf den asiatischen Markt fokussierten Beratungsunternehmen in Peking.