Umbau bei Intel CEO Lip-Bu Tan bestätigt angekündigte Strategie der Verschlankung

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Intels neuer CEO macht Ernst: Erst letzte Woche machte die Meldung von Massenentlassungen bei Intel die Runde. Die bestätigte Lip-Bu Tan nun quasi indirekt, indem er flachere Hierarchien und ein strengeres Arbeitsmodell ankündigte.

Sparkurs: Intel-CEO Lip-Bu Tan macht Ernst mit seiner Radikalkur des Unternehmens.(Bild:  Intel Corp.)
Sparkurs: Intel-CEO Lip-Bu Tan macht Ernst mit seiner Radikalkur des Unternehmens.
(Bild: Intel Corp.)

Trotz eines Quartalsumsatzes von 12,7 Milliarden US-Dollar, der über den Erwartungen lag, bleibt der Druck hoch. Intel verzeichnete im ersten Quartal einen Verlust von 400 Millionen US-Dollar. Die Märkte reagierten skeptisch: Die Aktie verlor nach Vorlage der Prognosen für das zweite Quartal mehr als sieben Prozent. In eine Mitteilung an die Belegschaft bekräftigte Lip-Bu Tan nun seinen Kurs, das mittlere Management zu verschlanken, den er schon als Mitglied des Aufsichtsrat gefordert hatte.

Hierarchien abbauen, Entscheidungen beschleunigen

Kern der geplanten Veränderungen ist eine Vereinfachung der Unternehmensstruktur. Laut Tan seien derzeit viele Teams über acht oder mehr Hierarchieebenen organisiert – eine Komplexität, die schnelle Entscheidungen behindere. Künftig soll die Struktur flacher und die Entscheidungsfindung schneller werden. Dazu zählt auch der Abbau von Stellen: Interne Quellen berichten von bis zu 22.000 betroffenen Mitarbeitern, etwa ein Fünftel der Gesamtbelegschaft.

„Ich war überrascht zu erfahren, dass in den letzten Jahren der wichtigste KPI für viele Manager bei Intel die Größe ihrer Teams war. In Zukunft wird dies nicht mehr der Fall sein. Ich glaube fest an die Philosophie, dass die besten Führungskräfte mit den wenigsten Mitarbeitern das Beste erreichen“, erklärt Tan in seiner Mitteilung.

Er will dabei keine halben Sachen machen: Statt also auf möglichst große Teams zu setzen, wie es in der bisherigen Unternehmenskultur üblich war, sollen künftig Leistung und Effizienz zählen. Der CEO fordert die Beschäftigten auf, Verantwortung zu übernehmen und eigenständig Lösungen voranzutreiben. Überflüssige Meetings und langwierige Abstimmungen sollen der Vergangenheit angehören.

Technische Exzellenz solle wieder in den Mittelpunkt rücken

Neben der organisatorischen Verschlankung betont Tan die technische Expertise als wesentliches Element der Neuausrichtung. Intel soll sich wieder stärker auf seine Wurzeln als Technologieführer besinnen. Dazu will das Unternehmen seine Ingenieursabteilungen stärken und die eben beschriebenen administrative Hürden abbauen. Investitionen in Forschung, Entwicklung und Personal sollen Vorrang haben. Um diese Spielräume zu schaffen, kündigte Tan Sparmaßnahmen bei anderen Betriebs- und Investitionsausgaben an.

Auch das Arbeitsmodell wird gestrafft: Ab dem 1. September 2025 sollen hybride Mitarbeiter an vier statt wie bisher an drei Tagen pro Woche ins Büro kommen. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zu intensivieren und die Unternehmenskultur zu festigen.

Zukunft ungewiss, aber Kurs klar

Tan erklärte deutlich, dass der Weg kein leichter sein werde. Dennoch sei die Neuausrichtung notwendig, um Intel wieder an die Spitze der Branche zu führen. Angesichts der Herausforderungen – von wachsendem Wettbewerbsdruck bis zu massiven Investitionen in neue Fertigungstechnologien – dürfte es entscheidend sein, ob der neue Kurs bei den Beschäftigten und an den Märkten auf Akzeptanz stößt.

Ein weiteres Signal für einen strategischen Wandel: Tan traf kürzlich den CEO des Auftragsfertigers TSMC, um mögliche Kooperationen auszuloten. Damit könnte Intel einen bisher eher zögerlich verfolgten Kurs der Partnerschaften in der Chipproduktion deutlich intensivieren. Die kommenden Monate werden zeigen, ob Intel mit diesem umfassenden Umbau tatsächlich die Basis für eine erfolgreiche Zukunft legen kann. (mc)

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