E-Mobilität BYD läuft Tesla auf dem E-Automarkt den Rang ab

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Das vierte Quartal 2023 gestaltete sich für den chinesischen E-Auto-Hersteller BYD sehr positiv: Insgesamt 526.409 Elektroautos wurden von Anfang Oktober bis Ende Dezember 2023 verkauft. Damit verliert der bisherige Spitzenreiter Tesla in den Augen der meisten Analysten seinen Platz, weil er im gleichen Zeitraum „nur“ 484.507 Lieferungen erfüllt hat.

2023 hat BYD mehr als 3 Millionen E-Fahrzeuge und Plug-in-Hybride hergestellt.(Bild:  BYD)
2023 hat BYD mehr als 3 Millionen E-Fahrzeuge und Plug-in-Hybride hergestellt.
(Bild: BYD)

Mit einem Jahr-zu-Jahr-Wachstum von mehr als 62 Prozent bei den verkauften Elektrofahrzeugen im Dezember 2023 schließt der chinesische Fahrzeughersteller BYD das vierte Quartal ab. Dabei hat das Unternehmen so einige selbstgesetzte Ziele erreicht. Laut den Angaben von Anfang Januar 2024 hat es BYD geschafft, im Gesamtjahr mehr als 3 Millionen Fahrzeuge zu verkaufen, allerdings umfasst das sowohl E-Autos als auch Plug-in-Hybrid-Vehikel.

Von den allein im Dezember 2023 verkauften Autos, 341.043 an der Zahl, gingen übrigens rund 10 Prozent (36.095 Stück) über internationale Ladentheken. Mit diesen Zahlen und im Q4 2023 526.409 verkauften E-Fahrzeugen (errechnet aus den monatlichen freiwilligen Angaben BYDs (Oktober 2023, November 2023, Dezember 2023)) sehen die meisten Analysten BYD nun als neuen, erfolgreichsten Klassenprimus unter den E-Fahrzeug-Herstellern – und ein entthrontes Tesla.

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Tesla eingeholt

Denn Elon Musks E-Fahrzeug-Unternehmen lieferte im Q4 2023 „nur“ 484.507 Autos aus, wobei sich natürlich streiten ließe, ob sich „verkaufte“ tatsächlich mit „gelieferten“ Fahrzeugen gleichsetzen ließen. Das selbstgesetzte Ziel von zwei Millionen ausgelieferten Autos verfehlte Tesla mit insgesamt 1.808.581 Wagen im Jahr 2023 knapp – überflügelte damit aber die reinen E-Autos von BYD um etwa 200.000 Einheiten.

Schaut man sich die Zahlen zu den „produzierten“ Fahrzeugen an, die beide Unternehmen liefern, zeigt sich folgendes Bild: Tesla stellte im 4. Quartal 2023 494.989 Fahrzeuge her, ein Großteil davon Model 3 und Model Y. BYD stellte im 4. Quartal 2023 518.974 reine E-Autos her. Ein Punkt für BYD in diesem Fall. 

Enormes Export-Wachstum

Grundsätzlich ließe in diesem Konkurrenzkampf das Jahr 2023 als das Jahr von BYD bezeichnen, denn nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland ließ sich ein Wachstum verzeichnen. Die Exporte stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 334,2 Prozent (242.765 verkaufte Fahrzeuge). Bereits im Inland war BYD wenig überraschend Marktführer, nun macht sich der Hersteller also auf, den Rest der Welt zu erobern.

„Von der Führung auf dem chinesischen NEV-Markt über die Position als weltweit führender Verkäufer von NEV-Fahrzeugen bis hin zur Platzierung unter den Top Ten der globalen Automobilindustrie hat BYD das enorme Potenzial des Sektors für neue Energie eindrucksvoll demonstriert“, so die eigenen Worte der Verantwortlichen des Unternehmens.

Kampf an der Kasse

Aktienstrategen sehen bei dem Verkaufsaufschwung bei Tesla und BYD vor allem Preisnachlässe als Treiber, und nehmen an, dass vor allem Tesla in Zukunft aufgrund weggefallener E-Auto-Subventionen und -Vergünstigungen weiter auf Preissenkungen setzen muss, um die Nachfrage aufrechtzuerhalten (siehe Tagesschau.de). Bei BYD hingegen wird mitunter kritisch gesehen, dass das Unternehmen von staatlichen Subventionen im Preiskampf beziehungsweise bei den Herstellungskosten profitiert.

Ein ehrgeiziges Ziel von BYD ist übrigens auch, die Erde um 1 °C abzukühlen. Ob das allein über hohe Produktionsvolumen bei E-Autos zu erreichen ist? Nun, der Verein Deutscher Ingenieure VDI hatte erst im Dezember 2023 eine Analyse veröffentlicht, demnach sind E-Fahrzeuge nach heutigem Standard (2023) erst ab mindestens 65.000 zurückgelegten Kilometern klimafreundlicher als Diesel-Fahrzeuge oder Benziner. Die Batterie in E-Autos muss auch erst einmal richtig grün werden, nicht nur der Treibstoff. (sb)

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