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Im Gegensatz dazu zeigt Bild 2 eine moderne Implementierung eines Display-Subsystems. Anstelle des breiten parallelen Videobusses ist eine Serialiser-Funktion in den Grafik-Host integriert. Die DSI-Spezifikation (Display Serial Interface) der Mobile Industry Processor Interface Alliance (MIPI) bringt alle Voraussetzungen mit, zur ersten Wahl für künftige Plattformen zu werden.
Es handelt sich hierbei um einen auf SLVS-Technik (Scalable Low Voltage Signaling) basierenden, seriellen Punkt-zu-Punkt-Bus. Der Bus gliedert sich in einen schnellen Takt-Kanal (differenzielles Leitungspaar – „Lane“) und einen oder mehrere Daten-Kanäle. Die gegenwärtigen Lösungen stützen sich auf den offenen Industriestandard MPL-1 (Mobile Pixel Link-1). Die physische Übertragungsebene des MPL-1-Standards sieht nicht mehr als 3 Leitungen vor, sodass die entsprechenden ICs weniger Pins benötigen. Es kommen deshalb kleinere Gehäuse in Frage, und außerdem lassen sich innerhalb der Handheld-Geräte schmälere Flex-Kabel verlegen.
Der letztgenannte Aspekt entschärft ganz erheblich ein wichtiges Designproblem in Klapp-Handys. In diesen Produkten ist es nämlich erforderlich, die unter der Tastatur angeordneten Videosignalquellen mit dem auf der anderen Seite des Scharniers platzierten Display zu verbinden. Der extrem kleine, weniger als 100 mV betragende Spannungs-Hub auf den Signalleitungen sorgt für äußerst geringe Störaussendungen und eine niedrige Stromaufnahme. Moderne Displaytreiber verfügen über integrierte Frame Buffer und enthalten ebenfalls einen DC/DC-Wandler, sodass sie direkt aus dem Akku des Handheld-Geräts (Vbat) gespeist werden können.
Die LED-Treiber befinden sich innerhalb des LCD-Moduls und unterstützen mit 40-V-Prozesstechnologie problemlos bis zu 8 LEDs. Eine ALS-Funktion (Ambient Light Sensing) zur Erfassung des Umgebungslichts ist ebenfalls in den Grafik-Host oder das Displaymodul integriert. Hiermit lässt sich die Intensität der Hintergrundbeleuchtung automatisch an die Umgebungsverhältnisse anpassen. In den meisten Einsatzumgebungen führt allein dies zu einer unmittelbaren Senkung der Stromaufnahme. In der Zukunft dürften Display-Auflösungen im Bereich des Wide-VGA-Formats (800 × 480) die größte Verbreitung in Mobile-Video-Applikationen erlangen.
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