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Wie bedeutend ist das Internet der Dinge für Analog Devices und wie unterstützen Sie technologisch diese Entwicklung?
Für uns, wie für viele andere Firmen, ist das Internet of Things wichtig. Aber was heißt das für uns? IoT bedeutet vielfach, dass es in irgendeiner Form einen Knoten gibt, in dem sich oftmals ein Sensor befindet. Damit hat man einen Bezug zur realen Welt. Diese Sensorsignale müssen aufbereitet werden. Und es sind oftmals Signale, die aus einer verrauschten Umgebung kommen und sehr kleinsignalig sind. Diese müssen gewandelt und dann weitergegeben werden. Überall dort kommt die analoge Kernkompetenz von Analog Devices ins Spiel.
Dazu kommt dann das Thema Energieeffizienz, und hier haben wir ebenfalls über unsere eigenen Design- und Prozesstechnologien entsprechende Fachkompetenzen. Die Anbindung an das Netzwerk stellt gleichermaßen einen wichtigen Bestandteil der IoT-Gesamtlösung dar. Hier hat Analog Devices gerade angekündigt die Firma Innovasic zu übernehmen, ein führendes Unternehmen für deterministische Ethernet-Halbleiter und Softwarelösungen.
Geht man dann tiefer in die Systemebene und fokussiert auf die vertikalen Segmente, kann man noch mehr anbieten. Dann bietet man die Hardwareplattform zusammen mit einem entsprechenden Softwarepaket an. Das kann dann auch die zugehörigen Algorithmen beinhalten, um gemessene Daten bereits im Knoten zu analysieren und dann letztendlich nur noch das Ergebnis als Information ins Netzwerk weiterzugeben.
Obwohl wir das Thema IoT als interessantes und wichtiges Thema ansehen, das bei uns absolut im Fokus steht, muss man bei der Selektion sehr vorsichtig sein: Welchen Weg geht man wie weit und ich glaube, dass nicht nur ADI, sondern der gesamte Markt, zurzeit noch ein wenig in der Phase ist, wo es gilt herauszufinden, wo und wie man seine eigenen Stärken und Technologien so einbringen kann, dass am Ende wirklich das entsteht, was der Kunde oder die Applikation braucht.
Safety und Security gelten als technologische Treiber in einer zunehmend vernetzten Welt. Was bedeutet das für Sie?
Beim Thema IoT, Connectivity im Auto und bei allem was vernetzt wird, ist die Sicherheit ein sehr wichtiger Aspekt. Bei Analog Devices sehen wir das als kritische Technologie für unsere Kunden. Um Security als Teil unserer Systemlösungen unseren Kunden anbieten zu können, hat Analog Devices im August den Geschäftsbereich Cyber Security Solutions (CSS) von Sypris Electronics und deren Security Encryption Technologie gekauft.
Welche Entwicklungen sehen Sie jenseits der aktuell diskutierten Trends?
Es gibt Technologien, die traditionell vom Markt her einem Segment zugeordnet sind, aber irgendwann beginnen, Einfluss auf andere Märkte zu nehmen. Ein solches Beispiel ist 5G. Traditionell ist dies eine Kommunikationstechnologie für mobile Endgeräte und die Infrastruktur, aber für die Zukunft ist einer der Märkte, der die Anforderungen an 5G vor allem treibt, der Automobilmarkt
Für das autonome Fahren, mit welchem Fahrzeug auch immer, ist Kommunikation mit anderen Systemen sehr wichtig. Es reicht nicht, mit den Sensoren die Umgebung zu scannen, sondern es müssen auch über das Netzwerk zusätzliche Informationen ausgetauscht werden. Und das ist eben das Interessante: Eine Technologie, die in anderen Märkten als ihrem Ursprungsmarkt mehr und mehr Einfluss nimmt. Analog Devices ist hier als Firma gut aufgestellt, da wir eben nicht nur einen einzelnen, sondern verschiedene Märkte bedienen und über ein breites Spektrum an Technologien verfügen, die sich dann sehr schön zu neuen Anwendungen verbinden lassen.
Wird es bei der Architektur von Datenwandlern noch Fortschritte geben oder werden die bestehenden Architekturen, die ja seit den 1960er Jahren bereits bekannt sind, auf absehbare Zeit weiter Bestand haben?
Die heutigen Architekturen der Datenwandler sind sehr stabil und werden auch für die Zukunft die Basis darstellen. Es wird ausgehend von diesen Basisarchitekturen Verbesserungen geben, z.B. im Bereich der Energieeffizienz. Dafür geht man beispielsweise auf kleinere Prozesse, was es aber nicht gerade einfach macht, dieselbe oder auch eine bessere Performance zu erzielen. Dazu muss man kontinuierliche Optimierungen vornehmen, um diese Ziele überhaupt erreichen zu können.
Herr Steyerl, wir danken Ihnen ganz herzlich für das Gespräch!
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