Meilensteine der Elektronik

Analog Devices und die Analogtechnik von morgen

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Welche Versäumnisse sehen Sie hinsichtlich Fachkräftemangel/technischer Ausbildung in den Unternehmen und an (Hoch)Schulen/Universitäten? Passt die Ausbildung noch zum Bedarf?

Die Analogtechnik wird oft, und auf jeden Fall zu Unrecht, als altmodisch angesehen, während alles rund um die Themen Digital und Software als modern und cool gilt. Dabei ist die Analogtechnik gerade im Hardwarebereich sehr komplex und benötigt für ein gutes Design viel Erfahrung. Zusätzlich wird dieses Thema in den letzten Jahren auch relativ dünn in der Ausbildung behandelt, die richtige Balance zwischen analog und digital ist nicht mehr gegeben.

Für uns bedeutet dies, dass es schwieriger geworden ist, Fachpersonal im Analogbereich zu bekommen. Daher würde ich mir von den Universitäten wünschen, dass sie bei aller Wichtigkeit der Digitaltechnik wieder mehr Augenmerk auf die analoge Thematik legen würden.

Gute Nachwuchs- und Fachkräfte sind heiß umworben – wie begeistern Sie neue Fachkräfte für Ihr Unternehmen und wie halten Sie die guten Mitarbeiter?

Wir sind sehr stolz darauf, als amerikanische Firma und als Firma im Hochtechnologiebereich, eine sehr, sehr niedrige Fluktuation aufzuweisen. Und zwar nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. So haben wir, neben dem Standort Deutschland, in den USA sehr viele Mitarbeiter, die seit 20 oder 30 Jahren in der Firma sind, und das ist dort sehr unüblich. Aber dies gehört einfach zur Kultur von Analog Devices.

Zusätzlich sind wir ein sehr innovatives Unternehmen, was uns einerseits äußerst interessant macht, aber auch unseren Mitarbeitern sehr gute Möglichkeiten gibt, ihre eigene Kreativität darstellen und in Innovationen einbringen zu können. So schaffen wir es, gute Leute zu halten. Dabei gehen wir immer den Weg, einen gesunden Mix aus jungen und erfahrenen Mitarbeitern zu haben. Wir haben auch keine Altersgrenze, ab der nicht mehr eingestellt wird und stellen auch gerne ältere Mitarbeiter mit vielen Jahren an Berufserfahrung ein, um die gewünschte Mischung zu erzielen. Und das machen wir als Teil unserer Strategie.

Ein weiterer wichtiger Teil unserer Kultur ist die Tatsache, dass wir eine sehr flache Organisationsstruktur besitzen und eine Open-Door Policy pflegen. Das Überspringen von Hierarchien zum Erfahrungsaustausch wird nicht nur nicht krummgenommen, sondern ist sogar gewünscht, damit man auch auf den verschiedenen Ebenen unserer Organisation den Kontakt zur Basis und damit den Kontakt mit unseren Kunden nicht verliert.

Wie wird sich der Stellenwert von DACH und EU künftig entwickeln – steigen, gleich bleiben oder sinken?

Ein wichtiger Bestandteil der Strategie von Analog Devices ist es, Innovationen zu treiben. Das war in der Vergangenheit unsere Stärke und das wird auch in der Zukunft in unserem Fokus sein. In der EU, aber auch gerade in den deutschsprachigen Regionen, kommt der Erfolg über die Innovationskraft. Ich denke hier speziell an die Themen Automotive, Industrie 4.0, IoT, aber auch die über den Automobilbereich hinausgehenden Themenbereiche der Smart Mobility. Deshalb ist dies für uns auch ein strategischer Fokus.

Die Wichtigkeit ändert sich an dieser Stelle nicht, die EU und der DACH-Bereich werden in Zukunft genauso wichtig sein, wie sie in der Vergangenheit wichtig waren.

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