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Wie wirkt sich die zunehmende Digitalisierung auf Analog Devices aus?
Wir sind eine auf Analogtechnik spezialisierte Firma und die Digitalisierung bringt die Thematik mit, dass die reale Welt analog ist und dementsprechend physikalischen Prinzipien unterliegt. Dies wird von uns bereits entsprechend abgedeckt. Auf der anderen Seite machen wir uns natürlich Gedanken darüber, welche Information in der analogen und welche in der digitalen Domain am besten verarbeitet werden.
Stark vereinfacht kann man sagen, dass die Daten entweder in der analogen Domäne analysiert oder gefiltert werden können, oder eben auch in der digitalen Domäne. Dort, wo es sinnvoll ist, legen wir auch sehr starken Wert auf die digitale Seite. Aber wo liegt die Grenze und wie kann man das für die Systeme entsprechend optimieren? Und hier versuchen wir unsere Erfahrung entweder selbst, mit Partnern oder auch mit Hilfe von zugekaufter IP entsprechend zu erweitern. Die Analyse von Daten in der digitalen Domäne ist definitiv ein wichtiger Bestandteil unserer Strategie.
Wie geht Ihr Unternehmen mit dem Thema Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung (CSR) um? Wie wichtig ist das für Sie persönlich?
Analog Devices hat weltweit im Krisenfall schon immer Spendenaktionen seiner Mitarbeiter unterstützt, indem diese Spenden durch das Unternehmen verdoppelt werden. Diesen Ansatz werden wir auch in Zukunft beibehalten.
Was unsere eigene Fertigung angeht, so sind wir mit dem Motto „Clean Analog“ unterwegs. Wir versuchen, unsere eigenen Fabriken energieeffizient zu gestalten, und wir verwenden dabei unsere eigenen Technologien und Produkte. Das hat uns am Anfang beim Sammeln von Erfahrungen stark geholfen, mit dem Ergebnis, Verbesserungsvorschläge für unsere Kunden im Automatisierungsbereich zu erarbeiten.
Auch bei den Büros, wie zum Beispiel unserem neuen Büro am Standort München, achten wir nicht nur darauf, dass sich die Mitarbeiter wohl fühlen, sondern wir haben ganz bewusst ein Gebäude ausgewählt, welches eines der Topgebäude in Deutschland in puncto Energieeffizienz ist.
Wie sehen Sie die Marktposition von Analog Devices nach der Übernahme von Linear Technology (LTC)? Welche Chancen, aber auch welche Probleme sehen Sie bei der Integration?
Die Übernahme ist angekündigt, und die Genehmigungsprozesse in einigen Regionen sind bereits abgeschlossen. Trotzdem sind wir bis dato nach wie vor zwei separate Firmen und agieren auch so. Der Grund für die Akquisition ist die Komplettierung des Portfolios von Analog Devices. Die Übernahme von Hittite Microwave in 2014 hat unser Portfolio auf der RF-Seite ergänzt, die Übernahme von LTC wird sie auf der Power-Management Seite komplettieren. Damit werden wir dann in den für uns wichtigen Märkten Datenwandler, Power-Management, Verstärker, Interface und RF entweder die Nummer eins oder die Nummer zwei sein.
Das Thema Integration ist komplex, und wir bereiten diese natürlich sehr gut vor. Persönlich bin ich davon überzeugt, dass die LTC Akquisition erfolgreich sein wird. Die Kulturen der beiden Firmen sind sehr ähnlich, beide Firmen sind stark Engineering getrieben und besitzen eine ähnliche Kultur, auch im Umgang mit den Mitarbeitern. Beide Firmen bedienen ähnliche Märkte und Kunden, allerdings mit verschiedenen Technologien. Und das Portfolio ist, gerade durch die Stärke von LTC im Power-Management Segment, sehr komplementär. Daher gibt es sehr wenige Überlappungen, was normalerweise bei einer Integration zu Reibungen führen kann.
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