„Der Schock sitzt immer noch tief“ AMS Osram: Einziger MicroLED-Großkunde springt ab

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Speziell für die Herstellung von MicroLEDs haben die Verantwortlichen von AMS Osram in Kulim, Malaysia, ein teures Werk errichtet. Nun ist der Großabnehmer für die Technologie überraschend abgesprungen und das Werk vorerst überflüssig.

AMS Osram: MicroLED-Schlüsselprojekt wurde überrascehnd storniert.(Bild:  AMS Osram)
AMS Osram: MicroLED-Schlüsselprojekt wurde überrascehnd storniert.
(Bild: AMS Osram)

Das österreichisch-deutsche Unternehmen AMS Osram hatte am 28. Februar 2024 eine wenig angenehme Mitteilung zu machen. Ein Schlüsselprojekt des MicroLED-Programms wurde storniert; der dazugehörige Großkunde ist überraschend ausgestiegen. Weil es sich um das einzige Großprojekt in dem Sektor handelte, müsse man vonseiten AMS Osram jetzt die zur MicroLED-Strategie gehörenden Vermögenswerte hinterfragen.

Oder simpel ausgedrückt: Was soll mit der 8-Zoll-LED-Fabrik geschehen, die die Verantwortlichen von AMS Osram speziell für die MicroLED-Massenfertigung für viel Geld im malaysischen Kulim hochgezogen haben? Ganz zu schweigen davon, dass das Unternehmen viel Geld in die Forschung und Entwicklung der MicroLEDs investiert hat.

„Der Schock sitzt immer noch tief“, wird Vorstandschef Aldo Kamper aus einem Gespräch mit Analysten unter anderem von Reuters zitiert. „Wir wurden davon ebenso überrascht wie sie [sic!].“ Die vorläufigen Maßnahmen umfassen eine nicht Cash-wirksame Wertberichtigungen auf MicroLED bezogene Vermögensgegenstände und Goodwill in Höhe von 600 bis 900 Millionen Euro sowie ein leicht revidiertes Wachstum. „Änderungen in der Kapitalisierung von F&E-Aufwendungen für das microLED-Programm und geringere Zuteilungen von öffentlichen Fördermitteln werden die bereinigte, operative Marge (adj. EBIT) im Fiskaljahr 2024 mit EUR 30 bis 50 Mio. belasten“, wird aus dem Unternehmen mitgeteilt. Infolge der Ankündigungen brach die AMS-Aktie deutlich ein. 

Verlust des Großkunden bedeutet Einsparungen

MicroLEDs werden in einer Vielzahl von Anwendungen eingesetzt, darunter hochauflösende Displays für Fernseher, Smartphones, Tablets und Wearables. Sie finden aufgrund ihrer hohen Helligkeit, Energieeffizienz und Langlebigkeit auch in Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) Verwendung. Darüber hinaus werden MicroLEDs in der Automobilbeleuchtung, der medizinischen Bildgebung, der Signalisierung und in der allgemeinen Beleuchtung eingesetzt.

Um welchen Kunden es sich handelt, ist vonseiten AMS Osram nicht bekannt gegeben worden, doch aus Insiderkreisen heißt es, dass es sich um Apple handelt. Um den Verlust des Auftrags zu kompensieren, werden neben dem bereits laufenden Effizienzprogramm weitere Kosteneinsparungen in Erwägung gezogen, um die Negativauswirkungen auf die Profitabilität im Fiskaljahr abzuschwächen.

Mit dem laufenden Geschäft liegt die Gruppe immerhin unverändert im Plan und erwartet ein Umsatzwachstum im ersten Quartal 2024. „Auch die bereinigte, operative Marge (adj. EBIT), wird voraussichtlich weiterhin in der kommunizierten Spanne von 4 bis 7% vom Umsatz liegen, wobei die erwähnten Belastungen aufgrund geringerer F&E-Kapitalisierung und geringerer Fördermittel das Ergebnis innerhalb der Spanne belasten werden. Die Stornierung des Schlüsselprojekts wird auch zu einem verbesserten Cash-Flow-Profil der Gruppe über den Zeitraum der nächsten 24 Monate führen, etwa aufgrund geringerer Investitionen in Fertigungsausrüstung“, wird mitgeteilt. Die vollständige Nachricht aus dem Unternehmen kann auf der Webseite von AMS Osram eingesehen werden. (sb)

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