Wege aus der Krise gesucht Altera-Verkauf? Bei Intel soll noch mehr gespart werden

Von Susanne Braun 3 min Lesedauer

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Die Gerüchte zur wirtschaftlich schwierigen Lage der Intel Corporation brechen nicht ab. Nun wollen Insider haben durchblicken lassen, dass man unter anderem mit Investment-Banken eine noch stärkere Trennung von Produktdesign und Fertigungsgeschäft mit Intel Foundry in Erwägung zieht. Und vielleicht auch den Verkauf von Altera.

Möglicherweise wird der Verkauf von Altera in Erwägung gezogen, um bei Intel Kosten zu sparen.(Bild:  Intel Corp.)
Möglicherweise wird der Verkauf von Altera in Erwägung gezogen, um bei Intel Kosten zu sparen.
(Bild: Intel Corp.)

Nach dem nicht sonderlich erfreulichen Geschäftsjahr 2023 und den anhaltenden Schwierigkeiten im Jahr 2024 steht beim Konzern Intel ein Sparprogramm auf dem Menü. Unterschiedlichste Maßnahmen wurden bislang ergriffen, unter anderem der Verkauf wertvoller Aktien, die Ankündigung von Restrukturierungsprogrammen inklusive der Wegrationalisierung Zehntausender Arbeitsplätze sowie der zeitweilige Stopp von Investitionen in europäische Halbleiterinfrastrukturen.

Am 30. August 2024 zitierte ein Bloomberg-Bericht Intel-Insider mit Informationen zu weiteren Einsparmöglichkeiten, die im Unternehmen zumindest in Betracht gezogen werden würden. Eine offizielle Bestätigung dieser Informationen gibt es nicht und es ist ohnehin erst Mitte September damit zu rechnen, dass sich die Unternehmensführung eindeutig zu weiteren Maßnahmen äußert.

Trennung von Design- und Fertigungsgeschäft

Bloomberg berichtete unter anderem von einer möglichen Aufspaltung von Intels Produktdesign- und Fertigungsgeschäft, die auf der Vorstandssitzung im September stattfindenden diskutiert werden soll. Intel hat das Foundry-Geschäft indes schon teilweise von seinem Design-Geschäft getrennt, etwa dadurch, dass die Finanzergebnisse seit dem ersten Kalenderquartal dieses Jahres getrennt ausgewiesen werden.

Zwischen dem Design- und dem Fertigungsgeschäft wurde bereits eine Grenze gezogen, um potenziellen Kunden der Designabteilung keinen Zugang zu Technologiegeheimnissen von Fertigungs-Kunden zu ermöglichen. Mit einer deutlichen Rentabilität des Foundry-Geschäfts wird allerdings erst 2027 gerechnet; 2030, so der Plan, soll Intel Foundry neben TSMC zum zweitgrößten Auftragsfertiger aufgestiegen sein. Quellen von Reuters teilen indes das Wissen, dass es derzeit keine Pläne gäbe, die Fertigung zu verkaufen.

Trennung von Altera?

Laut den Autoren von Reuters wird bei der Vorstandssitzung im September ebenfalls diskutiert, von welchen Geschäften man sich trennen könne, um Intels Kosten zu senken. „Es waren ein paar schwierige Wochen“, sagte Intel-CEO Pat Gelsinger auf einer Konferenz der Deutschen Bank. „Und wir arbeiten daran, die Probleme zu lösen.“

Eine Lösung könnte die Trennung vom auf die Entwicklung von programmierbaren Logikbausteinen, insbesondere FPGAs (Field-Programmable Gate Arrays), spezialisierten Altera darstellen. „Intel hat bereits Schritte unternommen, um Altera als separate, aber immer noch hundertprozentige Tochtergesellschaft auszugliedern, und hat erklärt, dass man plane, einen Teil der Anteile im Rahmen eines Börsengangs in der Zukunft zu verkaufen, obwohl noch kein Datum festgelegt ist“, heißt es bei Reuters. Allerdings wäre auch der Verkauf von Altera eine Option. Entsprechende Möglichkeiten sollen bereits eruiert werden. Vermutet wird eine solche Absicht branchenintern bereits, seitdem Altera seit diesem Jahr wieder den alten Namen trägt und eigenständig vom Mutterkonzern agiert.

Stopp der Investitionen in Magdeburg?

Noch ist offiziell nichts darüber bekannt, wie es um die Milliarden-Investitionen in die Fabs bei Magdeburg steht. Immerhin sollen 30 Milliarden Euro in die Produktionsstätten fließen, wenngleich 10 Milliarden Subventionen vom Staat darstellen. 10 Milliarden US-Dollar betragen indes auch die Menge an Ausgaben, die Intel einsparen will. Steht der Intel-Standort Magdeburg also doch zur Debatte, so wie es einige Medien bereits seit Tagen und Wochen beschwören?

Genaueres werden wir wahrscheinlich frühestens Mitte September erfahren. Mit der Ankündigung der ersten Sparmaßnahmen hatte Pat Gelsinger die Pläne, Intel Foundry als erfolgreichen Auftragsfertiger zu pushen, nochmals unterstrichen. Die Fabs in Magdeburg sollen zeitnah nach Inbetriebnahme Intels fortschrittlichste Prozesse nutzen. Der 18A-Fertigungsknoten gilt als Schlüssel für Intel, um mit reinen Chipdesignern wie AMD und auch Auftragsfertigern wie Samsung und TSMC mithalten zu können. Allerdings ist der Prozess noch nicht verfügbar; potenzielle Kunden müssen warten.

Zählt man eins und eins zusammen, dann wäre es merkwürdig, würden die Magdeburg-Pläne verworfen werden – allerdings steht bei solchen Überlegungen immer noch zur Debatte, wie viel Druck die Investoren auf die Unternehmensführung ausüben. (sb)

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