Planänderung bei Intel Foundry Verschiebung bei Intels Ohio-Fab-Plänen – um sechs bis sieben Jahre

Von Susanne Braun 3 min Lesedauer

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Im Januar 2022 verkündete Intel den Bau zwei moderner Chipfabriken bei Columbus, Ohio. Der anvisierte Produktionsstart lag im Jahr 2025. Foundry-Chef Naga Chandrasekaran teilt nun ein Update der Timeline mit. Die Produktion in den Fabs beginnt allerfrühestens im Jahr 2030.

Keller- und Grundgeschosse stehen teilweise bereits am Ohio One Campus von Intel, doch der Bauabschluss wird frühestens im Jahr 2030 stattfinden.(Bild:  Intel Corp.)
Keller- und Grundgeschosse stehen teilweise bereits am Ohio One Campus von Intel, doch der Bauabschluss wird frühestens im Jahr 2030 stattfinden.
(Bild: Intel Corp.)

Intel stolpert bereits seit einiger Zeit über die eigenen Ambitionen, im Foundry-Geschäft richtig stark mitzumischen. In den vergangenen Monaten hat sich gezeigt, dass man noch nicht angekommen ist, wo man sein wollte, entsprechend standen allerhand Restrukturierungsmaßnahmen auf dem Programm. Stellenstreichungen, Divestitionen (etwa in Arm) und Überlegungen der Investitionsstrategien in neue Standorte waren die Folge. Ein davon betroffenes, prominentes Projekt in Deutschland ist die Fab, die Intel eigentlich bei Magdeburg errichten wollte und das vorerst auf Eis liegt.

Ende Februar 2025 wurde bekannt, dass sich die Verantwortlichen von Intel auch anderweitig einen kleinen Investitionsstopp auferlegt haben, wenngleich das in dem Fall nicht bedeutet, dass das Projekt komplett gestrichen wurde. Es handelt sich um den Ohio One Campus von Intel in der Nähe von Columbus, Ohio, in den bereits fast 6,5 Millionen Arbeitsstunden für den Aufbau der Vor- und Bodenarbeit geflossen sind.

Der Startschuss für den Standort wurde im Januar 2022 gegeben, geplant wurden Investitionen von rund 28 Milliarden US-Dollar in die Facility, während weitere Gelder in den Aufbau einer veritablen Workforce und weiterer Infrastruktur gesteckt werden sollten. Die Pläne, Ohio Mod 1 und Mod 2 bereits im Jahr 2025 in Betrieb zu nehmen, wurden nun verschoben – und zwar gleich um mehrere Jahre.

Produkte kommen erst 2031 und 2032 aus Ohio

In einem Schreiben an die Intel-Angestellten in Ohio stellte Executive Vice President, Chief Global Operations Officer und General Manager von Intel Foundry Manufacturing, Naga Chandrasekaran, einen neuen Zeitplan für Ohio Campus One vor. „Unsere Investitionen in Ohio sind Teil unserer breit angelegten Expansion in der US-Fertigung“, so Chandrasekaran. „Da wir weiterhin an allen unseren US-Standorten investieren, ist es wichtig, dass wir den Produktionsbeginn unserer Fabriken mit den Anforderungen unseres Geschäfts und der allgemeinen Marktnachfrage in Einklang bringen. Dies war schon immer unser Ansatz, da wir so unser Kapital verantwortungsvoll verwalten und uns an die Bedürfnisse unserer Kunden anpassen können.“

Das bedeutet, dass der Bauabschluss für Mod 1 in Ohio für das Jahr 2030 geplant wird. Die Produktion soll zwischen 2030 und 2031 beginnen. Die zweite Fab, Mod 2, soll 2031 fertig errichtet worden sein, sodass die Produktion entsprechend im Jahr 2032 anfahren kann. Mit den Intel-Investitionen nicht nur in den Bau, sondern auch in den Aufbau der örtlichen Communitys sowie in die Ausbildung des künftigen Personals will Intel den Standort für die Zukunft höchst profitabel und resilient aufstellen. Bislang stehen von den neuen Gebäudestrukturen Keller- und Bodengeschoss.

Was könnte das über den Standort Magdeburg aussagen?

Natürlich ist unbekannt, wie die Geschäftsführung von Intel derzeit zu den Fab-Plänen bei Magdeburg steht, offiziell liegt das Projekt seit September 2024 für zwei Jahre auf Eis. Die Verschiebung der Fertigstellungs- und Produktionspläne für die Ohio-Standorte auf die Jahre 2030 bis 2032 deutet aber an, dass Intel weiterhin mit erheblichen finanziellen oder strategischen Herausforderungen konfrontiert ist.

Dies macht es unwahrscheinlich, dass ein europäisches Projekt kurzfristig wieder aufgegriffen wird. Da der Fokus des Unternehmens wahrscheinlich vorerst auf dem US-Markt und den dortigen staatlichen Förderprogrammen liegt, könnte eine Expansion in Europa derzeit nicht als vorrangig angesehen werden. Gleichzeitig könnten sich unter bestimmten Bedingungen neue Chancen für eine Wiederaufnahme ergeben, doch es ist anzunehmen, dass es da größeren Förderversprechen bedarf. (sb)

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