Das Relaisforum bietet Anwendern die Möglichkeit, tiefer in die Materie einzusteigen und sich mit Herstellern auszutauschen. Auch in diesem Herbst erwartet Sie ein vielfältiges Programm, von Grundlagen über Sicherheit, Prüftechnik bis hin zu Anwendungen von Leistungsrelais.
Anwenderforum Relaistechnik: Am 17. und 18. Oktober können sich Interessierte im Würzburger VCC über Grundlagen, Trends, aktuelle Entwicklungen und Applikationen rund um Relais informieren.
(Bild: Stefan Bausewein)
Das Relaisforum am 17. und 18. Oktober 2023 im Würzburger VCC bietet sowohl Einsteigern als auch Experten der Branche sowie Anwendern die Möglichkeit, Wissen aufzufrischen und aktuelle Relaisentwicklungen und Anwendungen zu diskutieren sowie Praxistipps mit nach Hause zu nehmen. Ideeller Träger des Anwenderforums ist der ZVEI.
Der erste Tag ist traditionell den Relais-Grundlagen gewidmet. Christoph Oehler (Panasonic Industry) und Jürgen Steinhäuser (Elesta) nehmen die wichtigsten Eigenschaften von Elemetarrelais (elektromechanische Relais) unter die Lupe. Sie behandeln Themen wie Wärmeentwicklung, Isolation, Umwelteinflüsse, Lebensdauer, elektrische Sicherheit, Brandschutz und Zuverlässigkeit. Ziel ist es, dem Anwender von Relais eine Basis zu schaffen, um die Eigenschaften von Relais im Kontext der eigenen Anwendung zu beurteilen.
Dr. Dieter Volm (Panasonic Industry) betrachtet den inneren Aufbau und die physikalischen Eigenschaften von Halbleiterrelais und für welche Art von Anwendungen sie am besten geeignet sind. Was ist der Unterschied zwischen klassischen Solid State Relais (SSR) und Leistungshalbleitern auf MOSFET- oder IGBT-Basis? Was unterscheidet die Halbleiterrelais in der Anwendung von elektromechanischen Relais? Und welche Vorteile bieten Hybridschaltungen mit Solid State Relais und mechanischen Relais für zukünftige DC-Anwendungen?
Reed-Schalter und Reed-Relais sind das Thema von Martin Reizner (Standex Electronics). Durch die Entwicklung der Elektrofahrzeuge ist der Bedarf nach möglichst kleinen und leichten Hochspannungsrelais entstanden. Gerade hier sind Reed-Relais gefordert. Sie können mit einer Spulenspannung von 5 V bis zu 1 kV DC schalten bei einer Leistungsaufnahme von 180 mW. Die Durchbruchspannung liegt bei so einem Relais bei 3 kV DC über den Schaltkontakt. Um ein solches Relais herzustellen, benötigt es jedoch auch einen besonderen Umgang mit den Reed-Kontakten oder auch sogenannten Reed-Schaltern.
Produktzertifizierung und Gebrauchsdauer von Relais
Jürgen Dutine, VDE: „Die wichtigsten Aspekte meines Vortrages sind normenübergreifende, grundlegende Anforderungen aus dem Bereich der elektrischen Sicherheit an Produkte.“
(Bild: VDE)
Der zweite Kongresstag legt den Fokus auf aktuelle Trends und Entwicklungen. Beispielsweise gibt Jürgen Dutine vom VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut in seinem Vortrag einen Überblick, auf welche prüftechnischen Anforderungen anhand der Applikation bzw. der Applikationsumgebung zu achten ist. Er zeigt auf, welche grundlegenden Aspekte bei einer Produktzertifizierung in Augenschein genommen werden müssen. „Hier können unterschiedliche Produktnormen zur Anwendung kommen“, erklärt Dutine. „Die Verwendung eines bereits zertifizierten Relais ist kein Garant für eine erfolgreiche Produktzertifizierung.“
Peter Arnold, Eicher: „Ich zeige den Teilnehmern, wie sich die Gebrauchsdauer ermittelt, wann sie unter welchen Gesichtspunkten „startet“ und welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, dass man sich über eine Verlängerung der Gebrauchsdauer Gedanken machen kann.“
(Bild: Eicher)
Peter Arnold (Eichler) widmet sich dem Thema Gebrauchsdauer in der Funktionalen Sicherheit. Durch die Veröffentlichung der DIN EN ISO 13849-1 bzw. der DIN EN IEC 62061 hielt der sogenannte „probabilistische Ansatz“ – und somit die Gebrauchsdauer – Einzug in die Welt der Funktionalen Sicherheit. Da Relais in Sicherheitsfunktionen zum Einsatz kommen, betrifft das Thema auch sie.
„Das Ende der Gebrauchsdauer muss allerdings nicht zwingend das Ende der Nutzungsdauer sein. Durch die Umsetzung von entsprechenden Maßnahmen kann man eine Verlängerung der Gebrauchsdauer erreichen bzw. begründen und somit die weitere Nutzung einer Maschine/Anlage aufrechterhalten“, kommentiert Arnold.
Relais mit zwangsgeführten Kontakten
Stephanie Wimmer, Panasonic: „Die Teilnehmer lernen im Vortrag den Aufbau von Relais mit zwangsgeführten Kontakten kennen, durch welche besonderen Eigenschaften Sicherheitsschaltkreise schnell und einfach realisiert werden können und wie mögliche Zukunftstrends von Relais mit zwangsgeführten Kontakten aussehen könnten.“
(Bild: Panasonic)
Geht es um die Entwicklung von Sicherheitsrelaisbausteinen, Sicherheitssteuerungen oder ähnlichen Applikationen, müssen sich Entwickler mit Relais mit zwangsgeführten Kontakten befassen. „Mein Vortrag gibt einen Überblick über Relais mit zwangsgeführten Kontakten“, erläutert Stephanie Wimmer (Panasonic Industry Europe).
„Wo liegt der Unterschied zwischen herkömmlichen elektromechanischen Relais und Relais mit zwangsgeführten Kontakten nach der EN 61810-3? Wie funktioniert eigentlich die mechanische Zwangsführung? Und welche Herausforderungen gilt es bei Neuentwicklungen zu beachten? Das sind die drei Kernfragen, die in Kundengesprächen immer wieder aufkommen und die ich im Vortrag beantworten will.“
Knowhow und Networking-Event für Relaistechnik, Leistungselektronik und Stromversorgung
Power of Electronics am 17. und 18. Oktober 2023 in Würzburg
(Bild: VCG)
Das Elektronik-Event für Entwickler und Ingenieure bündelt sechs Spezialkonferenzen, die sich angefangen von der effizienten Stromversorgung über die intelligente Nutzung von elektrischer Leistung, effektiver Elektronikkühlung, neuester Relaistechnik, bis hin zur geordneten Abführung der überschüssigen Energie erstrecken. Buchen Sie ein Ticket und erhalten Sie die Möglichkeit, die Vorträge aller sechs Veranstaltungen zu besuchen.
Koppelrelais im Schaltschrank: Wie testet man die Temperatur?
Die Temperaturanforderungen in Schaltschränken werden immer höher und damit auch die Anforderungen an die Koppelrelais. Dabei sind Temperaturen bis 60°C und höher immer häufiger gefordert. Deshalb wird es immer wichtiger, Koppelrelais in aufwändigen Testverfahren zu prüfen.
Stand: 08.12.2025
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Steffen Unruhe, Weidmüller: „Es wird immer wichtiger, Koppelrelais in aufwändigen Testverfahren zu prüfen, um entsprechende Angaben in den Datenblättern geben zu können und einen zuverlässigen Betrieb zu gewährleisten.“
(Bild: Weidmüller)
Das ist das Thema von Steffen Unruhe (Weidmüller Interface). „Die wichtigsten Aspekte des Vortrags sind die Identifizierung der Wärmequellen an einem Koppelrelais, die Einflussfaktoren im Schaltschrank und der Prüfaufbau für thermische Prüfungen an Koppelrelais“, sagt Unruhe. „Mein Vortrag soll den Teilnehmern helfen, die Angaben in den Datenblättern von Koppelrelais richtig zu verstehen, um damit einen zuverlässigen Betrieb in ihren Anwendungen sicherzustellen.“
So lesen und interpretieren Sie Datenblätter richtig
Matthias Meyer, Elesta: „Dieser Vortrag soll Anwender anregen, intensiver das Gespräch mit dem Hersteller schon im Vorfeld einer Entwicklung zu suchen, um das optimale Relais für seine Applikation zu finden und Fehlinterpretationen zu vermeiden.“
(Bild: ELESTA)
Matthias Meyer (Elesta) und Felix Prohaska (Siemens Mobility) werfen einen genaueren Blick auf das Datenblatt. „Der Vortrag soll sowohl dem Hersteller als auch dem Anwender die Bedeutung eines ausführlichen Datenblattes zeigen. Wichtig ist dabei die richtige Interpretation der dargestellten Produktdaten“, unterstreicht Meyer.
„Wir wollen aber auch herausstellen, dass einerseits durch den Dialog mit dem Hersteller der Anwender weitere Informationen und Hinweise für seine Applikation bekommen kann und dass dieser andererseits auch dem Hersteller hilft, zu erkennen, wie die Datenblätter noch besser auf die Bedürfnisse des Anwenders zugeschnitten werden können“, ergänzt Prohaska.
Leistungsrelais: Anforderungen aus Solartechnik und Elektromobilität
Es gibt immer noch Relaisentwicklungen, die neue Anwendungsbereiche ermöglichen. Ein Beispiel sind Leistungsrelais für Solartechnik und Elektromobilität. Bei diesen Einsatzbereichen, bei denen traditionell Schütze eingesetzt wurden, sind wesentliche Rationalisierungen durch den Einsatz von Leiterplattenrelais möglich.
Oliver Dürr, Scapo: „Durch den Ersatz von Schützen wird ein wichtiger Anwendungsbereich für Leiterplattenrelais vor allem im rasant wachsenden Markt der Elektromobilität erschlossen.“
(Bild: Scapo)
„Die wichtigsten Aspekte unseres Vortrags beziehen sich auf die Möglichkeit, Schaltungen, die in der Vergangenheit diskret aufgebaut wurden, auf eine Leiterplatte zu integrieren. Zudem sind wesentlich komplexere Schaltungen auf engem Raum realisierbar und rationellere Fertigungsmethoden möglich“, konstatiert Oliver Dürr (Scapo).
Vladyslav Nazarenko, Zettler: „Die Teilnehmer erhalten einen Überblick über die technischen und normativen Anforderungen an elektromechanische Relais, damit sie sich u.a. bei der Auswahl der elektromechanischen Komponenten für die Elektromobilität leichter tun.“
(Bild: Zettler)
Vladyslav Nazarenko (Zettler electronics) ergänzt: „Hersteller stehen vor der Herausforderung, geeignete Komponenten zu finden – darunter auch elektromechanische Relais. Diese müssen nicht nur leistungsfähig sein, sondern auch die Anforderungen der einschlägigen Normen erfüllen – wie beispielsweise Anforderung an eine hohe Kurzschlussfestigkeit.“
Das vollständige Programm mit allen Referenten, Vortragsthemen und Kurzfassungen sowie Tickets finden Sie auf der Homepage des Anwenderforums Relaistechnik.
Das Relaisforum ist Teil der übergreifenden Konferenz „Power of Electronics“, die sechs Fachtagungen rund um die Elektronikentwicklung bündelt: Leistungselektronik, elektrische Antriebstechnik, Wärmemanagement, DC/DC-Wandler und Schaltnetzteile.
Übergreifende Keynote „Cool(ing) im Kopf“
Ein Highlight ist die übergreifende Keynote am 17. Oktober in der begleitenden Fachausstellung. Fabian Biebl von Colenet zeigt in seinem Vortrag anhand von zwei Personae, warum in der Elektronikbranche kaum noch Zeit für eine saubere Produktentwicklung bleibt. Der schnelle Versuch, intuitiv eine brauchbare Lösung zu finden, verbessert nicht die Lieferfähigkeit eines fertigen Produktes. Ganz im Gegenteil. Ganze Projekte stehen auf der Kippe. Muss das sein und wie lässt sich der Konflikt lösen?
Den ersten Kongresstag lassen wir einem Networking-Event ausklingen, bei dem sich Teilnehmer und Referenten aller Konferenzen in entspannter Atmosphäre austauschen können.(kr)