Wie die Menschen künftig leben wollen Acht Technologien für das Jahr 2053
Fraunhofer-Forscher haben im Projekt Shaping Future ein Vorgehensmodell entwickelt, mit dem Bürger ihre Ansprüche an Zukunftstechnologien beschreiben können. Erste Ergebnisse zeigen: Die Menschen wünschen sich Technologien, die ihre geistige und körperliche Leistungskraft verbessern, die Privatsphäre schützen und Emotionen speichern und transportieren können. Aus den Impulsen entwickelten die Forscher Blaupausen für Produktinnovationen.
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Für den Erfolg von Innovationen ist es entscheidend, wie Nutzer diese akzeptieren. Doch bislang fehlt es an Prozessen, wie Bürger sich mit Forschern dazu austauschen können. Im Projekt »Shaping Future« haben Fraunhofer-Forscher ein Vorgehensmodell entwickelt, das genau das ermöglicht: Menschen können ihre Wünsche und Anliegen an technische Zukunftslösungen artikulieren, Technologiebedarfe beschreiben und diese mit Experten der Fraunhofer-Gesellschaft austauschen.
Gut 100 Personen unterschiedlichsten Alters und beruflichen Hintergrunds waren gefragt, sich Gedanken über Technologien für das Jahr 2053 zu machen. In vier Workshops setzten sie sich mit den Themen Beziehungen zu Maschinen, Gesundheit, Arbeit und nachhaltige Mobilität auseinander.
Ein wichtiges übergreifendes Ergebnis war, dass sich viele der Teilnehmenden möglichst unsichtbare, weiche Technologien wünschten, die sich auch gut am Körper tragen lassen. Eine weitere Rolle spielten Raummodelle, die es flexibel erlauben, sich je nach Bedarf individuell zurückzuziehen oder mit anderen Menschen zu interagieren. Eine Idee waren beispielsweise Schutzkapseln für öffentliche Verkehrsmittel, die in Bussen oder Straßenbahnen angebracht sind, und die man sich flexibel über Kopf und Rumpf ziehen kann, sobald man ungestört für sich sein will.
Gefragt waren auch Technologien, die helfen, die eigene geistige und körperliche Leistungsfähigkeit zu verbessern. Vor dem Hintergrund einer immer komplexer werdenden Welt wünschen sich viele Menschen eine Art Big Mother, die einem hilft, Entscheidungen zu treffen und besser mit Stress oder körperlichen Anstrengungen umzugehen.
Schließlich bestand der Wunsch, dass Maschinen menschliche Emotionen als eine Art Dolmetscher besser an andere Menschen weitergeben sollten. Zum Beispiel in Form von übertragbaren Erinnerungsspeichern, die es auch anderen Menschen ermöglichen, selbst erlebte Ereignisse emotional nachzuempfinden.
Beim Thema Gesundheit war wenig von Ärzten und Krankenhäusern die Rede. Die Menschen wollten vielmehr Technologien, die sie befähigen, sich selbst zu diagnostizieren und zu heilen. »Das Krankenhaus der Zukunft stellten sich die Teilnehmer unseres Workshops beispielsweise als Drive-In-Variante vor«, erzählt Heidingsfelder.
Acht Technologie-Roadmaps für das Jahr 2053
Aus den Impulsen der Bürgerinnen und Bürger entwickelten Expertinnen und Experten verschiedener Fraunhofer-Institute insgesamt acht Technologie-Roadmaps – Blaupausen für neue Forschungsprojekte oder Produktinnovationen:
Mobility Cocoon: Individuell ausprägbare Transportkapseln, die untereinander konfigurierbar sind und eine Tür-zu-Tür-Lösung ermöglichen.
Modulares Enhancement Set: Modulares Exoskelett, das Menschen in Alltagssituationen unterstützt, wenn besondere, körperlich anstrengende Herausforderungen bewältigt werden müssen.
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