Wie die Menschen künftig leben wollen

Acht Technologien für das Jahr 2053

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Muscle to Go: Ein Gel, das die Rekonstruktion des eigenen Körpers nach Unfällen, schweren Krankheiten oder Tumoren ermöglicht. Denkbar ist auch der Einsatz im Bereich Enhancement, beispielsweise der kosmetischen Chirurgie.

Soziale Firewall: Lernfähige Technologie, die eine Fokussierung auf »wichtige« Dinge ermöglicht.

Diagnose-Behandlungs-Tool: Körpernahe Technologie, die Krankheiten erkennt und passende Ärzte, Therapien und Medikationen empfiehlt.

Smart-Buddy: Lernendes KI-System, das je nach Stimmung priorisierte Handlungsempfehlungen gibt und Kontakte im Umfeld nach individuellen Interessen filtert und anbahnt.

Mentor-Earable: Sensorbasierte In-Ear-Variante der sozialen Firewall.

Emo-Lens: Kontaktlinse, die anzeigt, in welcher emotionalen Verfassung das Gegenüber ist.

In den Roadmaps zeigen die Wissenschaftler, welche technologischen Schritte erreicht und welche sozialen und juristischen Bedingungen erfüllt sein müssen, um die Ideen zu realisieren. Aus besonders vielversprechenden Ideen haben Designer spekulative Prototypen gefertigt, um sie als interaktive Exponate in einer Ausstellung sowohl einem Fachpublikum als auch der breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Diese sind vom 30. Juli bis zum 26. Oktober 2016 im JOSEPHS zu sehen, einem interaktiven Ausstellungsort in der Nürnberger Innenstadt, betrieben von Fraunhofer und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Inspiration durch Kreativitätsmethoden und Storytelling

Um sich in das Jahr 2053 hineinversetzen zu können, inspirierte das Projektteam die Teilnehmenden mit zukunftsweisenenden Bildern, Produkten und Forschungsvorhaben, zum Beispiel aus Filmen, künstlerischen Entwürfen oder Einblicken in Forschungslabors. Mit Hilfe von Kreativitätsmethoden, Storytelling und Techniken aus der Designforschung entwickelten die Bürger konkrete Lösungen für Szenarien im Jahr 2053, zum Beispiel für Krankheitsfälle im Workshop Gesundheit. Im großen Materiallager des Insituts bastelte jeder Teilnehmer ein erstes prototypisches Objekt seiner favorisierten Idee, um Funktion und Bedienoberfläche zu veranschaulichen.

»Die Methode sieht vor, dass sich unterschiedliche Menschen austauschen: Einerseits hatten wir eine sehr heterogene Gruppe an Teilnehmenden, andererseits ein interdisziplinäres Projektteam, in dem Forschende an der Schnittstelle von Design und Sozialwissenschaft neue Methoden entwickeln«, berichtet Marie Heidingsfelder, am Fraunhofer Center for Responsible Research and Innovation CeRRI in Berlin verantwortlich für das Forschungsprojekt. Experten aus den Bereichen Mikroelektronik, Optik, Werkstoffe, Logistik, Informatik, Produktion, Arbeitswirtschaft und Medizin nahmen die von den Bürgerinnen und Bürgern entwickelten prototypischen Objekte unter die Lupe. Sie identifizierten diejenigen, die sie für besonders interessant, innovativ oder zukunftsfähig hielten und machten sich Gedanken, wie eine technologische Lösung aussehen könnte.

Das Projekt »Shaping Future« wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF gefördert. »Das Vorgehensmodell kann auf unterschiedliche thematische Schwerpunkte übertragen werden, um die Bedarfe der Nutzer in Innovations- und Forschungsstrategien einzubeziehen«, sagt Heidingsfelder.

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