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Punktgenaue Absaugung direkt an der Lötspitze
Generell stehen zur Lötrauchabsaugung zwei unterschiedliche Systeme zur Verfügung. Systeme mit Punktabsaugung arbeiten mit Hochvakuum und nehmen den Lötrauch über ein Absaugrohr mit geringem Querschnitt direkt an der Quelle, der Lötspitze, auf. Bei den FE-Lötkolben des Löttechnikspezialisten Weller ist dieses Absaugrohr bereits im Kolben integriert – die Röhrchen lassen sich nämlich auch entfernen und über der Lötspitze positioniert.
Konventionelle Lötkolben können problemlos mit dem System nachgerüstet werden. Die Absaugschläuche von bis zu 20 Lötkolben werden über ein bis zu 150 m langes Rohrsystem an eine Zentraleinheit vom Typ WFE20D angeschlossen, die von den Arbeitsplätzen entfernt aufgestellt werden kann. Die Geräuschbelastungen und Luftbewegungen sind bei dieser Lösung minimal.
Die bürstenlose EC-Turbine der Zentraleinheit erzeugt einen maximalen Unterdruck von 12.000 Pa bei einem maximalen Durchfluss von 100 m3/h. Die Druckregelung ist einstellbar und das gesamte Gerät kann über einen an der integrierten RS 232-Schnittstelle angeschlossenen PC ferngesteuert werden. Der abgesaugte Lötrauch wird in einem dreistufigen Filtersystem gereinigt.
Größere Partikel werden bereits in einem Vorfilter gebunden. Je nach Anwendung stehen dazu Filter der Klassen F5 (für Standardanwendungen) oder F7 (für Anwendungen mit höherem Flux-Gehalt oder Schadgasen mit hohem Feststoffanteil z.B. beim Löten mit Lackdrähten) zur Verfügung. Der darauf folgende Schwebstofffilter (HEPA – High Efficiency Particulate Air) der Klasse H12 oder H13 filtert 99,5 bzw. 99,95 aller Partikel im MPPS (Most Penetrated Particle Size) heraus. Ermittelte Partikelgröße im MPPS = 0,18 µm.
Den Abschluss bildet ein Breitbandgasfilter aus 50% Aktivkohle und 50% Puratex. Schädliche Gase mit einem hohen Molekulargewicht werden durch die Aktivkohle gereinigt. Die Absorption von Gasen mit niedrigem Molekulargewicht erfolgt durch das Puratex. Aufgrund seiner speziellen Zusammensetzung ist Puratex in der Lage, eine große Zahl chemischer Schadstoffe durch molekulare Änderung in nicht schädliche Gase umzuwandeln.
Die gereinigte saubere Luft wird dem Arbeitsplatz anschließend als Frischluft wieder zugeführt. Den Zustand der Filter überwacht das Gerät elektronisch und zeigt ihn über LEDs an. Die Lebensdauer der Filter hängt stark von der Art der Anwendung ab. Ist ein Austausch der Filter fällig, lässt sich dieser innerhalb weniger Minuten ohne technische Hilfsmittel durchführen.
Lokale Lösungen wie die Typen WFE oder WFE-P stehen bei einer maximalen Absaugschlauchlänge von 2,5 m direkt am Arbeitsplatz und bieten ein vergleichbares Leistungsspektrum bei einer Anschlussmöglichkeit für zwei Lötkolben. Beide Systeme lassen sich mit speziellen Lötkolbenablagen kombinieren, die per Lichtwellenleiter die Absaugaggregate abschalten, wenn sie nicht benötigt werden. Auf diese Weise lässt sich die Lebensdauer der Filter verlängern.
Ökonomische Lösungen für größere Flächen
Für die Absaugung größerer Flächen eignen sich die Flächenabsaugsysteme von Weller. Diese Systeme arbeiten mit Niedervakuum und Absaugdüsen mit größeren Querschnitten von bis zu 60 mm. Mit nur einem Absaugarm kann so der Rauch mehrerer Lötkolben unter einer Haube abgesaugt werden. Diese Lösung ist besonders wirtschaftlich und erfordert keine Veränderungen an den verwendeten Lötkolben.
Die Zentraleinheiten können individuell für zwei, vier oder acht Plätze installiert werden. Die einfachen Zweiplatzlösungen sind mit oder ohne Geschwindigkeitsregelung und Fernbedienung erhältlich. Sie sind mit einem Filter der Klasse H12 ausgestattet, der nach Verschleiß auch gegen einen H13-Filter getauscht werden kann. An den Typ WFE 2S können bis zu vier Absaugplätze angeschlossen werden.
Darüber hinaus bietet das Gerät eine Drehzahlregelung, eine Filterstandskontrolle über Differenzdruckmessung, eine RS 232-Schnittstelle sowie einen hochwertigen H13-Filter. An der 8-Platz-Lösung WFE 4S können zusätzlich verschiedene Modi ausgewählt werden. So kann z. B. beim Abschalten einzelner Plätze die Drehzahl automatisch reduziert werden.
Absperrventile an den Absaugarmen ermöglichen bei allen Modellen das Einstellen individueller Strömungsgeschwindigkeiten. Dank einheitlicher Kupplungen können zudem unterschiedliche Absaugarme wie z. B. Düsen mit nur 32 mm Durchmesser zum Absaugen von Lötrauch unter einem Mikroskop sowie Rund-, Trichter- oder Tischsaughauben installiert werden.
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