Elektrische Verbindungstechnik Made in Europe: Komplettlösungen aus einer Hand

Von Kristin Rinortner 4 min Lesedauer

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Hohe Innovationskraft, Krisenbeständigkeit und Nachhaltigkeit zeichnen den familiengeführten und global agierenden Steckverbinder-Hersteller ept aus. Einen Blick hinter die Kulissen bot der TechDay. Der Einladung nach Peiting folgten mehr als 100 Teilnehmer.

ept TechDay 2025: Mehr als 100 Teilnehmer folgten der Einladung ins bayerische Peiting.(Bild:  Kristin Rinortner)
ept TechDay 2025: Mehr als 100 Teilnehmer folgten der Einladung ins bayerische Peiting.
(Bild: Kristin Rinortner)

Deutschland hat im globalen Vergleich überproportional viele unbekannte Weltmarktführer. Diese „Hidden Champions“ stehen in Nischenmärkten technologisch an der Spitze, arbeiten extrem kundennah und zeichnen sich durch eine hohe Fertigungstiefe aus.

Eines dieser Unternehmen ist ept; das Akronym steht für „elektronische Präzisionstechnik". Das Familienunternehmen mit Ursprung im Allgäu entwickelt und fertigt alles selbst – vom ersten Design, über die Entwicklung, die Konzeption und den Bau eigener Produktionsmaschinen bis hin zum fertigen Steckverbinder. Ein wesentliches Standbein ist die Automobilindustrie, die Einpresstechnik-Steckverbinder des Herstellers sind in fast jedem Auto vertreten. Aber auch in der Industrie finden sich viele Einsatzgebiete.

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Die Oberflächentechnik für die spezifischen Steckverbinder wurde mit und für die Kunden entwickelt und wird auf hochmodernen Galvanikanlagen realisiert. Dadurch lassen sich nicht nur technische Parameter und Prozesse optimal abstimmen, sondern auch Lieferfähigkeit, Qualität und Reaktionsgeschwindigkeit garantieren. Dank eines hohen Automatisierungsgrades ist man auch mit der Produktion in Deutschland wettbewerbsfähig.

Eine resiliente Supply-Chain und den extrem hohen Qualitätsstandard wissen auch die zahlreichen Kunden des Unternehmens mit Sitz im bayerischen Peiting zu schätzen. So folgten mehr als 100 Teilnehmer aus den unterschiedlichsten Branchen am 24. September 2025 der Einladung des Unternehmens zu seinem ersten „TechDay“.

Auf dem Programm standen neben Fachvorträgen renommierter Referenten eine exklusive Werksführung mit Daniel Wladar sowie den Geschäftsführern Philipp Hoßfeld und Thomas Guglhör. Dass bei letzterem der Zeitrahmen des Rundgangs gesprengt wurde, störte die Teilnehmer nicht. Auf den Führungen erlebten die Besucher, was das Unternehmen so besonders macht: die komplette Wertschöpfungskette aus einer Hand – vom eigenen Werkzeugbau über die Steckverbinderproduktion bis hin zur Bestückung von Kontakt und Isolierkörper.

Es gibt keine Masse, es gibt nur Bezugspotenziale

Nach der Begrüßung durch Thomas Guglhör, der 2005 vom Unternehmensgründer Bernhard Guglhör die operative Leitung des Familienunternehmens übernommen hat, eröffnete Dr. Helmut Katzier die Fachvorträge mit dem hochaktuellen Thema „EMV und Signalintegrität“. EMV-Störquellen bei Steckverbindern gibt es viele. Katzier fasste die zehn wichtigsten Grundregeln der EMV und Signalintegrität zusammen. Sein Fazit: Alles ist ein Kompromiss, ein ausschließlich regelbasiertes EMV-Design ist nicht möglich.

Als Ratschlag gibt er mit, dass die Schirmung nicht nur der Unterdrückung von Strahlungsfeldern, sondern auch zum Führen von Nutz- und Störströmen dient. Daran sollten Anwender immer denken.

Generative KI ist in der Industrie angekommen

Christian Dörner, Siemens, widmete sich anschließend der Frage: „Wie wird KI bereit für die Industrie?“ Nach einem Exkurs zu Machine-Learning-Ansätzen, der Funktionsweise eines (multimodalen) Large Language Model (LLM) und Retrieval Augmented Generation (RAG) stellte Dörner Ideen zur Nutzung von generativer KI entlang der Wertschöpfungskette vor. So unter anderem GenAI auf dem Shopfloor, einem Pilotprojekt in der Siemens Elektronikfabrik Erlangen, sowie die Zukunft von KI-Agenten mit den Industrial Copilots des Unternehmens.

Der Steckverbinder als immerwährender Kompromiss

Markus Schmölz (ept) ging in seinem Vortrag „Transparenz in der Steckverbinderindustrie“ den Fragen nach, was ein Steckverbinder aushalten muss und was er kosten darf. Was beeinflusst die Kosten, wann liegt wirklich ein Fehler auf der Kontaktoberfläche vor und wann liegt der Fehler am nicht spezifikationsgemäßen Betrieb? Das ist vielen Kunden nicht bewusst.

Christoph Schnatz, Oberflächen-Experte bei ept, erläuterte abschließend einige Aspekte zu den Grundlagen von Kontaktoberflächen: „Es ist nicht alles Gold, was glänzt und es glänzt auch nicht alles, was Gold ist“. Die Zuverlässigkeit eines Steckverbinders hängt stark vom Kontaktmaterial und dem Kontaktschichtaufbau ab. Interessant waren auch die Auswirkungen der verschiedenen Beschichtungsvarianten auf den CO2e-Wert des Steckverbinders.

Nebenbei gab es auch einen Überblick zur Inhouse-Galvanik: Hier werden auf neun Linien mehr als 8 Mrd. Kontakte beschichtet. Die Prozessgeschwindigkeiten liegen bei 15 m/min. Als Oberflächen kommen Nickel, Zinn, Nickel-Phosphor, Palladium-Nickel, Gold, Silber, Zinn-Blei, Silber-Zinn und Indium zum Einsatz.

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Persönlicher Austausch und geselliges Beisammensein

Am Nachmittag nutzten viele Gäste die Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Im Showroom standen sowohl die Referenten als auch ept-Experten aus Vertrieb, Produktmanagement und Entwicklung für individuelle Fachgespräche zur Verfügung.

Den Ausklang des TechDays bildete ein gemeinsamer Besuch von Schloss Neuschwanstein sowie ein geselliger Heimatabend im traditionsreichen Restaurant „Zum Alten Wirt“ in Buching – dem Ort, an dem das Unternehmen „Bernhard Guglhör Präzisionsteile“ 1973 von Bernhard Guglhör gegründet wurde und wo sich auch heute noch das Gründungswerk befindet.

„Die Resonanz auf unseren TechDay hat uns überwältigt. Wir freuen uns sehr über das große Interesse und die zahlreichen, spannenden Gespräche mit unseren Gästen“, resümiert Alexander Geiger, Vertriebsleiter Global Commodities und Moderator des Events. „Das zeigt uns, dass unser Weg der Innovation, Qualität und Nähe zum Kunden den Nerv der Zeit trifft.“(kr)

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