US-Chiphersteller Intel lässt Worten offenbar Taten folgen: Für insgesamt 80 Mrd. Euro – davon 70 Prozent aus Eigenmitteln – will der Konzern acht neue hochmoderne Chipfabriken in der Europäischen Union bauen. Bis Jahresende soll klar sein, wo genau. Doch auch TSMC, Samsung & Co investieren kräftig in Forschung und Fertigung. Wer macht das Rennen?
Wertzuwachs: 2030 werden Halbleiter bis zu 20 Prozent des Wertes eines Oberklasse-Autos ausmachen – davon ist Intels Pat Gelsinger überzeugt.
Darüber hinaus gebe es derzeit etwa zehn Standort-Kandidaten, darunter mehrere in Deutschland. Einer davon ist das Gelände eines ehemaligen Fliegerhorsts in Bayern. Gelsinger habe sich deshalb bereits mit Vertretern der EU-Kommission getroffen und sei in den vergangenen Wochen mehrmals mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammengekommen, berichtet die FAZ.
In einem Blogbeitrag betont Gelsinger zudem, mit Intels Engagement in der Europäischen Union besonders die hier wichtige Automobil- und Mobilitätsbranche im Fokus zu haben.
Bis zu 80 Mrd. Euro für neue Fabs – verteilt auf zehn Jahre
Bis zu 80 Mrd. Euro will Intel für seine Expansionspläne investieren – und mit dem Chipzentrum der erfolgreichen Konkurrenz in Asien die Stirn bieten, wie er in dem Interview erklärt. Die enorme Summe wird Intel aber nicht allein schultern, sondern erwartet öffentliche Subventionen von rund 30 Prozent (also etwa 24 Mrd. Euro).
Diese staatliche Unterstützung sei notwendig, um im Wettbewerb vor allem mit den asiatischen Konkurrenten bestehen zu können. Gelsinger machte zudem klar, dass es sich für Intel „auch rechnen“ müsse, wenn der US-Konzern „die neuesten Chiptechnologien“ nach Europa bringe.
Besonders die weltweit größten Auftragsfertiger TSMC und Samsung drohen dem bisher größten Chipproduzenten der Welt den Rang abzulaufen. Beide haben bereits hochmoderne Fertigungen auf Basis von extrem-ultravioletter (EUV) Strahlung in Betrieb und fertigen damit Logikchips mit extrem kleinen Transistoren. Wobei Angaben wie „3-nm-Prozessknoten“ wenig mit den tatsächlichen Größenverhältnissen auf dem Substrat zu tun haben.
Intel IDM 2.0: Angriff ist die beste Verteidigung
Getreu dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“ geht Intel nun in den Offensivmodus über: Im März hatte der Konzern der aufstrebenden Konkurrenz den Kampf angesagt und angekündigt, sein Foundry-Geschäft erheblich auszubauen. Sprich: Selbst viel stärker als bisher als Auftragsfertiger für Chip-Designs externer Firmen zu agieren. Dazu hat man die Strategie „Integrated Device Manufacturing 2.0“ (IDM 2.0) ausgerufen und die Geschäftseinheit „Intel Foundry Services“ (ISF) gegründet.
Mittlerweile ist das US-Unternehmen auch in die EUV-basierte Fertigung eingestiegen – und hat sich beim Ausrüster ASML als Erstkunde die neuen High-NA-EUV-Systeme gesichert. Diese sollen ab 2025 neuste Gate-All-Around-Transistoren (GAA) fertigen. Damit macht Gelsinger klar: Intel will wieder Technologieführer werden, nachdem man in den letzten zehn Jahren ein ums andere Mal die Einführung neuer Prozesstechniken vergeigt hatte.
Übernahme von Globalfoundries für IDM 2.0?
Ende Juli passte Intel die Bezeichnung seiner Prozessverfahren an die Konkurrenz an – und läutete gleich die Angström-Ära ein. Der Etikettenschwindel suggeriert schon einmal, dass man die Konkurrenz bereits überholt hat – was dann doch etwas zu weit greift.
Aus Sicht Intels wäre der Schritt konsequent: Mit der Übernahme hätte man gleich umfangreiche Fertigungskapazitäten im Sinne der IDM-2.0-Strategie verfügbar, schließlich ist GF nach Analysen des Marktforschungsteams von Trendforce zurzeit der viertgrößte Chipauftragsfertiger weltweit – nach TSMC, Samsung und UMC.
Autohersteller und Zulieferer interessieren sich für Intel Foundry Services
Laut Gelsinger sind die im März angekündigten Intel Foundry Services aktiv in Gesprächen mit potenziellen Kunden in Europa – darunter auch Automobilunternehmen und deren Zulieferer. Aktuell würde die Mehrzahl der Chips in der Automobilindustrie mit alten Prozesstechnologien hergestellt. Da die Anwendungen in der Automobilindustrie jedoch immer mehr Rechenleistungen bei gleichzeitiger höherer Energieeffizienz erfordern, werden auch die Chips auf modernere Prozesstechnologien umgestellt.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Intel will daher nach Gelsingers Worten Partnerschaften mit führenden Automobilherstellern eingehen und in Europa erhebliche Ressourcen bereitstellen, um diesen Übergang in den kommenden Jahren weltweit voranzutreiben.
Verbindliche Foundry-Kapazitäten für Automobilhersteller in Irland
Das Unternehmen kündigte Anfang September Pläne an, in seiner Fabrik in Irland verbindliche Foundry-Kapazitäten zu schaffen und den „Intel Foundry Services Accelerator“ zu starten. Dieses Programm soll Entwickler von Chips für die Automobilindustrie bei der Umstellung auf fortschrittliche Prozessknoten unterstützen.
Zu diesem Zweck baut das Unternehmen ein neues Designteam auf und bietet sowohl kundenspezifisches als auch branchenübliches geistiges Eigentum (IP) an, mit dem es die spezifischen Anforderungen der Automobilkunden erfüllen will.
Auch Intels Wettbewerber investieren kräftig in Fertigungskapazität für Mikrochips
Auf dem diesjährigen Europe Technology Symposium hat die IC-Schmiede im Juni zudem ein Füllhorn an Neuigkeiten angekündigt – etwa den speziell auf Automotive-Anwendungen abgestimmten 5-nm-Fertigungsprozess N5A sowie den neuen N6RF-Prozess, der speziell für Hochfrequenzanwendungen wie 5G/6G und Wi-Fi 6/6e vorgesehen ist.
Auch Samsung erprobt mittlerweile seine 3-nm-Fertigung für GAA-FETs – die Südkoreaner nennen diese allerdings Multi-Bridge-Channel-Feldeffekttransistoren (MBCFETs). 3GAP (3 nm Gate-All-Around Plus) soll etwa 2023 bereit für die Massenproduktion sein.
Eines ist auf jeden Fall bereits jetzt klar: Es bleibt spannend.