Exportbeschränkungen in China ZVEI sieht Versorgungssicherheit mit seltenen Erden gefährdet

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Als Reaktion auf die Zollandrohungen aus den USA wurden in China die Exportbeschränkungen für seltene Erden verschärft. Als Resultat sieht der ZVEI, der Verband der Elektro- und Digitalindustrie, in Europa die Versorgungssicherheit gefährdet und fordert von der EU-Kommission und Bundesregierung Aktionen.

China verschärft die Exportbeschränkungen auf seltene Erden.(Bild:  KI-generiert)
China verschärft die Exportbeschränkungen auf seltene Erden.
(Bild: KI-generiert)

China hat im April 2025 neue Exporteinschränkungen für schwere seltene Erden und daraus gefertigte Magnete eingeführt. Betroffen sind die sieben Elemente Samarium, Gadolinium, Terbium, Dysprosium, Lutetium, Scandium und Yttrium sowie Hochleistungsmagnete wie NdFeB-Terbium-/Dysprosium-Magnete. Für ihre Ausfuhr sind künftig behördliche Exportlizenzen der chinesischen Handelsbehörde erforderlich. Das ist ein Prozess, der Berichten zufolge oft deutlich länger als 45 Tage in Anspruch nimmt.

Die Beschränkungen decken nicht nur die reinen Metalle ab, sondern auch Oxide, Legierungen und Fertigprodukte, sodass ein Umgehen durch Zwischenprodukte kaum möglich ist. Leichte seltene Erden bleiben unbeschränkt, da ihre Raffinierung global diffuser organisiert ist.

Da diese Metalle und Magnete Schlüsselrollen in Datenspeichern, 5G-Infrastruktur, Display-Leuchtstoffen sowie in Antriebssystemen von Elektrofahrzeugen und Windturbinen spielen, drohen Lieferengpässe. Entsprechend kann eine Verknappung oder Preissteigerung nicht nur Elektronik- und Automobilproduktion, sondern auch Medizintechnik und Luft- sowie Raumfahrt empfindlich treffen.

Versorgungssicherheit in Gefahr?

Ähnlich sieht das der Verband für Elektro- und Digitalindustrie, der ZVEI. Wolfgang Weber, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung, hat sich mit der Aufforderung an EU-Kommission und Bundesregierung zu Worte gemeldet, dass man eine schnelle Lösung mit China finden müsse, wenn die Lieferkette nicht wieder ins Stolpern kommen oder gar reißen soll. „Unsere Unternehmen sind auf einen freien, verlässlichen und nachhaltigen Zugang zu diesen strategischen Rohstoffen angewiesen, um Innovation, Klimaschutz und wirtschaftliche Resilienz erfolgreich voranzutreiben“, so Weber. Dieser Zugang sei derzeit gefährdet.

Deswegen ruft der ZVEI die Politik zur Erzielung einer raschen Vereinbarung mit China auf, um den ununterbrochenen, verlässlichen Zugang zu Seltenerdmetallen zu sichern und gleichzeitig den Export europäischer Endprodukte in unbestrafte Länder zu garantieren. Parallel müssen in Europa Maßnahmen ergriffen werden, um die einseitige Abhängigkeit von einzelnen Staaten bei kritischen Rohstoffen zu beenden und die Rohstoffversorgung strategisch widerstandsfähiger zu gestalten. „Bereits 2011 war es zu Engpässen gekommen, nachdem China den Export von seltenen Erden eingeschränkt hatte“, so Weber. Daraus sollte man Lehren ziehen. Den kompletten Kommentar können Sie auf der Webseite des ZVEI lesen.

 (sb)

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