Green Manufacturing Zukunftssichere Elektronikfertigung mit effizienter Energienutzung

Von Andreas Essmann* 4 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Wie Elektronikhersteller mit stetig steigenden Energiekosten umgehen können, zeigen dezentrale Lösungen und smarte Datenanalysen. Strategische Partnerschaften im Bereich der Energieversorgung helfen der Branche, flexibel und nachhaltig zu bleiben.

Greener Manufacturing: Die Elektronikfertigung benötigt datengestützte Strategien, um steigende Kosten und wachsende Komplexität zu meistern.(Bild:  Aggreko)
Greener Manufacturing: Die Elektronikfertigung benötigt datengestützte Strategien, um steigende Kosten und wachsende Komplexität zu meistern.
(Bild: Aggreko)

Die Elektronikfertigung steht vor einer neuen Ära der Komplexität. Während sich die Innovation beschleunigt und die weltweite Nachfrage steigt, sehen sich die Hersteller mit immer komplizierteren Produktionsprozessen, steigenden Energiekosten und zunehmendem Druck zur Dekarbonisierung konfrontiert. In Deutschland beispielsweise wird für die Herstellung von elektronischen Bauteilen bis 2029 eine jährliche Wachstumsrate von 4,2 Prozent prognostiziert. Dieses Wachstum wird jedoch durch anhaltende Herausforderungen gebremst, zu denen primär die Volatilität der Energiepreise und der internationale Wettbewerb gehören.

Im Mai 2025 wies Germany Trade & Invest, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Bundes, auf die Notwendigkeit höherer EU-Subventionen und qualifizierterer Arbeitskräfte hin, um die Führungsposition Europas in der Mikroelektronik zu erhalten. Doch dies sind langfristige Ziele. Kurzfristig müssen die Hersteller Wege finden, um den Energieverbrauch zu optimieren und die Betriebskosten zu senken, ohne dabei Kompromisse bei der Leistung oder Nachhaltigkeit einzugehen.

Dezentrale Energie als Strategie

Die Strompreise für Industriekunden in Deutschland stiegen zwischen Mai 2024 und Mai 2025 von 17,09 auf 18,31 Cent/kWh. Dieser Trend, ein Anstieg um sieben Prozent, unterstreicht die Dringlichkeit für Hersteller, ihre Energiestrategie zu überdenken. Netzstrom ist zwar nach wie vor eine Basisversorgung, aber nicht mehr die einzige Option und auch nicht unbedingt die effizienteste.

Dezentrale Energielösungen eröffnen einen vielversprechenden Weg. Durch die Ergänzung des bestehenden Stromnetzes ermöglichen diese Systeme den Herstellern eine bessere Kontrolle über den Energieverbrauch, sodass sie ihre Kapazitäten an saisonale Nachfrageschwankungen oder Produktionsspitzen anpassen können. Dies ist auch in Situationen von unschätzbarem Wert, in denen zusätzliche Stromerzeugung vor Ort erforderlich ist – beispielsweise während der Wartezeit auf einen neuen Netzanschluss oder auf die Erhöhung der Netzkapazität. Um die Vorteile dieser Technologien jedoch voll auszuschöpfen, sollten Energiestrategien auf fundierten Spezifikationen und agilen Beschaffungsmodellen basieren.

Ein mietbasierter Ansatz für die Energiebereitstellung ermöglicht den modularen, skalierbaren Einsatz fortschrittlicher Technologien, ohne dass die Investitionskosten für feste Installationen anfallen. Diese Flexibilität ist in einem Sektor, in dem sich der Energiebedarf schnell und unvorhersehbar ändern kann, besonders wertvoll.

Überbrückung von Wissenslücken durch das Know-how der Zulieferer

Da die Elektronikfertigung immer energieintensiver und technologisch komplexer wird, entwickelt sich die Rolle der Lieferkette weiter. Die Zulieferer sind nicht mehr nur eine Quelle für Geräte, sondern müssen jetzt als strategische Partner agieren, die technisches Wissen, rechtliche Beratung und maßgeschneiderte Lösungen anbieten.

Aggreko zum Beispiel arbeitet eng mit Elektronikherstellern zusammen, um die standortspezifischen Anforderungen zu bewerten und geeignete Technologien zu empfehlen. Dieser beratende Ansatz stellt sicher, dass die Stromversorgungssysteme nicht nur den Emissionsnormen entsprechen, sondern auch mit den Betriebszielen wie Betriebszeit, Kostenkontrolle und Nachhaltigkeit in Einklang stehen.

Einsatz umweltfreundlicherer Technologien

Die Entwicklung umweltfreundlicherer Energieerzeugungstechnologien ist ein Beispiel dafür, wie temporäre Stromversorgungslösungen die langfristige Nachhaltigkeit unterstützen können. Zu diesen Lösungen gehören Generatoren der Stufe V, die den Ausstoß von Kohlendioxid, Stickoxiden und Feinstaub erheblich reduzieren. Wenn sie mit hydriertem Pflanzenöl (HVO) betrieben werden, können diese Generatoren die Emissionen im Vergleich zu herkömmlichen Brennstoffen um bis zu 80 Prozent senken.

Batteriespeichersysteme (BESS) verbessern die Energieeffizienz weiter, indem sie Strom in Schwachlastzeiten speichern und in Spitzenlastzeiten entladen. Dies verringert nicht nur die Abhängigkeit vom teuren Netzstrom, sondern unterstützt auch den Lastausgleich an großen, energieintensiven Standorten.

Nutzung von Daten für betriebliche Effizienz

Das Institut für gedruckte Schaltungen hat festgestellt, dass mit zunehmender Komplexität der Elektronikfertigung die Datenanalyse für ein effektives Standortmanagement immer wichtiger wird. Dies gilt insbesondere für Energiesysteme, bei denen die Echtzeittransparenz von Leistungsmetriken zu erheblichen Effizienzsteigerungen führen kann.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Aggreko Remote Monitoring (ARM) beispielsweise ermöglicht ein proaktives Energiemanagement, indem es eine kontinuierliche Überwachung der Anlagen vor Ort bietet. Mithilfe von ARM können Techniker den Kraftstoffstand, die Systemleistung und die Gerätenutzung verfolgen, Ineffizienzen und Probleme frühzeitig erkennen, bevor sie auftreten. Dieser datengesteuerte Ansatz unterstützt die vorausschauende Wartung, maximiert die Betriebszeit und trägt zu messbaren Kosteneinsparungen bei.

Ein proaktiver Weg in die Zukunft

Die Zukunft der Elektronikfertigung wird durch ihre Kompetenz bestimmt, sich technologisch, betrieblich und ökologisch anzupassen. Da die Energiekosten steigen und die Produktionsprozesse immer anspruchsvoller werden, ist es empfehlenswert, dass die Hersteller flexible, datengestützte Strategien anwenden, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Durch die Einführung dezentraler Energielösungen, die Nutzung des Fachwissens von Zulieferern und die Integration fortschrittlicher Technologien wie Generatoren der Stufe V, BESS und Fernüberwachung können Elektronikhersteller ihre Betriebe widerstandsfähiger, effizienter und nachhaltiger gestalten. Um der Zeit voraus zu sein, müssen die Akteure in den Anlagen über die transaktionale Beschaffung hinausgehen und strategische Partnerschaften eingehen, die Innovation, Flexibilität und langfristigen Wert in den Vordergrund stellen. (sb)

* Andreas Essmann ist Gebietsverkaufsleiter Deutschland bei Aggreko Deutschland GmbH.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:50446116)