Wie Elektronikhersteller mit stetig steigenden Energiekosten umgehen können, zeigen dezentrale Lösungen und smarte Datenanalysen. Strategische Partnerschaften im Bereich der Energieversorgung helfen der Branche, flexibel und nachhaltig zu bleiben.
Greener Manufacturing: Die Elektronikfertigung benötigt datengestützte Strategien, um steigende Kosten und wachsende Komplexität zu meistern.
(Bild: Aggreko)
Die Elektronikfertigung steht vor einer neuen Ära der Komplexität. Während sich die Innovation beschleunigt und die weltweite Nachfrage steigt, sehen sich die Hersteller mit immer komplizierteren Produktionsprozessen, steigenden Energiekosten und zunehmendem Druck zur Dekarbonisierung konfrontiert. In Deutschland beispielsweise wird für die Herstellung von elektronischen Bauteilen bis 2029 eine jährliche Wachstumsrate von 4,2 Prozent prognostiziert. Dieses Wachstum wird jedoch durch anhaltende Herausforderungen gebremst, zu denen primär die Volatilität der Energiepreise und der internationale Wettbewerb gehören.
Im Mai 2025 wies Germany Trade & Invest, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Bundes, auf die Notwendigkeit höherer EU-Subventionen und qualifizierterer Arbeitskräfte hin, um die Führungsposition Europas in der Mikroelektronik zu erhalten. Doch dies sind langfristige Ziele. Kurzfristig müssen die Hersteller Wege finden, um den Energieverbrauch zu optimieren und die Betriebskosten zu senken, ohne dabei Kompromisse bei der Leistung oder Nachhaltigkeit einzugehen.
Dezentrale Energie als Strategie
Die Strompreise für Industriekunden in Deutschland stiegen zwischen Mai 2024 und Mai 2025 von 17,09 auf 18,31 Cent/kWh. Dieser Trend, ein Anstieg um sieben Prozent, unterstreicht die Dringlichkeit für Hersteller, ihre Energiestrategie zu überdenken. Netzstrom ist zwar nach wie vor eine Basisversorgung, aber nicht mehr die einzige Option und auch nicht unbedingt die effizienteste.
Dezentrale Energielösungen eröffnen einen vielversprechenden Weg. Durch die Ergänzung des bestehenden Stromnetzes ermöglichen diese Systeme den Herstellern eine bessere Kontrolle über den Energieverbrauch, sodass sie ihre Kapazitäten an saisonale Nachfrageschwankungen oder Produktionsspitzen anpassen können. Dies ist auch in Situationen von unschätzbarem Wert, in denen zusätzliche Stromerzeugung vor Ort erforderlich ist – beispielsweise während der Wartezeit auf einen neuen Netzanschluss oder auf die Erhöhung der Netzkapazität. Um die Vorteile dieser Technologien jedoch voll auszuschöpfen, sollten Energiestrategien auf fundierten Spezifikationen und agilen Beschaffungsmodellen basieren.
Ein mietbasierter Ansatz für die Energiebereitstellung ermöglicht den modularen, skalierbaren Einsatz fortschrittlicher Technologien, ohne dass die Investitionskosten für feste Installationen anfallen. Diese Flexibilität ist in einem Sektor, in dem sich der Energiebedarf schnell und unvorhersehbar ändern kann, besonders wertvoll.
Überbrückung von Wissenslücken durch das Know-how der Zulieferer
Da die Elektronikfertigung immer energieintensiver und technologisch komplexer wird, entwickelt sich die Rolle der Lieferkette weiter. Die Zulieferer sind nicht mehr nur eine Quelle für Geräte, sondern müssen jetzt als strategische Partner agieren, die technisches Wissen, rechtliche Beratung und maßgeschneiderte Lösungen anbieten.
Aggreko zum Beispiel arbeitet eng mit Elektronikherstellern zusammen, um die standortspezifischen Anforderungen zu bewerten und geeignete Technologien zu empfehlen. Dieser beratende Ansatz stellt sicher, dass die Stromversorgungssysteme nicht nur den Emissionsnormen entsprechen, sondern auch mit den Betriebszielen wie Betriebszeit, Kostenkontrolle und Nachhaltigkeit in Einklang stehen.
Einsatz umweltfreundlicherer Technologien
Die Entwicklung umweltfreundlicherer Energieerzeugungstechnologien ist ein Beispiel dafür, wie temporäre Stromversorgungslösungen die langfristige Nachhaltigkeit unterstützen können. Zu diesen Lösungen gehören Generatoren der Stufe V, die den Ausstoß von Kohlendioxid, Stickoxiden und Feinstaub erheblich reduzieren. Wenn sie mit hydriertem Pflanzenöl (HVO) betrieben werden, können diese Generatoren die Emissionen im Vergleich zu herkömmlichen Brennstoffen um bis zu 80 Prozent senken.
Batteriespeichersysteme (BESS) verbessern die Energieeffizienz weiter, indem sie Strom in Schwachlastzeiten speichern und in Spitzenlastzeiten entladen. Dies verringert nicht nur die Abhängigkeit vom teuren Netzstrom, sondern unterstützt auch den Lastausgleich an großen, energieintensiven Standorten.
Nutzung von Daten für betriebliche Effizienz
Das Institut für gedruckte Schaltungen hat festgestellt, dass mit zunehmender Komplexität der Elektronikfertigung die Datenanalyse für ein effektives Standortmanagement immer wichtiger wird. Dies gilt insbesondere für Energiesysteme, bei denen die Echtzeittransparenz von Leistungsmetriken zu erheblichen Effizienzsteigerungen führen kann.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Aggreko Remote Monitoring (ARM) beispielsweise ermöglicht ein proaktives Energiemanagement, indem es eine kontinuierliche Überwachung der Anlagen vor Ort bietet. Mithilfe von ARM können Techniker den Kraftstoffstand, die Systemleistung und die Gerätenutzung verfolgen, Ineffizienzen und Probleme frühzeitig erkennen, bevor sie auftreten. Dieser datengesteuerte Ansatz unterstützt die vorausschauende Wartung, maximiert die Betriebszeit und trägt zu messbaren Kosteneinsparungen bei.
Ein proaktiver Weg in die Zukunft
Die Zukunft der Elektronikfertigung wird durch ihre Kompetenz bestimmt, sich technologisch, betrieblich und ökologisch anzupassen. Da die Energiekosten steigen und die Produktionsprozesse immer anspruchsvoller werden, ist es empfehlenswert, dass die Hersteller flexible, datengestützte Strategien anwenden, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Durch die Einführung dezentraler Energielösungen, die Nutzung des Fachwissens von Zulieferern und die Integration fortschrittlicher Technologien wie Generatoren der Stufe V, BESS und Fernüberwachung können Elektronikhersteller ihre Betriebe widerstandsfähiger, effizienter und nachhaltiger gestalten. Um der Zeit voraus zu sein, müssen die Akteure in den Anlagen über die transaktionale Beschaffung hinausgehen und strategische Partnerschaften eingehen, die Innovation, Flexibilität und langfristigen Wert in den Vordergrund stellen. (sb)
* Andreas Essmann ist Gebietsverkaufsleiter Deutschland bei Aggreko Deutschland GmbH.