Smart-Home-Standards

Z-Wave, Zigbee, Homekit — der Dschungel im Wohnzimmer

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Apple HomeKit wurde mit dem Betriebssystem iOS 8 eingeführt. Das Ziel von HomeKit ist es, die Steuerung von Smart-Home-Systemen möglichst universal zu gestalten und die Steuerung dabei komplett dem iPhone zu überlassen. Auch eine Sprachsteuerung per Siri ist vorgesehen.

Der Standard hat den Vorteil, dass er bereits auf Millionen von Smartphones und Tablets vorinstalliert ist. Trotzdem wächst das Angebot an HomeKit-Produkten nur zaghaft, so sind in Deutschland derzeit noch eher wenig Produkte erhältlich, die mit HomeKit kompatibel sind (z.B. Elgato Eve und Ecobee).

Der Standard DECT ULE (Ultra Low Energy) ist sehr stromsparend und von den kabellosen Festnetztelefonen bekannt. Allerdings wird er derzeit nur von wenigen Herstellern unterstützt, darunter von Gigasets Smart-Home-System Elements und von AVM, dem Hersteller der Fritz!Box..

Homematic von eq-3 zählt in Deutschland zu den Marktführern bei der Heimautomation, Produkte mit dem Standard sind im Direktvertrieb und über Drittanbieter verfügbar. Er zählt zu den Vollaustattern, die vom Garagentor, übers Licht bis zum Rollladen alles steuern.

Homematic nutzt das Funkprotokoll BidCoS (868 MHz), arbeitet bidirektional und ist ähnlich leistungsfähig wie KNX. Neben dem Funk lässt sich das System auch per Kabelverbindung betreiben.

Der Standard gelangte vor zwei Jahren zu etwas trauriger Berühmtheit, als der Chaos Computer Club medienwirksam das System geknackt hat.

KNX zählt zu den ältesten Heimautomation-Standards und wird weltweit von über 350 Unternehmen eingesetzt. Ursprünglich als rein kabelgebundenes System gestartet, wurde später mit KNX RF ein Funksystem (868 MHz) angeschlossen.

KNX-Systeme können auch rein auf Funkbasis arbeiten, was die Geräte sehr flexibel bei der Nachrüstung im Zuge einer Sanierung macht.

Qivicon ist selbst kein Funkstandard, sondern ein Zusammenschluss mehrerer Unternehmen (etwa Telekom, EnBW, Miele, Vattenfall, RheinEnergie), die eine Kompatibilität ihrer Systeme gewährleisten möchten.

Herzstück ist dabei die Basistation, die per Homematic arbeitet, sich allerdings per USB-Adapter auch um andere Funkstandards (z.B. ZigBee) erweitern lässt.

Qivicon-Systeme kommen in der Regel als Einzelprodukte (Schalter, Sensoren) oder in Kits (etwa als Lichtpaket oder Sicherheitspaket).

Auch das deutsche Unternehmen Homee bietet selbst keinen Funkstandard an, sondern setzt auf eine erweiterbare Basisstation in Würfelform. Der Homee-WLAN-Router lässt sich so um Enocean, Z-Wave und bald auch ZigBee erweitern. Die Steuerung aller Komponenten soll dabei über die Homee-App erfolgen.

Schon diese unvollständige Übersicht zeigt die Vielfalt der Smart-Home-Standards. Besonders verblüffend ist dabei aber nicht nur die reine Zahl der Systeme, sondern auch, dass es nach wie vor nicht absehbar ist, welche Standards sich letztendlich durchsetzen werden.

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