UL-Kennzeichnung von Leiterplatten Worauf Entwickler und Einkäufer bei der UL-Zulassung achten müssen
Die wenigsten Gerätehersteller kommen an der UL-Kennzeichnung ihrer Produkte vorbei. Bei der Beschaffung von Leiterplatten, für Geräte die eine UL-Kennung benötigen, sind unbedingt die unterschiedlichen UL-Kennzeichnungen zu beachten: ob die Leiterplatte aus UL-gelisteten Basismaterial besteht oder ob die komplette Platine UL-zertifiziert ist.
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„Bei der UL-Kennzeichnung von Leiterplatten heißt es genau hinsehen und es ist Vorsicht geboten“, warnt Leiterplattenspezialist Basista, der sich in Sachen UL ausgiebig bei der Deutschen Niederlassung von Underwriters Laboratories in Neu-Isenburg informiert hat. „Der kleine Unterschied ist dabei mal wieder klein aber fein, bzw. bei der Zulassung entscheidend“, warnt der „PCB-Coach“ aus Bottrop.
Jeder Entwickler und Einkäufer muß sich genau erkundigen:
- ob die Leiterplatte aus UL-gelistetem Basismaterial hergestellt wird oder
- ob die komplette Leiterplatte nach UL-Vorgaben produziert wird.
Dieser Unterschied lässt sich wie folgt erklären:
1. Die Leiterplatte wird aus UL-zertifiziertem Basismaterial hergestellt.
Das bedeutet: das eingesetzte Material ist UL-zertifiziert, jedoch nicht die komplette, fertige Leiterplatte: Eine Aussage, dass Leiterplatten, die mit UL-gelistetem Basismaterial gefertigt werden, problemlos in den Vereinigten Staaten und Kanada vertrieben werden können, ist nicht präzise. Das UL gelistete Basismaterial muss UL-zugelassen sein unter der Kategorie: QMTS2
Wird die Leiterplatte mit UL-gelistetem Basismaterial (unter QMTS2) hergestellt, so sichert dies eine gewisse Zuverlässigkeit – es ist jedoch kein Grundstock für ein UL-geprüftes Endprodukt. Wird eine solche Leiterplatte aus UL-gelistetem Basismaterial zur UL-Zulassung vorgelegt, erfolgt keine UL-Zulassung für das komplette Endprodukt.
Die Zulassung für das Endprodukt wird abgelehnt. Es muß in diesem Fall ein neuer Aufbau des Endproduktes auf der Basis einer Leiterplatte mit UL-Hersteller-Kennzeichnung vorgelegt werden.
2. Die komplette Leiterplatte ist UL-zertifiziert.
Die Produktion der Leiterplatte erfolgt nach einem von UL-zertifiziertem Prozess gemäss ZPMV2. Somit kann diese Leiterplatte als Bestandteil für ein UL-geprüftes Endprodukt eingesetzt werden. Erst die Herstellung der Leiterplatte entsprechend dem UL-zertifiziertem Produktionsprozess sichert die Anerkennung und berechtigt zur Kennzeichnung der Leiterplatten mit der UL-Kennung des Herstellers.
Diese Leiterplatten können problemlos für UL-zugelassene Geräte eingesetzt werden, falls die entsprechenden Parameter wie z.B. Temperaturrating für das Endprodukt ausreichend ist. Damit also das Gesamtwerk eine UL-Zulassung erhalten kann, ist es erforderlich, dass die einzelnen Komponenten nach dem UL-zertifiziertem Prozess hergestellt wurden.
Erst wenn die Leiterplatte in dem Endprodukt nach dem UL-zertifiziertem Produktionsprozess (gemäss ZPMV2) hergestellt wurde, dann erhält das Endprodukt das UL-Prüfsiegel. Bei der Produktion nach UL-Vorgaben wird die Einhaltung der QS-Vorgaben für alle Bereiche der Produktion regelmäßig von Sachverständigen kontrolliert.
Der UL-zertifizierte Produktionsprozess ZPMV2 untersucht den Einfluss des Prozess auf die Brennbarkeit und die Kupferhaftung der Leiterplatte. Diese zwei Punkte sind wichtige Bestandteile für die Sicherheit des Endproduktes und werden daher auch entsprechend gewertet bzw. geprüft.
Produkte mit UL-Kennzeichen genießen höhere Anerkennung

Die Zeichen „UL“ stehen für „Underwriters Laboratories“. Produkte, die von dieser Organisation gemäss den gültigen U.S.-Produktsicherheitsanforderungen geprüft wurden, erhalten das UL-Prüfzeichen. Bei Verbrauchern, Regulierungsbehörden und dem Versicherungswesen genießen Produkte mit der „UL“-Prüfplakette eine höhere Anerkennung.
Der Weltmarkt für elektrotechnische Erzeugnisse entfällt zu über 90% auf USA/Kanada/Mexiko, Asien/Pazifik sowie Europa. Dabei zählen die USA zu dem größten konformen nationalen Markt der Welt.
Im internationalem Vergleich haben Produkte, die den amerikanischen Standards entsprechen eine wesentlich höhere Akzeptanz. Die Einhaltung der amerikanischen Standardanforderungen wird durch das UL-Prüfzeichen auf den Produkten gewährleistet. Das „UL“-Zeichen wird in der Werbung und in der Kommunikation entsprechend eingesetzt. So werden durch den Einsatz von UL-gelisteten Produkten die Exportchancen in die USA und Kanada erhöht.
Es wird eine erhöhte Akzeptanz für Produkte, die einen Bezug zum amerikanischen Markt haben, erreicht. Wird die UL-Kennung für das fertige Produkt benötigt, so ist bei der Beschaffung der entsprechenden Leiterplatten auf diese Differenzierungen zu achten.
Fachberatung vom Leiterplattenhersteller
„Unsere Beratung als Leiterplattenhersteller erfolgt bereits in der Anfangsphase“, erklärt Peter Basista, von der Basista-Leiterplatten GmbH in Bottrop. „Heute kann es sich keine Firma leisten auf den Wettbewerbsvorsprung zu verzichten. Es wird immer wichtiger die Produkte schnell auf den internationalen Markt zu bringen. Ein Missverständnis beim Thema UL kann die Markteinführung neuer Produkte verzögern“, weiß Peter Basista zu berichten. „Ich finde es schade, wenn einem Unternehmen durch ein Missverständnis oder Fehlinformationen unnötige Kosten und Zeitverzögerung entstehen. Daher finden wir es wichtig, zusammen mit Underwriters Laboraties hierüber ausgiebig zu informieren.“
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