In diesem Jahr feiert iC-Haus sein 40-jähriges Bestehen. Das Unternehmen hat sich in dieser Zeit von einem kleinen Start-up zu einem weltweit agierenden Partner für Mikrosysteme entwickelt. Trotz globaler Ausrichtung bleibt das mittelständische Unternehmen seiner Region treu.
Seit 40 Jahren ist iC-Haus auf dem Markt aktiv. Gründer Dr. Heiner Flocke und Dr. Alexander Flocke als weiterer Geschäftsführer.
(Bild: iC Haus)
Die Zukunft gehört der Mikroelektronik. In den 80er Jahren eroberten Halbleiter und insbesondere Integrierte Schaltkreise immer mehr Anwendungsbereiche in der Kommunikation, Datenverarbeitung und Industrie. 1984 gründeten Dr. Heiner Flocke und Manfred Herz iC-Haus in Bodenheim bei Mainz als Hersteller von ICs und Mikrosystemen. In den 40 Jahren seiner Unternehmensgeschichte hat sich iC-Haus zu einem international renommierten Player der Halbleiter-Branche entwickelt. Das Unternehmen beschäftigt über 350 Mitarbeiter und erzielt einen Umsatz von über 100 Mio. Euro.
Die ELEKTRONIKPRAXIS sprach mit Heiner Flocke, einem der Gründer von iC-Haus, über die Anfänge des Unternehmens, die Entwicklung der letzten 40 Jahre und die Strategie für die Zukunft.
Herr Dr. Flocke, iC-Haus feiert in diesem Jahr seinen 40. Geburtstag. Werfen Sie einen Blick auf die Anfänge, wie ist das Unternehmen entstanden und mit welchen Schwierigkeiten mussten Sie damals kämpfen?
Im Rückblick hatten wir als Gründer von iC-Haus das richtige Gespür, den Mut und auch das notwendige Glück gehabt und eine vielfältige Unterstützung erfahren. Wir hatten das Gespür für den Marktbedarf und die strategische Ausrichtung eines Start-ups, den Mut, uns in der von Konzernen beherrschten Halbleiterszene zu behaupten, das Glück der richtigen Standortwahl und der Erst-Erfolge mit funktionsfähigen ICs sowie die Unterstützung durch Familien, Förderer und das Vertrauen unserer Kunden. Schwierigkeiten konnten wir mit dem Blick für die Machbarkeit und Finanzierbarkeit überwinden.
Welche Kompetenzen vereint iC-Haus in Entwicklung und Produktion und wie ermöglicht die Fertigungstiefe kundenspezifische Lösungen?
Der Erfolg des Unternehmens mit derzeit 350 Mitarbeitern basiert auf einer überlegten Positionierung innerhalb der Wertschöpfungskette der Mikroelektronik. Kompetenz in Halbleiter-Schaltungstechnik und Chip-Design sind die Grundvoraussetzungen, um Systemfunktionen in Silizium umzusetzen.
Das Unternehmen hat sich bereits bei der Gründung für eine hohe Fertigungstiefe entschieden, was für ein mittelständisches Unternehmen ungewöhnlich ist. Wir bündeln alle Kompetenzen in der Entwicklung und Produktion von eigenen Standard-ICs und Mikrosystemen sowie Lösungen auf Basis von ASICs. Dies umfasst die Wafer-Verarbeitung, Assemblierung, Test, Qualifikation und Applikation.
Dadurch sind wir in der Lage, individuell auf die Anwendungen und Bedürfnisse unserer Kunden zugeschnittene, chipbasierte Lösungen zu liefern. Es handelt sich um einzigartige, miniaturisierte Schlüsselbausteine mit einem hohen Integrationsgrad, die eine besondere Wirtschaftlichkeit und Effizienz bieten.
Wie hat sich iC-Haus von verschiedenen Nischen kundenspezifischer Elektronik zu einem weltweit agierenden Partner entwickelt und wie unterstützt das besondere Vertriebsmodell mit internationalen Kooperationspartnern die Expansion?
Bereits die Namensgebung spiegelt die Idee wider, Design- und Applikations-Expertise mit global vernetzten 'iC-Häusern' zum Kunden in seiner Sprache und in seinem spezifischen Markt zu bringen. Dieses Vertriebsmodell unterstützt die erfolgreiche Expansion. Seit 1994 ernennen wir internationale Kooperationspartner und erschließen als mittelständisches Unternehmen vielfältige Märkte, wie beispielsweise in den USA, Spanien und Asien.
iC-Haus hat sich aus verschiedenen Nischen der kundenspezifischen Elektronik zu einem weltweit agierenden Partner entwickelt. Das Unternehmen bietet innovative Mikrosysteme für Anwendungen in der Industrie-, Robotik-, Laser-, Medizin- und Automobiltechnik auch in mittleren Stückzahlen. Das kontinuierliche Wachstum von iC-Haus trägt systematisch zur qualitativen Stärkung der Kundenbeziehungen bei.
Das Unternehmen garantiert langfristige Liefer- und Support-Fähigkeit durch die Erweiterung seiner personellen und technologischen Ressourcen. Diese Qualitäten sind bei der Wahl eines Elektronikpartners von strategischer Bedeutung.
Inwiefern profitiert iC-Haus von der Nähe zu den süd- und südwestdeutschen Maschinenbauregionen?
Luftbild vom Standort Bodenheim: Die Gründung in Bodenheim am Rande des Rhein-Main-Gebiets hat sich als richtig und glücklich erwiesen.
(Bild: iC Haus)
Mikroelektronik für industrielle Anwendungen stellt aus Sicht der Halbleiterhersteller im Vergleich zum Consumer- und Automotive-Markt stückzahlmäßig eine Nische dar. Es werden hohe Anforderungen an die Produktqualität, Liefersicherheit und Langzeitverfügbarkeit gestellt. Hier bewähren sich mittelständische Tugenden, insbesondere im Support und Design-In.
Unsere Gründung in Bodenheim am Rande des Rhein-Main-Gebiets hat sich als richtig und glücklich erwiesen. Wir sind in Deutschland, genauer gesagt am Rhein, in Reichweite der süd- und südwestdeutschen Maschinenbauregionen, um Industriekunden zu bedienen.
Was macht iC-Haus Ihrer Meinung nach zu einem attraktiven Arbeitgeber?
Als wachsendes Unternehmen der Mikroelektronik bieten wir Studierenden und Absolventen technische Herausforderungen und Karrieremöglichkeiten. Unsere attraktiven Sozialleistungen und modernen Arbeitsplätze in fünf architektonisch ansprechenden Firmengebäuden sowie das Umfeld in Bodenheim und Mainz tragen zur hohen Lebensqualität bei. Wir arbeiten eng mit renommierten Hochschulen wie Darmstadt, Kaiserslautern, Frankfurt, Wiesbaden und Bingen zusammen, um die besten Talente zu gewinnen.
Welche technischen Entwicklungen hat iC-Haus in den letzten Jahren auf den Markt gebracht und welche davon wurden ausgezeichnet?
iC-Haus ist ein weltweiter Marktführer für optische Positionssensorik. Das Unternehmen wurde für seine reflektiven Encoder-Blue Chips mit dem Rheinland-Pfalz Innovationspreis ausgezeichnet. Auch der magnetische Off-Axis Absolut Encoder mit dem iC als eingetragenes Markenzeichen enthält weltweite Alleinstellungsmerkmale. Die Palette der Encoder-ICs wird durch eine Energy-Harvesting Multi-Turn Lösung ergänzt, die den AMA Innovationspreis gewonnen hat.
Stand: 08.12.2025
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Außerdem gibt es die Open Source BiSS-Schnittstelle, die inzwischen als BiSS Safety zertifiziert ist und Einkabel-Übertragungen als BiSS Line ermöglicht. Über 600 Lizenznehmer weltweit nutzen diese Schnittstelle. Aus Forschungsprojekten, die mit Landes- und Bundesmitteln gefördert wurden, sind optische und magnetische Zeilensensoren sowie hochperformante Lidar-Chips und Laser-Treiber entstanden.
Die Gründer von iC-Haus wurden mit dem Entrepreneur of the Year Award (Ernst & Young) ausgezeichnet und 2023 erhielt iC-Haus die Auszeichnung „Unternehmen des Jahres im Landkreis Mainz-Bingen“.
Ein Ausblick: Wie sieht die Strategie von iC-Haus für die nächsten Jahre aus und welche Trends in der Mikroelektronik sehen Sie als besonders wichtig an?
iC-Haus plant, als mittelständischer Hersteller von applikationsspezifischen integrierten Schaltkreisen, eine Expansion am Produktionsstandort. Dabei liegt der Fokus auf der Entwicklung von iCs der nächsten Generation mit Machine Learning, Zustandsüberwachung und vorbeugender Wartung.
Des Weiteren wird die Kalibrierung optimiert, um höhere Auflösungen und Flexibilität in der Applikation zu erreichen. Mit FlexCount und FlexCode können Kunden die Auflösung von Positionssensoren und den Durchmesser bei rotatorischer Abtastung selbst wählen. Der Design-Ansatz sorgt für zusätzlichen Kopierschutz für vertrauenswürdige Elektronik.
Auch von Unternehmensseite ist iC-Haus gut aufgestellt: Zum Jahreswechsel 2022/23 wurde Dr. Alexander Flocke als weiterer Geschäftsführer benannt. Er ist seit 2008 zunächst in der Chip-Entwicklung, dann in der Applikation und im Vertrieb tätig und kennt das Unternehmen damit aus vielfältiger Perspektive.