LattePanda Windows-10-PC mit Arduino-Anbindung für unter 100 Euro
Der Einplatinenrechner LattePanda aus China verspricht volle Tauglichkeit als Desktop-PC mit 1,8 GHz Quadcore-CPU, mindestens 2 GByte RAM, OEM-Vollversion von Windows 10 und mit einem ATMega32U4-Coprozessor zusätzliche Arduino-Kompatibilität.
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Viele per Crowdfunding finanzierte Einplatinenrechner eignen sich vorrangig für den Maker-Markt, sind aber für Desktopanwendungen nur eingeschränkt zu gebrauchen. Der LattePanda geht den entgegengesetzten Weg.
Statt wie die meisten seiner Artgenossen auf ARM-Architektur zu setzen, stützt sich der chinesische Einplatinenrechner auf einen x86 Intel Atom x5-Z8300 Quadcore-Prozessor ("Cherry Trail") mit 1,84 GHz. Er ist primär als Windows-10-PC gedacht, der nebenbei noch Möglichkeiten für Physical-Computing-Projekte bietet.

Als Betriebssystem dient eine vorinstallierte OEM-Version von Windows 10. Zur weiteren Ausstattung zählen 2 GByte DDR3L-RAM (optional auch in 4 GByte-Ausführung erhältlich), ein Intel-Gen8-Grafikchipsatz sowie wahlweise 32 oder 64 GByte eingebetteten MMC-Speicher, der über einen microSD-Slot erweiterbar ist.
Ferner verfügt der LattePanda über zwei USB-2.0- und einen USB-3.0-Port sowie 100-Mbps-Ethernet-, WLAN- und Bluetooth-4.0-Konnektivität. Per HDMI-Anschluss kann der Einplatinenrechner an einen passenden Bildschirm oder Fernseher gehängt werden. Alternativ existiert ein eigener Display-Connector Onboard, um kleinformatige Displays anzuschließen.
Auch der Anschluss von Touch-Eingabegeräten ist möglich. Stromversorgung erfolgt über eine zusätzliche Mikro-USB-Buchse. Die Platine misst etwa 70 x 88 mm und ist damit etwas größer als ein Raspberry Pi 2.
Zusätzlich verfügt die etwa 7 x 8,8 cm große Platine über einen ATMega32U4-Coprozessor sowie 20 zugehörige GPIO-Pins, die für Arduino-Kompatibilität sorgen sollen und etwa zum Anschluss sowie zum Steuern von Sensoren geeignet sind. Zwei weitere GPIO-Pins sind dem Intel-Prozessor vorbehalten. Eine Erweiterung durch Arduino-Shields ist allerdings nicht vorgesehen.
Der LattePanda wird derzeit über eine Crowdfunding-Aktion bei Kickstarter angeboten. Die Standard-Ausführung mit 32 GByte eMMC, einer 32-Bit-Version von Windows 10 und mit 2 GByte Arbeitsspeicher ist ab etwa 73 Euro erhältlich; die Enhanced-Fassung mit 4 GByte RAM, 64GByte eMMC und 64-Bit-Windows wird für ca. 118 Euro offeriert.
Zusätzlich gibt es noch diverse Kit-Varianten mit zusätzlichen Accessoires, darunter etwa ein 7''-Display für den Display-Connector oder diverse Sensoren (Bewegung, Gas, Temperatur, Licht etc.) für IoT- oder Automatisierungsprojekte über die Arduino-Pins.
Minicomputer für den Einsatz als Desktop-Systeme sind nicht unbedingt neu, die allermeisten Systeme sind allerdings Linux-basiert. Für Windows-Fans scheint der LattePanda allerdings eine interessante Alternative abzugeben.
Der SBC ist noch am ehesten mit HDMI-Stick-PCs wie dem Asus Vivo Stick oder dem Intel Compute Stick vergleichbar; letztere kosten allerdings mehr und verfügen onboard über keine Arduino-Kompatibilität.
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