Logistik Wie sich Lieferprozesse durch Cross Docking optimieren lassen
Hochsensible und teure Produkte. Weltweite Lieferanten, Kunden und Händler. Dazwischen ein Netzwerk von Logistikdienstleistern und Verteilzentren: Die globale Warendistribution könnte für die Anbieter der Consumer Electronics kaum komplexer sein.
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Ein probates Mittel, um die Time-to-Market trotzdem einzuhalten und dabei effizient zu bleiben, sind Cross-Docking orientierte Distributionssysteme.
Lois Kerber, Head of Business Consulting bei der inet-logistics GmbH, zeigt am Beispiel eines führenden Anbieters von Produkten in den Bereichen Drucken, Personal Computer und IT-Infrastruktur, wie Cross Docking dessen Lieferprozesse in Europa deutlich beschleunigt und zugleich die Logistikkosten nachhaltig senkt.
Cross Docking ist ein Distributionssystem, bei dem Waren nicht mehr eingelagert, sondern nur noch in einem bestandslosen Lager umgeschlagen werden. Auf diese Weise lassen sich die Durchlaufzeiten der Waren beschleunigen. Die Realisierung von Cross Docking erfordert eine Synchronisierung von Informations- und Warenströmen mit Hilfe leistungsfähiger IT-Systeme.
Cross Docking hilft bei der Bewältigung großer Volumina
Das Volumen ist gewaltig: Jede Woche werden im Auftrag eines weltweit führenden Elektronikanbieters 120 LKW-Ladungen aus insgesamt 34 europäischen Verteilzentren versendet. Ihr Ziel: Händler und Kunden in nicht weniger als fünfzehn Ländern Europas. Weil die Beförderung hoher Umschlagmengen vom Lieferanten bis zum Handel große finanzielle, personelle und materielle Ressourcen band, entschied sich das Unternehmen, seine Logistik nach dem Cross-Docking-Verfahren zu optimieren.
„Bei der Einführung der Cross-Docking-Lösung beauftragte der Elektronikkonzern einen Logistikdienstleister, der das gesamte Stückgut über ein Güterverteilzentrum, einen so genannten Hub, abwickeln sollte. Ziel war es, dort die gesamte Ware der Lieferanten aufzubrechen und anschließend kunden- oder filialgerecht weiterzutransportieren. Der Hub sollte dabei den Kern eines Clusters bilden, der Durchlaufzeiten und Kosten senkt“, so Lois Kerber.
Cross Docking erfordert eine leistungsfähige IT
Die Anforderungen des Auftraggebers waren hoch: Alle Supply-Chain-Partner sollten vertikal und horizontal integriert werden und die operativen Prozesse mussten darüber hinaus den strengen Vorgaben der Transported Asset Protection Association (TAPA) entsprechen. Jeder Prozessschritt in der Lieferkette musste transparent sein, damit nachweisbar die richtigen High-Tech-Produkte in der gewünschten Stückzahl und zur richtigen Zeit an den richtigen Ort geliefert werden konnten.
Dazu musste eine leistungsfähige IT-Lösung den zuverlässigen Daten- und Informationsaustausch über verschiedene Instanzen hinweg in Realtime gewährleisten sowie alle Supply-Chain-Partner wie Produzenten, Zwischenhändler, Transportlogistik-Dienstleister und nicht zuletzt den Elektronikkonzern selbst integrieren. Auch diverse länderspezifische Aspekte wie Währungen, Zollsysteme oder Sprachen musste die IT-Anwendung abdecken, um das Management regionen- und standortübergreifender Transporte wirkungsvoll zu unterstützen.
„Für den Lückenschluss in der IT des Logistikdienstleisters sorgte schließlich das Transport Management System (TMS) von inet-logistics. In rund sechs Monaten hat inet die Lösung für den Elektronikriesen umgesetzt. Zusätzlich zur offenen Integrations- und Kommunikationsplattform kann der maßgebliche Transportlogistik-Dienstleister stets auf weitere TMS-Funktionen zum Beispiel für Pick-Up, Dock-Booking, Multi-Carrier-Beauftragung, Statuserfassung oder Track and Trace zurückgreifen“, erläutert Lois Kerber.
Cross Docking umfasst die gesamte Wertschöpfungskette
Die Lösung wurde ganzheitlich entlang der gesamten Wertschöpfungskette konzipiert und ermöglicht so eine Prozessoptimierung vom Produzenten bis zum Endverbraucher. Sowohl im Vorlauf, als auch im Nachlauf sind die Supply-Chain-Partner voll integriert. Durch frühzeitige Zeitfenster- und Dockbuchungen können sowohl die Lieferanten, als auch die Transportlogistik-Dienstleister und der Clusterbetreiber selbst die Ressourcen besser einplanen sowie Stand- und Wartezeiten reduzieren.
Über die Cross Docking-Lösung von inet lassen sich die Transporteinheiten sofort elektronisch teilen, neu bündeln und disponieren. Außerdem verbessert sich die gesamte Prozesssteuerung im Hub signifikant – zum Beispiel an der Laderampe, wo sonst mangelnde Synchronität von Informations- und Materialfluss hohe Wartezeiten und Ad-Hoc-Aktionen auslösen und damit höhere Kosten verursachen.
Durch die Realtime-Datenverarbeitung sorgt das TMS auch bei kurzfristigen Änderungen in der übergeordneten Transportplanung dafür, dass Ladezeitfenster an einer passenden Rampe rechtzeitig gebucht und alle Beteiligten über die Integrationsplattform zeitnah informiert werden. Ein effizientes Be- und Entladen von Waren ist somit garantiert. Stand- und Wartezeiten sinken auf ein Minimum, ein- und ausgehende Warenströme werden optimiert.
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