Resiliente Lieferketten Wie Process Mining europäische Lieferketten stärkt

Von Constantin Wehmschulte* 2 min Lesedauer

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Geopolitische Spannungen, globale Abhängigkeiten, volatile Märkte – die Liste der Störfaktoren für Lieferketten wird immer länger. Resiliente Lieferketten sind gefordert. Process Mining unterstützt diese.

Lieferketten in der Krise: Process Mining fördert resilientes Supply-Chain-Management.(Bild:  Markus Kammermann /  Pixabay)
Lieferketten in der Krise: Process Mining fördert resilientes Supply-Chain-Management.
(Bild: Markus Kammermann / Pixabay)

Gerade in Europa rückt das Thema strategische Unabhängigkeit stärker in den Fokus. Doch während auf politischer Ebene viel von Souveränität gesprochen wird, bleibt die operative Umsetzung in den Unternehmen oft nebulös.

Die Voraussetzung für echte Resilienz und Unabhängigkeit ist Klarheit über Prozesse, Abhängigkeiten und Risiken entlang der gesamten Lieferkette. Genau hier setzt Process Mining an.

Von der Blackbox zur Echtzeitsteuerung

Unternehmen laufen ohne datenbasierenden Einblick Gefahr, operative Zusammenhänge zu übersehen. In vielen Unternehmen sind Lieferketten historisch gewachsen, systemisch fragmentiert und entpuppen sich oft als Blackbox – mit Medienbrüchen, Ineffizienzen und einem Mangel an Transparenz. Wer aber nicht weiß, wie seine Prozesse tatsächlich ablaufen – und vor allem: wo sie ins Stocken geraten –, kann auch keine unabhängigen, tragfähigen Strukturen aufbauen.

Process Mining schließt diese Lücke: Aus den digitalen Spuren in IT-Systemen – den sogenannten Event Logs – entsteht ein objektives, systemübergreifendes Abbild realer Prozesse. Auf dieser belastbaren Datengrundlage lassen sich Abläufe nicht nur nachvollziehen, sondern auch analysieren und bewerten. Das Ergebnis ist ein digitales Frühwarnsystem, das Ineffizienzen, Engpässe, wiederholte Schleifen oder kritische Abhängigkeiten sichtbar und quantifizierbar macht.

Unternehmen erkennen dadurch nicht nur, wo Prozesse operativ haken, sondern auch, wo sie strategisch angreifbar sind. So entsteht ein entscheidender Perspektivwechsel, vom reaktiven Krisenmanagement hin zur aktiven Prozesssteuerung. Doch bei dieser Sichtbarkeit endet es nicht:

Process Intelligence: nicht nur Prozesserfassung, sondern Echtzeit-Prozesssteuerung

Process Mining legt den Grundstein – die nächste Entwicklungsstufe heißt Process Intelligence. Dabei geht es in einem integrierten Ökosystem aus Business Intelligence, Automatisierung und künstlicher Intelligenz nicht mehr nur um Analyse, sondern um aktive Prozesssteuerung in Echtzeit. Prozesse werden nicht nur genau erfasst, sondern kontinuierlich verbessert.

So lassen sich beispielsweise Fehlerquellen wie falsch gesetzte Kreditsperren oder fehlerhafte Produktreservierungen durch regelbasierte Automatismen eliminieren. Auch Duplikatzahlungen und Skontoverluste können systematisch vermieden werden.

Das Ergebnis: bessere Planbarkeit, höhere Termintreue, geringere Prozesskosten – und mehr operative Eigenständigkeit. Unternehmen können schneller auf Marktveränderungen reagieren und bleiben handlungsfähig.

Process Intelligence schafft die Grundlage für adaptive Workflows, automatisierte Entscheidungen und proaktives Risikomanagement und liefert gleichzeitig den kontextualisierten Datenrahmen, den KI-Anwendungen benötigen, um fundierte Entscheidungen treffen zu können.

Klarheit statt Krisenmodus: Prozesse als Fundament unternehmerischer Souveränität

Wer Resilienz ernst nimmt, braucht ein tiefes Verständnis der eigenen Liefer- und Wertschöpfungsketten mitsamt all ihren Abhängigkeiten, Risiken und Spielräumen. Nur auf Basis verlässlicher und aktueller Daten lassen sich fundierte Entscheidungen treffen, beispielsweise zur Diversifizierung von Lieferbeziehungen, zur Entwicklung alternativer Beschaffungsstrategien oder zum Aufbau belastbarer Eskalationspfade.

Process Intelligence schafft dafür die Grundlage. Sie macht strategische Unabhängigkeit nicht nur sichtbar, sondern auch steuerbar – als kontinuierliche Fähigkeit und nicht erst im Krisenfall.

Denn Souveränität entsteht im Alltag durch Transparenz, Klarheit und die Fähigkeit, Prozesse gezielt weiterzuentwickeln. Wer operative Abläufe zur Steuerungsgröße macht, gewinnt nicht nur an Effizienz, sondern auch an Handlungsfreiheit und stärkt somit seine Resilienz und Zukunftsfähigkeit.  (mk)

* Constantin Wehmschulte ist CEO & Managing Director der Mehrwerk GmbH.

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