On Demand Procurement Wie kleine und mittlere Unternehmen durch Electronic Sourcing beim Einkauf sparen können

Redakteur: Margit Kuther

Hierzulande führt Electronic Sourcing ein Nischendasein im produzierenden Gewerbe. Vor allem mittelständische Unternehmen verschenken damit viel Potenzial bei der Prozess- und Kostenoptimierung.

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Eine Sourcing-Plattform bietet eine Reihe von Anknüpfungspunkten zu anderen Systemen, etwa zu Logistik- und Zahlungs-Services (Bild: MFG.com)
Eine Sourcing-Plattform bietet eine Reihe von Anknüpfungspunkten zu anderen Systemen, etwa zu Logistik- und Zahlungs-Services (Bild: MFG.com)

„Im Einkauf liegt der Gewinn“ lautet eine alte Kaufmannsweisheit. In der modernen Spra-che der Betriebswirtschaft wurde Einkauf zum Beschaffungsmanagement und dem strategischen Lieferantenmanagement (Supply Chain Management) ausgebaut.

Heute versorgen sich Unternehmen mit Materialien, Dienstleistungen sowie industriellen Vorprodukten aus den unterschiedlichsten externen Quellen und überwachen im Rahmen des Beschaffungsmanagements alle damit verbundenen Geschäftsprozesse.

Das Supply Chain Management wird so zum Hebel, um Wettbewerbsvorteile zu erzielen.

Kosten senken heißt, den richtigen Lieferanten zum richten Zeitpunkt finden

Strategisch handelnde Einkäufer insbesondere bei Großunternehmen wissen, dass sich Kosten dauerhaft nicht nur durch eine Verringerung der Gewinnmargen von Lieferanten senken lassen, sondern auch dadurch, dass sie mit den richtigen Lieferanten zum richtigen Zeitpunkt in Verbindung treten.

Bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMUs) hingegen besitzt die Beschaffung eine eher geringe Bedeutung. Ohne dass der Geschäftsführer, der meist mit dem Firmeninhaber identisch ist, seine Zustimmung zu einer Beschaffung erteilt, läuft meist gar nichts.

Mittelständische Unternehmen haben höhere Beschaffungskosten als Großunternehmen

Auch wenn gesamtwirtschaftlich betrachtet der produzierende Mittelstand eine wichtige Nachfragegruppe für alle Anbieter darstellt, werden die einzelnen KMUs wegen ihres ge-ringen Nachfragevolumens von großen Lieferanten nicht als gleichwertige Geschäftspart-ner angesehen. Viele Mittelständler haben daher hohe Materialkosten – im produzieren-den Gewerbe einer der größten Aufwandsblöcke.

Denn oft müssen Mittelständler die von einem Distributor oder Lieferanten übergewälzten Kosten tragen und sich nach den Bedingungen des Lieferanten richten. Auch wenn die Prozesskosten absolut gesehen niedrig sind, ist ihr Verhältnis gemessen an den Bedarfsmengen und Materialkosten oft zu hoch.

Mittelständler beliefern weltweit Kunden, ordern aber lokal

Während viele Mittelständler weltweit Kunden beliefern, bestellen sie ihre Grundstoffe und die industriellen Dienstleistungen oft nur bei Lieferanten im eigenen Land.

Das Web, aber auch die Öffnung der Märkte in der EU Richtung Osten, sowie die Entwicklung eines freien Welthandels bieten Mittelständlern die Chancen eines Global Sourcing. Allerdings sind oft verschiedene Sprachen, Kulturen und gesetzliche Vorgaben bei den Ein- und Ausfuhrbe-stimmungen zu berücksichtigen.

Ein elektronischer, weltweit tätiger Marktplatz kann hier einem Einzelkämpfer viele Aufgaben erleichtern.

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